3. März 2017
Rezensionsexemplare vom Verlag: alles wird besser
Ein Freund hat ein Buch geschrieben und fragt per Mail nach meiner Adresse, das vom Verlag verschickte Rezensionsexemplar sei zurückgekommen. Ich sage, dass ich zu selten zu Hause bin und die Benachrichtigungszettel der Post immer erst nach Ablauf der 7 Werktage vorfinde, aber das Buch sowieso lieber als E-Book hätte.
Am nächsten Tag kommt eine Mail vom Verlag mit einem Downloadlink:
Ich klicke und erwarte ein vielstufiges Verfahren, so wie bei meinem letzten digitalen Freiexemplar im Juni 2016. Stattdessen tut der Link das Angekündigte und startet den Download. Ohne weitere Umstände erhalte ich eine epub-Datei mit digitalem Wasserzeichen:
“Dieses eBook ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert und wurde zum Schutz der Urheberrechte mit einem digitalen Wasserzeichen versehen. Das Wasserzeichen beinhaltet die verschlüsselte und nicht direkt sichtbare Angabe Ihrer Bestellnummer, welche im Falle einer illegalen Weitergabe und Vervielfältigung zurückverfolgt werden kann.”
“Nicht direkt sichtbar” ist schön gesagt, denn epub ist nur ein Container, in den man hineinschauen kann: das Wasserzeichen ist der Titel der xhtml-Datei mit der Wasserzeichenwarnung. Wenn man es wirklich ernst meinte mit der Zurückverfolgung, würde man sich mehr Mühe geben, aber so eine Verfolgung ist ja auch mühsam und letztlich sinnlos, denn was sollen Leser oder Verlag machen, wenn nun mal der USB-Stick mit den Büchern verlorengegangen und in die falschen Hände geraten ist? Im Vergleich zum letzten Juni hat sich die Lage klar verbessert. Vielleicht werde ich in Zukunft sogar weniger abgelaufene Benachrichtigungszettel im Briefkasten vorfinden.
(Kathrin Passig)















