Jonathan betrachtete sein Spiegelbild. Was war aus ihnen nur geworden? Einst die saubergespülten Ritter der Stadt, stets bereit die vollgekotztesten Verbrecher zu jagen. Wie sie einmal 100 Kilo Fleischwurst konfiszierten, ohne dass auch nur ein Koch zu schaden gekommen war. Und heute? Er blickte auf das Büroschild. Detektei WoC. Jonathan und Lukas von Dor. Er drehte sich um. Hinter ihm sein Bruder, die Füße auf den Tisch gelegt, pfeifend, ein Bild in der Hand. Mit welcher Gelassenheit er da ein Massaker von Eiern im Teigmantel betrachtete... Vier Oliven, komplett zerstückelt. Pfiff Lukas - pfiff er da Ei of the Teiger? “Nur eine tote Fleischwurst ist eine gute Fleischwurst”, hatte Jonathan ihn in letzter Zeit mehrmals sagen hören. Wie kaltblütig Lukas den großen Hans niedergeschossen hatte... Das war nicht mehr sein Partner. Sein Blick wanderte auf seinen eigenen Schreibtisch. Der neuste Fall. Wie krank diese Welt war... mehr Hack als Nudeln, Ketchup und Mayo in einer parallelen Spirale darübergeschüttet. Ganz klar. Ein Ritualmord, der die gesamte Schöpfung zu verhöhnen suchte. Irgendein religiöser Spinner, aber bis jetzt keine Spur. Hinter ihm begann sein Bruder ein Luftgitarrensolo. Jonathan wusste, was zu tun war. Was richtig war. Wenige Stunden später wurde Lukas von den Cops abgeholt. Er schien verwirrt, wusste nicht, was die Polizei bei ihm zu suchen hatte, hatte er ihnen doch schon unzählige Male geholfen. Einer der Polizisten erklärte, dass ein geheimer Tipp ihn zum Hauptverdächtigen machte. Die Polizei durchsuchte seinen Schreibtisch. Sie fanden einen Krümel totgebratenen Fleisches, der vor Trockenheit beim Anblick fast zu Staub zerfiel. An den Rändern rotweiß verfärbt. “Ist das Blut? Sperma?”, fragte einer der Cops nüchtern. “Schlimmer”, erwiderte der andere, “Ketchup und Mayo!” “Oh Gott! - Ich - i -!” Er übergab sich auf der Stelle. Lukas wurde abgeführt. Er sagte kein Wort, warf nur einen verwirrten und hilflosen Blick in Richtung seines Bruders. Jonathan formte mit seinen Lippen ein stummes “Verzeih mir...” Er hatte das Richtige getan. Oder?












