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6. Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt (23. bis 25. August 2019)
Vor der zweiten Etappe von Hitzacker-Tießau nach Havelberg-Sandau. In der Pension Tante Storch kommt man nach dem Frühstück mit drei jungen Radwanderern ins Gespräch. Stolz berichten die Jungs: „Heute Hamburg, morgen Cuxhaven, dann ist der ganze Elbradweg abgehakt. – Und Sie so?“ fragen sie höflich. „Wir fahren nach Berlin. Eine Gedenkradfahrt zu Ehren Horst Tomayers, dem großen Dichter und Fahrradphilosophen, der 2013 verstarb, und die seitdem jährlich stattfindet,“ erklärt ihnen Gedenkradfahrer Fritz Tietz (60), und fragt dann: „Schon mal was von Horst Tomayer gehört, Jungs?“ Die Jugendlichen, alle drei so um die 20, gucken unsicher. Tietz, der längst erkannt hat, dass sie nichts wissen, legt nach: „Dann solltet ihr den unbedingt mal googeln: Tomayer. T, O und MAYER. Mit AY.“ – „Okay, machen wir,“ versichert das Trio, doch in ihren Gesichtern steht geschrieben: Alter, was sind das für creepy alte Säcke. Horst wer? Gedenkradfahrt? Nichts wie weg. Und als dann noch Tietz anhebt, mit „Der Alkohol löst die Zunge / Und die Fesseln der Scham – je nach dem, / Doch nie wird der Alkohol lösen, / Das Alkohol-Problem“ einen der berühmteren Vierzeiler Tomayers zu deklamieren, müssen sie ganz schnell los. Taschen packen.
Nicht dass Tietz dies beabsichtigt hatte, aber angenommen, die jungen Leute hätten sich aufgrund seiner Ansprache spontan angeschlossen, dann wären nicht nur insgesamt elf Radlerinnen zur diesjährigen Hottetour angetreten, auch ihr Durchschnittsalter wäre um einiges juveniler ausgefallen. Tatsächlich waren es sechs Männer und zwei Frauen, die sich am frühen Freitagmorgen gemeinsam auf den Radweg nach Berlin machten, um im kurbelnden Verbund der sogenannten Krückentour die rund 300 Kilometer (die der achtfache Berlinwallfahrer Tomayer in einem Tagesritt zu vernichten pflegte) in drei Hundertern zu bewältigen. Aber was heißt hier nur: Mehr Menschen (beziehungsweise „Weiße, Männer und Heteros“, wie auf Twitter jemand das Startfoto kommentierte) haben nie zuvor teilgenommen an dieser weltweit wohl einzigartigen Dichterhuldigung.
Und vier von ihnen – Jan Prediger (64), Arthur Hofhuis (59), Marion Pollmanns (48) und Ralf Hartmann (51) – absolvierten am Ende sogar die gesamte Strecke; wenn auch, was Prediger und Hofhuis angeht, nur mit viel Glück: wagten sie sich doch beim obligatorischen Nacktbad in der Elbe ein Stückerl zu weit raus in die Strömung und wären um ein Haar in Richtung Nordsee abgetrieben.
Marlene Voß (58) und Niki Bong (39) waren dagegen nur am Freitag mit von der Gedenkfahrtpartie. Aber genauso war es von beiden geplant. So nahmen sie nach der 96 Kilometer langen ersten Etappe zwar noch an den abendlichen Geselligkeiten des lauschig terrassierten Nachtquartiers teil, hievten aber am Samstagmorgen sich und ihre Räder in den Regionalexpress zurück nach Hamburg. Während Frau Voß nach ihrer mittlerweile dritten Teilnahme noch überlegt, hat Tourdebütant Bong angekündigt, im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder antreten und dann auch den zweiten Tag wuppen zu wollen. Besonders begeistert zeigte sich Bong von den zahlreichen „kulinarischen Stopps“. Allerdings boten ihm die Verköstigungen im Fährhaus Tespe, in der Bleckeder Eisdiele Venezia, im Neu Darchauer Elbdorado und nicht zuletzt die paar Biere abends in Tießau auch Anlass zur Sorge. Wenn das in einer Radtour so weiter ginge, würde er seinen nahezu perfekten Bodymassindex kaum halten können.
Dazu muss man allerdings wissen, dass die äußeren Bedingungen am ersten Tourtag mit seinen zwar schon recht hohen, aber dank des kühlendem Fahrtwinds noch als angenehm empfundenen Temperaturen, mehr als günstig waren. Aber schon am Samstag nahm die Hitze spürbar zu und erreichte spätestens am Sonntagmittag ein derart hohes Level, dass es nicht nur unter den Arschpolstern einiger Gedenkfahrer bald arg kochte. Dazu kam dieser Scheißgegenwind! Blies am Freitag noch ein beglückend schiebender Nordwest, kam ab Samstag ein kontinuierlich starker Ost direkt von vorn, der am Sonntag sogar noch mal zulegte. So eierte das Peloton mit den
verbliebenen sechs Fahrerinnen – etwa auf der eh schon zermürbenden Deichetappe vor Havelberg oder der gefürchteten langen Geraden vor Rhinow – trotz mutigen Windschattenfahrens mit streckenweise nur 10 km/h Richtung Berlin. Wäre Bong da noch mit im Rennen gewesen, seine Pfunde wären nur so gepurzelt. Daran hätten auch die in Cumlosen einverleibten Hamburger Steaks an zwei, drei Getränken (Landgasthof Schmidt), die nicht minder gutbürgerliche Küche im Schützenhaus zu Sandau oder die traditionelle Kuchenrast (wahlweise Pflaume oder Schoko-Kirsch) im Schloßgarten zu Kleeßen wenig geändert. Vom fulminanten Frühstück ganz zu schweigen, das am Morgen des dritten Tages von Frau Dagmar Pabst in ihrem einzigartigen Gartenpavillion gereicht wurde.
Wie überhaupt diese zweite Übernachtungsstation ein charmantes kleines Highlight war auf der sechsten Hottetour. Was nicht nur an den bequemen Gästebetten und dem ausnehmend schönen Garten lag, den Frau Pabst rund um ihre Bed & Bike-Pension in Schuss hält, sondern auch an ihren frühstücksbegleitenden Ausführungen über die Verdienste ihres verehrten Herrn Vaters, dem gebürtigen Sandauer Klempner und Genossen Zietz. Dieser war 1955 von seinem Betrieb VEB Isolierung Leipzig delegiert worden, im indonesischen Yogyakarta eine Zuckerfabrik mit aufzubauen. Die damals siebenjährige Dagmar lebte so zusammen mit ihren Eltern für ein Jahr auf Java. Im vergangenen Jahr flog sie noch einmal hin, um nach der Fabrik zu schauen (die Volksstimme berichtete), und siehe da: auch nach sechzig Jahren lief dort die Produktion einwandfrei samt den alten DDR-Maschinen. In Deutschland, so jedenfalls wurde von den Gedenkfahrern gemutmaßt, wären die spätestens von der Treuhand geschreddert worden.
Nicht gerade geschreddert, aber um zwei weitere Teilnehmer dezimiert, endete die Krückentour der diesjährigen Gedenkradfahrt nach rund 309 gefahrenen Kilometern um 18.12 Uhr am Fernbahnhof in Spandau. Fritz Tietz und Manfred Grüne (66) hatten sich nach einem letzten Gruppenselfie vor dem architektonischen Grauen namens Bahnhof Nauen aus dem Peloton verabschiedet und beendeten ihr Tomayergedenkwochenende im Regionalexpress nach Berlin beziehungsweise Hamburg. Was denn das für Auflösungserscheinungen seien, wollte da ein ansonsten ziemlich inaktiver Gedenkfahrer via Facebook wissen. Ihm sei zugerufen, dass nicht nur jegliches Auf-Teufel-Komm-Raus dem tomayer’schen Gedenkengedanken auf’s teuflischste zuwider sein sollte, sondern auch Tomayer selbst schon mal abbrach, wenn es sich so oder ähnlich ergab wie von ihm nach seiner achten Berlin-Wallfahrt berichtet:
„Ausgangs Nauen Richtung Wustermark (unterwurzelter Radlweg!) verrutschte die überm Rucksack aufm Gepäckträger frei schwingende Plastetüte, ich verfing mich beim Abschwung in ihr und schlug mim Hinterkopf im gozzeidank behumusten Anrain auf. Da ees mittlerweile deutlich dunkelte, bestieg ich, mit Verlaub, in Elstal den RE nach Spandau, so daß ich diesmal lediglich 271 km zur Strecke brachte. Tags drauf in Westberlien: Im Firmendress (Weiß auf Rot: KONKRET – Lesen, was andere nicht wissen wollen) durch die Uhlandstraße zum Frühstück radelnd, überholt mich KONKI-Abonnent Hans Werner Bitzer mit den schönen Worten: ‚Das giebt’s doch nicht, ich hab eben KONKRET ausm Briefkasten gefischt, ees ist, als ob du’s grad selber zugestellt hättest.‘ In soo einem Augenblick, liebe Leserin, lieber Leser, weiß man, daß das Leben einen Sinn hat!“
Mehr soo besinnliche Augenblicke oder noch ganz andere erleben hoffentlich auch die Teilnehmerinnen der 7. Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt, die vom 28. bis 30. August 2020 stattfindet.
Fritz Tietz
Pavillion- und Zielfoto: Arthur Hofhuis, Startfoto: unbekannter Passant, alle anderen: Fritz Tietz
"Gesang der Radfahrer" von Fritz Tietz, frei nach Erich Mühsams “Gesang der Arbeiter” in: Mühsam, Erich: Revolution, Kampf-, Marsch- u. Spottlieder, Berlin, 1925 Ausriss: nd DIE WOCHE vom 3.8.2019
Fritz Tietz hat Bodyformus und anderen migrantisch geprägten Youtube-Satirikern, bei denen das Feuilleton die Nase rümpft, etliche überraschende und komische Momente zu verdanken.
Prototyp Deutscher Feuilletonist
aus: Humorkritik Titanic 6/2019 (ungekürzte Fassung)
Der Prototyp Deutsch ist ein wahrhaft „mieser Hektor“, wie ihn die Offstimme kurzerhand bezeichnet. Er trägt weiße Socken, hält einen Sack Kartoffeln in der Hand, „und seine Hose ist so weit hoch gezogen, dass sie fast seinen Hinterkopf berührt.“ Und tatsächlich: der Typ kommt famos hochbehost und auch sonst ziemlich dämlich daher, wie jetzt der Kameraschwenk an ihm rauf offenbart. „Und er läuft so als ob er aus Holz besteht,“ sagt die Offstimme, und schon stakst der Prototyp eine Straße lang wie ein Zombie. Anschließend sieht man ihn tumben Blicks vor einem Jägerzaun auf seinen Filzpantoffeln vor und zurück wippen und eine imaginäre Armbanduhr checken, und die Offstimme sagt: „Füße wippen und auf die Uhr gucken, ist das Hauptmerkmal eines Protoypdeutschen.“
Sind die Hauptmerkmale, müsste es korrekterweise heißen, aber dann wäre dieses kurze YouTube-Video möglicherweise nur noch halb so komisch. Denn neben der immens lässigen Inszenierung und der brutal reduzierten Dramaturgie ist es vor allem die freischnauze Text- und Sprechhaltung, die es zu einem höchst vergnüglichen Sehspaß macht. Barry Hammerschmidt alias Bodyformus, so der Künstler- bzw. YouTube-Name, ist sein Macher. Und gibt zugleich den Offsprecher und Darsteller, und so präsentiert er jetzt jenen prototypischen Deutschen, „der denkt, er wäre ein Kanake, obwohl er gar kein Kanake ist, und versucht so zu reden.“ Und darauf gleich noch jenen prototeutonischen „Atzen“, der bei schlechten Witzen immer lacht „wie ein quietschendes Auto“, und wenn dann Hammerschmidt einen solchen deutschen Lachsack mit großer Lust und Hingabe imitiert, fallen mir mindestens zwei meiner Bekannten ein, die tatsächlich jeden Scheiß genauso doof bequietschen.
Dass ich den YouTube-Comedian Bodyformus (mit derzeit 1,3 Millionen Abos) erst jetzt entdeckte, ist seiner Nominierung bei den diesjährigen About You Awards geschuldet; jener Influenzer-Veranstaltung neulich, auf der die Stand-Up-Comedienne Enissa Amani darum bat, nicht Komikerin genannt werden zu werden – sie erwäge sonst auszuwandern. Worauf sie die Spiegel-Online-Kritikerin Anja Rützel ausdrücklich so bezeichnete und also indirekt aufforderte, aus Deutschland zu verschwinden. Als Amani wagte, das als rassistischen Angriff gegen sie und andere migrantische Künstlerinnen zu werten, scholten Rützel und eine erstaunlich schnell anwachsende Schar von Supportern aus dem großpublizistischen Milieu sie der Hysterie und Undankbarkeit. Diese Influenzer mit den seltsamen Namen und den durchweg verdächtig hohen Followerzahlen sollten sich mal nicht gleich so haben, wenn das Feuilleton ihre YouTube- oder Instagram-Sperenzien abwatscht.
Auch der in Berlin geborene und aufgewachsene Hammerschmidt hat migrantische Wurzeln. Sein Großvater sei in Afrika ein Zulu-Häuptling gewesen, erzählte er dem Kölner Express, und er selbst als Jugendlicher häufiger in Auseinandersetzungen verwickelt worden, weil er der einzige Schwarze war auf seiner Schule. Über den beruflichen Werdegang des 29jährigen ist zu erfahren, dass er sich neben einem kürzeren Auftritt in einer Big-Brother-Staffel und einem längeren Einsatz für die RTL-Serie „Berlin – Tag und Nacht“ auch als Fußballprofi und Rapper versuchte, ehe er sein komisches Talent entdeckte. Und es dann in kurzer Zeit zum millionenfollowerschweren YouTube-Star brachte.
Die meisten Klicks räumt er mit seinen Prototyp-Videos ab, von denen die erwähnte Folge Prototyp Deutsch sicher eine der lustigsten ist. Mir gefielen aber auch die Prototypen Albaner, Russe oder Pole. Oder lösten gar, wie im Fall des mit einem 6er-Pack Sucuk telefonierenden Prototypen Türke, einen regelrechten Lachflash aus. Doch ist es keineswegs nur angeblich Nationalprototypisches, das Hammerschmidt und eine Reihe komödiantisch zum Teil höchst bewanderter „Kanaken“-Darsteller so erfrischend albern verhackstücken. Er und seine Crew nehmen sich auch Stereotypen vor wie den Club Mate trinkenden Hipster („Schmeckt nach Mundgeruch!“), den egal wie Streit suchenden Schläger („Sein Hauptberuf ist natürlich die kurze Zündschnur“) oder den Kanaken auf Klassenfahrt („Mama, ich wurde nach Hause geschickt!“). Und selbst wenn ich einräumen muss, dass längst nicht jedes Video so krass zündet wie der Prototyp Deutsch, erlebt man beim Durchklicken dieser migrantisch geprägten Satiren etliche überraschende und komische Momente. Außer vielleicht, man ist Prototyp Deutscher Feuilletonist und findet Bohemian Browser Ballett witzig.
Fritz Tietz
Konkret-Kolumne über die Doppelstandards der vielfliegenden Öko-Elite.
Ausriß: Konkret-Magazin
"Meinem Vater galt der SPD-Linksaußen Jochen Steffen gleich nach dessen Führungskadern und Genossen Willy Brandt (»Der feine Herr Frahm«), Herbert Wehner (»Fünfte Kolonne Moskaus«) und dem »Ostgrenzenverräter« Egon Bahr als »mit der schlimmste von diesen linken Brüdern«."
Fritz Tietz über den "Spezialdemokraten" Jochen Steffen (1922 - 1987)
Ausriß: Neues Deutschland
Bahlsen-Boykott, aber richtig.
Ein Erinnerungsdekret vom Zeremonienmeister der Prinzessinnenreporter Fritz Tietz
Die Pfarrisäerin
Fritz Tietz über das neue Personality-Magazin "Mitten im Leben" von Margot Käßmann
Die Erfolge sog. Personality-Magazine resultieren aus dem Versprechen, dass ihre prominenten Namensgeber die Inhalte mitbestimmen. Tatsächlich werden die Moderatorin Barbara Schöneberger, der Designer Guido Maria Kretschmer oder der Fußballer Jérôme Boateng in den Impressi der Magazine „Barbara“, „Guido“ und „Boa“ als redaktionelle Mitarbeiterinnen geführt. „Höchst bedenklich“ findet das der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). In den redaktionellen Strecken würden nämlich auch Produkte vorgestellt, an deren Vermarktung die Damen und Herren Namensgeber persönlich interessiert sein könnten. Es bestehe somit der Verdacht der Schleichwerbung, so der DJV-Justitar Benno H. Pöppelmann.
Ein Name übrigens, der noch als Magazintitel zu haben wäre. Genauso wie Margot. Doch der Herder-Verlag hat sich für „Mitten im Leben“ entschieden. Allein der irgendwie bedrohlich klingende Zusatz „Post von Margot Käßmann“ verrät, welche Personality hinter der seit April monatlich erscheinenden „Zeitschrift“ steht, wie Kässmann in ihrem Editorial die aus 16 getackerten Pappseiten bestehende Broschüre allen Ernstes bezeichnet. Da bereits im drittem Absatz ganz unverblümt ein etwas älteres und ein paar Zeilen später das brandaktuelle Produkt aus dem Hause der Glaubensunternehmerin erwähnt werden, kann man hier kaum von Schleichwerbung sprechen. Zumal das Schwerpunktthema der ersten Ausgabe zugleich ganz schamlos das ihres aktuellen Buches ist.
„Macht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!“, forderte Jesus zwar gerade nicht von den Zeitungshändlern im Tempel, was aber „Deutschlands bekannteste Theologin“ („Focus“, NDR, „Neue Presse“ et al.) und den aufs Abergläubische spezialisierten Verlag nicht daran hindern, genau das einmal mehr zu tun. Im Impressum, das sich klein unter den um so größer präsentierten Hinweis auf Käßmanns Website duckt, wird die Pfarrisäerin wohlweislich nicht genannt, dafür aber die wahrlich unchristlichen Abopreise. Bis zu 73,80 Euro im Jahr sollen und werden viele Schäfchen von der sonntäglichen Kollekte für Käßmann abzweigen.
Fritz Tietz (Autobahnpfarrer a.D.)
Screenshot: herder.de
Vor ihrer Auseinandersetzung mit der Fernsehkritikerin Anja Rützel hatte unser Autor noch nie etwas gehört von der Standup-Comedian Enissa Amani, die bei einem Fernsehauftritt neulich darum bat, nicht »Komikerin« genannt zu werden. Jetzt ist er Fan.
Fritz Tietz im ND vom 26.4.2019 Screenshot: nd-online
"Wenn man zu jener Sorte Deutscher gehört, die mit diesem immer leicht besengten Ausdruck im scheißgegenwindzermürbten Gesicht durch Deutschlands Städte eher rabackeln, denn radeln und mit autohassverzerrtem und fußgängerverachtendem Blick jedem signalisieren, der ihnen in die Quere auch nur kommen könnte: „Siehst du nicht, wie krank ich ticke? Also mach mal lieber Platz da!“ Deutsche also wie ich – und du nicht. Kampfradler eben.”
Sohn einer Hupe – Ein versierter Hamburger Kampfradler gibt Einblicke in den Alltag auf zwei Rädern.
Bericht von Fritz Tietz in der Taz vom 11.4.2019.
Foto: Marit Hofmann
Aus ganz alten Archiven! Der Artikel erschien 1977 (in Worten: Neunzehnhundertsiebenundsiebzig) in einer Publikation des Verbands des Deutschen Zweiradhandels. Der Unterprimaner am Transpi rechts ist Fritz Tietz der links sein Freund Pingi. Bei dem Radweg handelte es sich übrigens um den entlang der Bielefelder Beckhausstraße zwischen Johannesstift und Am Lehmstich. Er war also gerade mal 500 Meter lang und einer von ungefähr drei einigermaßen befahrbaren damals in der Stadt.
Noch einmal im Radio: Fritz Tietz’ kleines O-Ton-Feature über das Coaching von U-Bahnbettlern. Ein eher parodistisch angelegtes Experiment, das am Ende immerhin erahnen lässt, dass der sogenannte freie Markt mit seinen allseits beschworenen Leistungs- und Optimierungsdogmen eben doch nicht alles zum Besten regelt. Es sei denn, man betrachtet Bettler als funktionswichtige Marktteilnehmer, deren Aufgabe darin besteht, alle anderen, die noch nicht in Armut und Unwürde abgerutscht sind, durch Abschreckung dazu anzuspornen, auch weiterhin und ohne zu murren das Hamsterrad zu treten.
Freitag, 5. April, Deutschlandfunk, 20:10 Uhr. Ab sofort auch über die Dlf-Mediathek abrufbar.
Der neuste Trend auf der Leipziger Buchmesse: Vorleseliteratur für Hunde. Ein Exklusivbericht vom Zeremonienmeister der Prinzessinnenreporter Fritz Tietz.
Heute tauchte ein Film auf, der 1979 von einer Gruppe um Kurt Johnen auf dem Bielefelder Alternativfestival Spätfrühling gedreht wurde. Die Bildqualität hat in den fast 40 Jahren sehr gelitten. Der Ton ist erstaunlich gut.
Die drei Screenshots zeigen die drei Mitglieder des Bielefelder FRAPP-Theaters Fritz Tietz, Andreas Grube und Harald Lippert im Interview mit den Filmemachern. Andi und Harald sind schon lange tot. Fritz lebt noch. Nur die Haare hat er heute nicht mehr ganz so schön.
Der Film wird neben einigen weiteren außergewöhnlichen und selten gezeigten Filmen im Rahmen der “Spätfrühling-FRAPP-Retrospektive – 40 Jahre danach” am 7. Juli 2019 in der Bielefelder Bürgerwache öffentlich aufgeführt.
Auf dem Niveau jetzt also ... Fritz Tietz’ Hausbesuch bei Frau Annegret Kramp-Karrenbauer (FAKK) am 11. März in der taz.
Nach den Radiokoryphäen Reinhard Schneider (Neun Stockwerke Deutschland, WDR 2010) Tom Schimmeck (Vier Schüsse in Missoula, NDR/Deutschlandradio 2015), Marina Frenk (Jenseits der Kastanien, MDR 2016) und Hermann Bohlen (Lebensabend in Übersee, WDR 2014) ist Fritz Tietz mit seinem Featuredebüt (Es darf ein bisschen mehr sein, Deutschlandfunk 2017) der fünfte Gast im Hamburger Hörkiosk.
Wer nicht kommen kann: Das U-Bahnbettler-Feature wird am 5. April 2019 erneut im Deutschlandfunk gesendet.
> Schon die ersten Schrotthaldenbilder intakter Dieselautos lösen beim Publikum einen begeisterten Fahrradklingelsturm aus. Das "arme Stuttgarter Dieselwürstchen“ (Weisbrod), das anschließend den Fehlkauf seines Diesels beklagt, wird mit höhnischen „Mimimi“- und „Fahr-doch-Rad“-Rufen belegt. Vereinzelt werden Rotzfahnen geworfen. Schlagartig aber ändert sich die Stimmung, als Jürgen Resch ins Bild kommt. Der Chef der Deutschen Umwelthilfe wird hier wie kein Zweiter verehrt. „Resch! Resch! Resch!“, skandieren die Hater in Stakkato, besingen ihren Helden des Dieselfahrverbots mit „Jürgen, Jürgen, schalalala, schalalala“. Doch das ist nur die Ouvertüre <
Ein Bericht von Fritz Tietz in der Taz-Wahrheit.
Screenshot aus: taz.de