Welcher Kundenstamm reicht mir?
Als Einzelhändler würde ich (m)einen möglichen Kundenstamm in vier Gruppen einteilen:
Der Starnberger aus der Innenstadt, der mich im Allgemeinen auch zu Fuß erreichen kann.
Der Starnberger aus dem übrigen Stadtgebiet, der mich eher mit dem Fahrrad, E-Bike oder Pkw erreichen kann.
Der Starnberger aus den Ortsteilen und der Nicht-Starnberger aus der näheren Umgebung, der mich sehr wahrscheinlich nur mit dem Pkw und mit dem ÖPNV erreichen kann.
Der Tourist, der am See mit dem ÖPNV ankommt und mich dann zu Fuss erreichen kann.
Wenn ich mich nur auf die ersten drei Gruppen beschränke, weil ich für Touristen kein geeignetes Sortiment anbieten kann bzw. für Touristen nicht interessant bin, ist für mich das Thema Parkplätze durchaus auch ein Thema.
Mich darauf zu beschränken, diese möglichst oberirdisch und direkt vor meinem Geschäft zu fordern, wird wahrscheinlich keine Lösung sein, da der öffentliche Raum dafür einfach nicht ausreicht bzw. ich u. U. dann auch die 1. und Teile der 2. Gruppe verliere, die sich vielleicht nicht durch eine "Autostadt" zum Einkaufen bewegen möchten.
Ich könnte auch versuchen, mit den vorhandenen privaten "Fremdparkplätzen" in einem Parkhaus in meiner Nähe werben und Kunden, die darauf eingehen mit einem Rabatt "belohnen". Auch in dem so oft vorgebrachten Weilheim gibt es in der Fussgängerzone keinen(!) Parkplatz, sondern man hat "außen" zu parken und sich dann gefühlte 200 und mehr Meter zu Fuß zu den Geschäften zu bewegen. Und bei einem "Durchmesser" unserer Innenstadt von ca. nur 500 Meter wären alle Geschäfte in Starnberg je nach Wahl des Parkhauses in der gleichen fussläufigen Entfernung erreichbar wie in Weilheim.
Bin ich auch an der 4. Gruppe interessiert, ist das Anbieten, Bereitstellen oder Fordern von Parkplätzen am Besten noch direkt vor meinem Geschäft in meinen Augen eher kontraproduktiv. Oberirische Parkplätze "verschönern" eine Innenstadt wohl kaum, dass ich als Tourist mir mal dort die vorhandenen Geschäfte anschauen möchte, um vielleicht auch etwas zu kaufen.
Und je nach Sortiment kann ich mir auch überlegen, wie oft der Starnberger bei mir Dinge mehr als einmal einkauft und wie viele Touristen bei mir Dinge jeweils einmal einkaufen könnten.
Das Thema Parkplätze ist zu beachten, darf aber in meinen Augen nicht das einzige Argument in einer Diskussion über einen größeren Kundenstamm sein.















