Abschiede und Staatsexamen
Übermorgen werde ich zurück nach Berlin fliegen. Die letzten Tage hier sind von zwei großen Dingen für mich geprägt: Abschiede von Freunden und das Lernen für das Staatsexamen. In der letzten Woche ist kein Tag vergangen, an dem ich keinem Freund oder guten Bekannten auf Wiedersehen gesagt habe. Ich hoffe, dass ich viele wiedersehen werde, aber meine Erfahrung sagt mir, dass das oft schwieriger ist, als man denkt. Wir haben mit ein paar Studierenden herumgesponnen, dass man eventuell zum Nationalfeiertag am 17. Mai wiederkommen könnte. Das soll in Norwegen ein wunderschöner Tag sein. Ich bin gespannt ob das klappt.
Morgen werde ich die letzten Sachen vor meiner Abreise organisieren, mich von den letzten Freunden verabschieden und meine Sachen packen. Leider muss ich noch ein kleines Problem mit zu viel Gepäck für den Rückflug finden. Gerade sieht es danach aus, dass eine dänische Freundin von mir es mitnimmt. Ihre Eltern wohnen an der dänisch-deutschen Grenze, wenige Kilometer von dort entfernt, wo ich Silvester feiern werde. Wir wollten uns sowieso treffen - vielleicht werden wir uns dann auch zur “Kofferübergabe” sehen. Zum Glück muss sie nicht in die USA fliegen, ansonsten müsste sie auf die Frage, ob sie den Koffer selber gepackt habe, lügen.
Das Lernen für das Staatsexamen hat bisher recht gut geklappt. Ich habe vier Tage seit der mündlichen Prüfung hier gehabt und habe in der Zeit vier Lerntage geschafft. Das lässt mich hoffen, dass ich auch in dem Weihnachtstrubel ein wenig zum Lernen kommen werde. Es macht fast ein wenig Spaß zu lernen und es ist spannend zu sehen, dass ich viele Dinge erst jetzt wirklich verstehe. Erschrocken hat es mich, dass wir an der Charité ein sehr wichtiges Thema - die Hämatologie - fast gar nicht behandelt haben. Beim Kreuzen der Altfragen haben sich bei mir riesige Lücken aufgetan, von denen ich weiß, dass sie nicht nur an mir liegen. Aber ich denke, dass ich auch das schaffen werde und dann in genau 117 gut vorbereitet in die schriftliche Abschlussprüfung meines Studiums gehen kann.
Ich denke, dass dies der letzte Post aus Norwegen sein wird. Auch wenn es für mich schwierig war meine Freundin, Familie und Freunde hinter mir zu lassen, war es für mich die richtige Entscheidung dieses Semester in Trondheim zu verbringen. Ich habe gemerkt, dass ich dieses Land und die Menschen, die hier leben sehr gerne mag. Für mich ist die am ersten Tag von der Bürgermeisterin Trondheims ausgesprochene “Liebesgarantie” in Erfüllung gegangen. Ich habe mich ein wenig in Norwegen und speziell Trondheim verliebt. Die Art und Weise wie die Menschen miteinander und mit der Natur um sich herum umgehen, finde ich wunderschön. Ich hoffe, dass ich in einem späteren Teil meines Lebens vielleicht ein Teil dieser Gesellschaft werden könnte.












