(Vertikales) Labret Nummer 1 - oder: D.D.I.Y. (Don't Do It Yourself)
Wie habe ich mich dazu hinreißen lassen können?
Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass ich jedem von dem, was ich getan habe, abrate. Ich hatte Glück, ich hätte aber auch großes Pech haben können. Nur der Vollständigkeit halber berichte ich überhaupt davon.
Mit 16 sollte es dann ein Labret sein. Mittig. Im Sommer war ich auf einem Festival und freundete mich dort mit einigen neuen Menschen an. Im Gespräch berichtete ich von meinen Plänen und man bot mir an, das auch selbst erledigen zu können. Spart doch Geld, geht ganz schnell. Was soll ich sagen? Ich war jung und... Nein. Ich war dumm. Ich willigte also ein, wir besuchten eine Apotheke, kauften eine Braunüle und im nächsten Piercingladen passenden Schmuck. In einem nahegelegenen Park bekam ich dann mein gewünschtes Labret. Und das, das tat richtig weh. Keines meiner anderen Piercings hat je überhaupt mehr als einen kleinen Tropfen Blut mit sich gebracht, wohingegen es bei dieser Heldentat gar nicht mehr aufhören wollte, zu bluten. Während ich versuchte, Blut zu spucken und trotzdem zu grinsen, um mir bloß nichts anmerken zu lassen, schien der selbsternannte Piercing-Profi zufrieden mit seinem Werk.
Das Labret war dann ein vertikales Labret. Das war so nicht geplant, auch wenn ich zugeben muss, dass es mir, trotz der Umstände, unheimlich gut gefällt und ich daher fast ein wenig happy über den "Unfall" bin. Dennoch, ich hatte wochelang eine geschwollene Unterlippe und Schmerzen - und ich wusste ganz sicher, dass ich das nie, nie wieder machen würde. ;)
Fazit: Nicht machen. Das Piercing ist schön, keine Frage. Aber Piercingstudios haben ihre Existenzberechtigung, ehrlich.