Resümee
Die Tour
Vorweg: Die Organisation von Feuer und Eis Touristik war top, einfach nett gemacht, von den Reiseunterlagen bis hin zu der Urkunde die im letzen Hotel auf uns gewartet hat. Die Hotels waren gut, die Menschen freundlich und zuvorkommend, die Verpflegung am Rand der Strecke Klasse, das Wetter perfekt. Volle Punktzahl.
„Komfortroute, gemütlich und flexibel“ - so heißt es. Man(n) kann da eine falsche Vorstellung entwickeln. Eine Alpenüberquerung, bleibt eine Alpenüberquerung, auch wenn es nicht der E5 ist. Ungeübt und unerfahren haben wir uns diesem „kleinen“ Abenteuer gestellt und ja, meine Vorstellung war fernab des Unmengen Schweißes den es mich gekostet hat die Steigungen zu meistern. Ein im Alltag gewohntes Handikap hat unerbittlich zugeschlagen: Gewicht, Gewicht und noch mal Gewicht. Damit meine ich nicht meinen Rucksack, es ist nicht ohne, weit über 100kg über die Alpen zu tragen. Und nein ich bin nicht Stolz darauf, sondern hier und da betrübt, dass ich manchen süßen Verlockungen des Lebens nur ungern widerstehen mag. Und, ich denke, jeder hat so sein Handicap... Hauptsache man lässt sich nicht davon abhalten sich auf Neues einzulassen ... ist ja schließlich kein Wettkampf, sondern Urlaub.
Das Material
Rucksack 🎒 top, Kleidung 👕 top ... und wie immer, das eine oder andere zuviel mitgenommen. Auf Merinowolle (T-Shirt, U-Hose, Socken) möchte ich nicht mehr verzichten. Mein T-Shirt habe ich 7 Tage durch geschwitzt, einmal durchgewaschen und keiner hat einen Bogen um mich herum gemacht. Der Rucksack saß super und irgendwie habe ich die gut 10 kg mehr nicht sonderlich wahrgenommen. Man kann also getrost sein Gepäck mit über die Alpen schleppen.
Trinkblase, super! Auch wenn ich es sonst immer eher affig fand (gerade wenn Jogger mit so‘n Teil rumlaufen), die knapp 40,00 € haben sich gelohnt. Einfach zwischendurch immer wieder trinken ohne sich entweder nach hinten zu verrenken, oder den Partner zu fragen ob er einem mal die Trinkflasche rausholt (unabhängig davon, war meine Frau die kleine Bergziege eh immer meilenweit voraus 😁).
Stöcke? Kann man, sollte man, braucht nicht jedermann oder jederfrau. Ich habe einige Wanderer (geübte?) ohne Stöcke flitzen sehen. Viele sind aber mit Stöcken gegangen. Mir haben die Stöcke vor allem dann geholfen, wenn es steil bergauf ging und immer bergab. M.E. ist der Einsatz der Stöcke in Verbindung mit dem Schuh zu sehen. Je schlechter der Schuh, desto wichtiger die Stöcke.
Wo wir beim Thema wären: Wanderschuhe! Bzw. Festigkeit der Sohle. Meine Wanderschuhe waren viel zu flexibel, jegliche Unebenheiten mussten die Bänder ausgleichen, die Gelenke korrigieren, teilweise eine Tortur. Aber gut ... meine für dieses Vorhaben vorgesehenen Wanderschuhe mussten zu Hause bleiben. Wer weiß was mir damit wiederfahren wäre.
Hirschtalk! Der beste Tipp. Morgens und Abends die Füße damit einreiben. Trotz zu großer Socken, keine Blase, nix. Der Fuß bleibt geschmeidig. Meine Frau schwört bei Druck- und möglichen Blasenstellen auf das Abkleben mit Leukoplast. Ich bin damit nicht gut zu Rande gekommen, habe dafür eine extra Schicht Hirschtalk aufgetragen.
Mein Lerngeschenk
Kleine Schritte führen zum Ziel und würdigen den Weg.
Bin gespannt was ich mir für den Alltag davon mitnehme, ein Alltag der von möglichst schneller Zielerreichung (große Schritte) geprägt ist. Von einer inneren Unruhe getrieben sich immer dem nächsten „Gipfel“ zu widmen. Manchmal vielleicht ein stückweit fernab dessen, was man zu leisten vermag. So zu leisten, dass man andere Menschen dabei nicht verliert.
Letzte Gedanken
Nochmal? Irgendwie schon ... irgendwie wie ging mir das jetzt auch ein wenig zu schnell. Eine Ersterfahrung, die um Bestätigung bittet, um Bestätigung das Wandern eine Tätigkeit der Beine und ein Zustand der Seele ist.
... der nächste Berg ruft!
Euer Guido aka „Luis G. Lenker“















