Das Fazit nach dem tollen Pokal-Halbfinale! BVB-Trainer Thomas Tuchel sah das Spielglück auf seiner Seite. Sein Gegenüber Carlo Ancelotti will noch kein Saisonfazit des FC Bayern München ziehen. 👉video at: http://video.5la.net/watch/182427

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Das Fazit nach dem tollen Pokal-Halbfinale! BVB-Trainer Thomas Tuchel sah das Spielglück auf seiner Seite. Sein Gegenüber Carlo Ancelotti will noch kein Saisonfazit des FC Bayern München ziehen. 👉video at: http://video.5la.net/watch/182427
Heute Nacht springt die Sportuhr von 2014/15 auf 2015/16. Zeit, um einen Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft zu werfen - sowohl in der Sportwelt als auch hier auf dem Blog.
Ein Wurf, eine Saison
Die Basketballer von Alba Berlin wollten die Playoff-Halbfinalserie gegen Bayern München unbedingt in Spiel vier beenden. Warum? Die Antwort gab es zwei Tage später in der o2 World. Heimvorteil hin oder her in einem Do-or-Die-Spiel für beide Teams können die verrücktesten Dinge geschehen. So kann ein Wurf über das Wohl einer ganzen Saison entscheiden.
Down 3...wide open from the corner...Come on Al!! 😖
— Alex Renfroe (@LilAl523)
4. Juni 2015
Das Ende einer Ära ist die Chance zum Beginn einer neuen
Die zehnte Saison der Füchse Berlin nach der Übernahme des Geschäftsführer-Postens durch Bob Hanning ist Geschichte. Wie ist die Jubiläumsspielzeit im Vergleich zu seinen Vorgängern zu bewerten und wie wird es im nächsten Jahr weitergehen? Diesen Fragen lohnt es sich im Saisonfazit auf den Grund zu gehen.
Wandel der @FuechseBerlin"Umbruch kommt genau zum richtigen Zeitpunkt!" via @handballwelt #UnserRevier pic.twitter.com/G4mamQBzcO
— Füchse Berlin (@FuechseBerlin) 7. Juni 2015
Das Ende einer Dynastie?
6 Tage ist es nun her, seitdem die Saison für die Eisbären beendet ist. Mitte März – so früh wie seit 2007 nicht mehr. Der amtierende Meister schied sang- und klanglos in den Pre-Playoffs der Deutschen Eishockey Liga aus. Wo waren die spielerische Klasse, die Durchsetzungskraft und die mentale Stärke hin, die dem EHC sieben Meisterschaften in neun Jahren eingebracht hatten? Gänzlich entschwunden können diese Fähigkeiten doch nicht sein, immerhin spielten 19 der diesjährigen 23 Eisbären bereits letzte Saison für den Rekordmeister. Während das Spielerpersonal somit von großen Veränderungen verschont blieb, tat sich auf der Trainerbank im Sommer einiges. Don Jackson suchte nach 5 Titeln in 6 Jahren eine neue Herausforderung und zog nach Salzburg weiter. Ersetzt wurde der erfolgreichste Coach der „Nach-Dynamo“-Vereinsgeschichte durch seinen ehemaligen Assistenten Jeff Tomlinson. Dass ein neuer Trainer gerne auch ein neues Spielsystem mitbringt, ist genauso wenig eine Neuheit wie, dass das Verinnerlichen dieses Systems nicht von heute auf morgen funktioniert. Im Falle Tomlinsons klappte es aber die ganze Saison nicht so recht. Der gebürtige Kanadier wollte vor allem die Verteidigung stärken. Seiner Meinung nach hatten die Eisbären in den letzten Jahren zu viele Gegentore kassiert. Beim Vergleich der kassierten Tore fällt die Entwicklung nun äußert gering aus. Um genau zu sein, gibt es gar keine Entwicklung. Wie schon 2012/13 brachte der Gegner auch in dieser Saison 152mal den Puck im Eisbärentor unter. Es lässt sich sicherlich behaupten, dass Tomlinson das Team nicht sonderlich voranbrachte, doch ist der Coach wirklich der Alleinschuldige am Dilemma der aktuellen Saison? Die Frage, die man sich in dieser Hinsicht nämlich stellen muss, ist, begann der Leistungsabfall der Berliner nicht schon längst vor dem Amtsantritt des 43-jährigen? Beim Blick auf die Tabelle fällt auf, dass die Eisbären gerade einmal 5 Punkte weniger holten als im vergangenen Jahr. Natürlich traf man damals 32mal häufiger das Tor, doch die Verletztenmisere 2013/14 sowie die nicht mehr vorhandene Genialität der Herren Giroux und Briere scheinen gute Gründe dafür zu sein. Der andere springende Punkt ist der, dass in fast allen Sportarten Titelverteidigungen mit der Anzahl der bereits gewonnenen Meisterschaften schwieriger werden. Die Konkurrenten stellen auf das Erfolgssystem ein und wollen es durchbrechen. Gegen keine Mannschaft agiert man motivierter als gegen den aktuellen Champion. Hat der Gejagte seinen Jägern keinen deutlichen kadertechnischen Vorteil – meist finanziell bedingt – ist es nur natürlich, dass das Team irgendwann wieder verliert. So geschehen im Fall der Eisbären. Dazu kommt möglicherweise noch der Faktor, dass die Spieler, auch wenn sie es öffentlich nie zu geben würden, nach den vielen gewonnenen Trophäen einfach nicht mehr ganz so erfolgshungrig sind. Nicht ohne Grund erzählen die meisten Sportler, dass der erste Titel stets der emotionalste / schönste war. Angekommen auf dem Olymp wird man etwas nachlässiger. Das Forechecking wird nicht mehr in letzter Konsequenz zu Ende gespielt, beim Torschuss fehlt die genauste Präzision und vor dem eigenen Tor wird sich längst nicht mehr in jeden Schuss geworfen. Für die Fans ist das alles sicherlich nicht schön und die Eisbären kriegten mit einem Zuschauerrückgang von 11% auch direkt eine Quittung dafür. Doch vielleicht liegt gerade in der Niederlage der Erfolg der Zukunft. Siege sollten neu geschätzt werden, da sie nicht mehr selbstverständlich sind. Das letzte Verpassen der Playoffs 2007 dürfte dafür Beweis genug sein. Damals scheiterte der EHC nach einer was die Punkte angeht noch schlechteren Hauptrunde ebenfalls als amtierender Champion in den Pre-Playoffs. Die Konsequenz daraus: Die nächsten beiden Meisterschaften gingen wieder nach Berlin. Wäre man 2010 nicht nach der punktreichsten Hauptrunde der DEL-Geschichte völlig überraschend an den Augsburger Panthern gescheitert, hätten es sogar sage und schreibe sechs Titel in Folge werden können. Hießen die Führungsspieler damals noch Walker, Ustorf, Pederson oder Felski? Keine Frage! Doch auch diese Akteure hatten zu Beginn ihrer Eisbären-Karriere mit Problemen zu kämpfen. Man gab ihnen die Zeit und ließ sie sich entwickeln – mit Erfolg. Warum sollte dies bei einem Andre Rankel oder Frank Hördler nicht auch funktionieren? Bis vor einiger Zeit konnten sie noch im Schatten der alten Stars glänzen. Spätestens seit der nun ablaufenden Saison sind die „Alten“ jedoch weg und es liegt an der nächsten Generation in deren Fußstapfen zu treten. Die Entscheidung des Managements mit Jeff Tomlinson in die nächste Spielzeit zu gehen ist daher goldrichtig. Ebenso war es kein Fehler im vergangenen Sommer die Verträge von 13 Spielern langfristig zu verlängern. Dies schuf eine Basis auf die man aufbauen kann. Die Kurvencracks waren doch schon einmal gemeinsam erfolgreich. Die Chance, dass sie dies wieder sein werden, wird durch einen totalen Kaderumbruch nicht größer. Gleiches gilt für einen neuen Trainer. Anstatt endlich Tomlinsons Taktik zu verinnerlichen, würde man wieder bei null anfangen. Scheitert man nächstes Jahr erneut so früh, kann man sich immer noch Gedanken über einen Neuanfang machen. Doch dies erscheint eher unwahrscheinlich. Mit zwei, drei gut einschlagenden Neuverpflichtungen, weniger Verletzungspech und Spielern, die heiß darauf sind zu zeigen, dass sie besser sind als im vergangenen Jahr, sollte man sich nicht wundern, wenn die Eisbären im Zoo der DEL wieder zu den Königen der Tiere aufsteigen. So paradox es klingen mag, die nächste Saison beginnt mit der Champions Hockey League. Es bleibt abzuwarten, ob die Eisbären dann auch wie Champions agieren werden.