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Tis picture is called:
“Schneewolke”
After Munch 2019
Bruce Willis
This time kind of a graffiti-artpage.
So, if a certain person finds another one’s letter in a bottle, is it assured that both meet later in life and live in an inseperable relationship? How else should it work?
GShock
Alice Schwarzer
Another artpage
Was bin ich?
LBGR4
Diverse Illustrator Artwork
Sechs Richtige
Bis zu diesem Morgen war Gustav Kutschinskis Lebensweg so geradlinig verlaufen, wie die Strecke, die ein Raketenauto auf einem Salzsee zurücklegt. Und zunächst hatte es auch heute so ausgesehen, als wäre keine Richtungsänderung in Sicht. Lisbeths Schnarchen hatte ihn gegen halb sieben geweckt, und war damit, wie täglich in den siebenundzwanzig Jahren ihres gemeinsamen Betthütens, dem Wecker eine Viertelstunde zuvorgekommen. (Merkwürdigerweise erreichte ihr grunzartiges Schnarren zu dieser Stunde seinen Höhepunkt, so als würde Lise einen Endspurt hinlegen, im wahrsten Sinne des Wortes.)
Er war dann aufgestanden, noch halbschlafend, war in seine Schlappen geschlüpft und Richtung Bad geschlurft, wo er geduscht, und sich die Zähne mit einer triclosanhaltigen Zahncreme geputzt hatte. Er hatte sich dem Elektrorasierer hingegeben, und mit Hilfe von Pomade und einem Kamm, den genetischen Ausfall auf seinem Haupt für erste Blicke unsichtbar gemacht. Nach Beendigung der allmorgendlichen Instandsetzungsprozedur war er der Kaffefährte, die sich beim Öffnen der Tür in das Bouquet seines Rasierwassers gemengt hatte, in die Küche gefolgt. Dort hatte ihm Lise, mittlerweile zu wandelnder Sanftmütigkeit mutiert, mit einem „Guten Morgen, mein Liebster“, das selbst einen Lethargiker in Geburtstagslaune versetzt hätte, die Zeitung übergeben, um ihn dann im Bad abzulösen.
Gustav hatte den wartenden Toast getoastet und Kaffe in einen Becher mit einem Bild vom Weihnachtsmann gefüllt, und sich dann dem Lokalteil gewidmet. Und wie sonst auch hätte er sich dann wohl nach Verzehr der gebutterten Weißbrotscheiben Mantel und Aktentasche geschnappt, hätte dem Surren des Föns ein „Bis heute Abend“ entgegengebrummt und das Haus verlassen, um die Elektronikabteilung in einem Kaufhaus zu leiten.
Wäre da nicht dieser Artikel gewesen.
Dieser hatte, nur ein paar Zeilen lang, auf der Rückseite des Blattes, zwischen der Ankündigung eines Elternabends und der Annonce eines Juweliers auf ihn gelauert. Von einem „tragischen Ableben“ war da in der Überschrift die Rede: Einen Mann hatte das Schicksal ereilt, dass sein Ausscheiden aus dem Arbeits- mit dem Austritt aus seinem übrigen Leben auf einen Tag gefallen war. Der Beinah-Rentner war während der Pensionierungsfeierlichkeiten zusammengebrochen, als sein Herz zu schlagen aufgehört hatte.
Der Artikel hatte Gustav getroffen wie eine zufällig seinen Weg kreuzende Schiffschaukel. Strom war auf jungfräuliche Nervenbahnen umgeleitet, brachliegende Synapsen waren reaktiviert worden. Wäre es ganz still gewesen hätte man vielleicht sogar ein leises Knacken in seinem Schädel hören können, als die Impulse ihren overkill erreichten, der Hebel umgelegt wurde und der Realitätssinn dem Wahn wich. Ein absurdes Funkeln war in seine Augen getreten.
Jenes Glitzern hielt auch jetzt, fünf Stunden später noch an, und fand in dem bläulichen Schein, der über die Wände wanderte, seine Erwiderung. Gustav trank Kaffee, so schwarz wie die Lockenperücke, die ihm, zusammen mit einer schlechten Ray Ban – Imitation, eher als Verkleidung denn als Maskierung diente. Auf seinem Schoß ruhten die beiden Waffen, mit denen er heute Mittag in die Bank gestürmt war wie ein Pistolero. Ein Pistolero aus dem Frankreich des 17.Jahrhunderts wohlgemerkt, denn aus dieser Zeit stammten die beiden Musketen, die er, im Rausch seines neu erlangten Bewußtseinszustandes ihrem schmückenden Dasein an der Wand seines Wohnzimmers zweckentfremdet hatte. Und obwohl beide vermutlich funktionstüchtig waren, so waren sie natürlich nicht geladen, und hätten wohl auch eher für Gelächter als für großartigen Aufruhr gesorgt. Wäre da nicht Herr Beukel gewesen, seines Zeichens Leiter der Bank, welcher, teils aufgrund seines Pflichterfüllungsdranges, teils aus simpler Schreckhaftigkeit, den stillen Alarm bereits ausgelöst hatte, bevor das Wort „Überfall“ Gustav überhaupt entkroicht war.
Und so war es gekommen, dass der Mann, der normalerweise Videorekorder unter den selbigen und Waffeleisen unter die Frau brachte, nun mit der Polizei um Lösegeld und Fluchtfahrzeug verhandelte.
Eigentlich ging es nur um das Fluchtfahrzeug, denn was die Kohle betraf hatte Gustav die Hoffnung den großen Coup zu landen schon Stunden zuvor aufgegeben, als er hatte feststellen müssen, dass die Bank, bargeldtechnisch, bis auf ein paar Tausender nicht sehr liquide war.
Und was Lösegeld anging, so war er nicht interessiert. Zwar hatte er beschlossen eine nicht ganz legale „Abzweigung“ zu nutzen, um seine Frührente einzustreichen, aber er war doch kein kaltblütiger Kidnapper - mochte dies dem vor der Tür auf ihn wartenden Sondereinsatzkommando und seinen Scharfschützen im Moment auch nicht sonderlich relevant vorkommen.
Aber im Bezug auf das Fluchtfahrzeug hatte Gustav äußerst konkrete Erwartungen: Bei dem Vehikel, das ihm im Sinne eines stilgerechten Abzugs buchstäblich vorschwebte, handelte es sich um das VA7095, auch „Habicht“ genannt - ein Senkrechtstarter der Marine. Davon, sich mit einem solchen Flugzeug in die Lüfte emporzuheben, inklusive eines Piloten natürlich, hatte er schließlich schon als kleiner Junge geträumt.
„Glauben Sie wirklich, dass die hier so ein Teil für sie einfliegen lassen?“ fragte ihn Frau Meißen, die Kassiererin, welche, ebenfalls Kaffee trinkend und rauchend, ihm gegenüber saß. „Warum nicht?“ entgegnete Gustav „Sie haben zwei davon oben am Meer stehen, das weiß ich genau. Davon können sie sicher einen entbehren, und der wäre dann in ein paar Stunden hier. Ich steig ein und wir jetten los.“ „Ja, und dann betätigen sie irgendwo den Schleudersitz und segeln unbetrübt in die Freiheit“ kam es von Herrn Kunze, einem Mann Mitte dreißig, dem Dritten im Trio der Angestellten. „Das habe ich nicht gesagt, aber trotzdem ein, schöner Gedanke.“ „Geben sie doch auf, dann…“ entfuhr es Herrn Beukel, als ihn das Klingeln des Telefons unterbrach. Der Musketier machte keine Anstalten den Hörer abzuheben. „Wollen Sie denn nicht drangehn?“, fragte ihn Frau Meißen. „Tun sie es doch! Bis der Flieger nicht da ist hab ich denen nichts zu sagen.“ Die Frau nahm den Hörer ab. Gustav begutachtete das Radio, das auf dem Tresen stand und tat seine Meinung kund, wie bei einem Verkaufsgespräch: „ Ein schönes Modell. Etwas veraltet vielleicht. MP3 - Das ist die Zukunft!“ Er betätigte einen Schalter und Peter Maffays Stimme erklang: „Wölfe sterben niemals aus…“. „Sie sollen sich noch etwas gedulden!“, sagte Frau Meißen, die den Hörer wieder aufgelegt hatte.
Auch eine dreiviertel Stunde später noch, als deutschrockendes Sängertum durch die Stimme der Nachrichtensprecherin abgelöst wurde, hatte Gustav alle Zeit der Welt. „ Das ist eine Schande, was die da machen!“ kommentierte er eine Meldung, als plötzlich die Nachricht von einem offenbar geistig verwirrten Geiselnehmer das Bankinnere in Stille tauchte. Von„krank“und„gemeingefährlich“ war da die Rede. Doch noch während sich Gustavs Lippen öffneten, um seiner Empörung Luft zu machen, verschlug ihm etwas anderes erneut die Sprache. Die anderen schienen es auch zu hören und wie er darauf zu warten, dass es vorüberging. Aber als alle glaubten, der Geräuschpegel müsse seinen Höhepunkt erreicht haben und nun ebenso schnell verebben, wie er herangewachsen war, türmte sich das Grollen zu einer immer größer werdenden Woge, bis letztlich der Lärm von 27 000 Pfund Schubkraft die Ohren betäubte und ihr Licht alles in ein gleißendes Weiß verwandelte(Gustav war dank seiner Sonnenbrille der Einzige, dem das Schauspiel des sich herabsenkenden Vogels zu teil wurde). Die Triebwerke erloschen, jedoch nicht ohne durch ein nicht weniger bedrohliches Pfeifen weiterhin von ihrer Bereitschaft zu künden.
Gustav erhob sich: „Time to go! “ schallerte er, hob seine Pseudo-Waffen, so daß es aussah, als wappne er sich für ein altertümliches Duell, und wollte gerade den ersten Schritt in Richtung seines aeronautischen Feuerrosses machen, als ihn ein anderes Geräusch zur Salzsäule erstarren ließ. Er brauchte ein paar Millisekunden, bis ihm gewahr wurde, dass es die Lautsprecher des Radios waren, aus denen Medusas Stimme diesen Code rezitierte der ihm seit siebenundzwanzig Jahren so vertraut war (Schließlich handelte es sich bei den Zahlen um das Datum seiner und Lisbeths Hochzeit, gepaart mit ihren Geburtsdaten). Und die Stimme warf wie Feuerwerkskörper jede der Ziffern in den Raum, deren Kreuz er seit jenem Tag auf den Lottoscheinen des Landes gemacht hatte.
Das Telefon klingelte.
Life is a beach
Obstgesicht
Moe
Blau Und Rot
This is a complete track without the bassline, so it’s incomplete!