sternenstaub
bevor wir geboren werden, stehlen wir dem universum ein kleines bißchen sternenstaub. gerade so viel, dass es für uns reicht und so wenig, dass es dem riesigen universum erst einmal nicht auffallen wird. und dann verstecken wir den sternenstaub in einer hülle aus haut und fleisch und blut und knochen und nennen es leben... wir leben von geborgter zeit. nun, wenn wir ehrlich sind, dann ist es eher gestohlene zeit; denn uns ist klar, dass das universum irgendwann das fehlen des sternenstaubs bemerken, uns finden und ihn zurückfordern wird. ich finde es aber schöner, zu sagen, es sei geborgte zeit. denn wir wissen, dass unser versteck nicht besonders gut ist. und dass wir nicht behalten können, was wir uns genommen haben. also haben wir es uns eher geliehen, als gestohlen... ja, geliehen - oder, wie ich schon sagte: geborgt. was für uns ein ganzes leben ist, fällt dem universum fast gar nicht auf. denn das universum ist unendlich groß. unendlich alt. unendlich. aber es ist auch unendlich eins. und daher fliegen wir irgendwann auf; und es holt sich den sternenstaub von uns zurück. denn wir wussten es von anfang an: in wirklichkeit hat er uns nie gehört.













