Gent, Samstag, 7. Juni bis Dienstag 10. Juni 2025
Auf dem Weg von meinem Hotel (mit dem bombastischen Namen Pillows Grand Boutique Hotel Reylof) zum Ort, wo ich das historische und damit touristische Zentrum der Stadt vermutete, kam ich über die Sint-Michielsbrug, von der aus sich mir die obige Ansicht bot: links das ehemalige Postgebäude am Korenmarkt mit dem schlanken Glockenturm (jetzt ein Einkaufszentrum und das Luxushotel 1898 The Post); in der Mitte die Sint-Niklaaskerk.
Die Sint-Michielsbrug führt über den Fluss Leie, an dessen Ufer sich links die Korenlei, rechts die Graslei entlangziehen, zwei Quais mit zum Teil sehr schönen Giebelhäusern, von denen eines gleich näher vorgestellt werden wird:
Auf einem Laternenpfosten der Brücke sieht man den Erzengel Michael einen Drachen bekämpfen:
Geht man weiter, am Kornmarkt vorbei, der St. Niklauskirche entlang, findet man ihr gegenüber diesen markanten Giebel:
Er gehört zum Zunfthaus der Steinmetze aus dem 16. Jahrhundert. Offenbar war die Idee, dass die sechs Figuren im Wind tanzen können sollten. Sie sind allerdings zu schwer und wurden verankert; jetzt sind ihre Bewegungen eingefroren.
Bemerkenswerterweise wurde 1913 in der Graslei eine Kopie errichtet, denn das Original war hinter unschönen Fassaden verschwunden und dadurch in Vergessenheit geraten, bis es 1976 bei Umbauarbeiten wieder gefunden wurde.
Aber zurück zur St. Niklauskirche. Verfolgt man den eingeschlagenen Weg weiter, kommt man am Belfort van Gent vorbei zum Sint-Baafsplein, an dem sich in der 1899 erbauten Koninklijke Nederlandse Schouwburg die Hauptspielstätte des NTGent (Nederlands Toneel Gent) befindet, dessen Leiter seit 2018 Milo Rau ist.
Links vom Theater finden sich die Genter Tuchhallen, deren Bau 1425 begonnen wurde, und dahinter der norch ältere Belfried.
Der Genter Belfried beherbergte das geheime Archiv, in dem die Privilegien der Stadt aufbewahrt wurden. Er symbolisiert demnach Wohlstand und Unabhängigkeit dieser Stadt. Auf seiner Spitze wacht seit 1377 ein feuerspeiernder Drache.
Den Tuchhallen gegenüber steht die Sint-Baafskathedraal, die dem Platz den Namen gibt.
Hier findet sich der kunsthistorisch bedeutsame Genter Altar von Jan van Eyck. Den wollen wir aber jetzt noch nicht besuchen.

















