Feminismus bedeutet anerkennen, dass Frauen* vielfachen Diskriminierungen unterliegen. Das bedeutet für manch andere, auf Privilegien zu verzichten, wenn längerfristige Veränderungen der Struktur erreicht werden sollen. Feminismus bedeutet, Frauen* die Möglichkeit zu geben, sich nach eigenen Vorstellungen zu entfalten. Es bedeutet, die Vorstellungen erst möglich zu machen, indem bisherige Stereotype hinterfragt und gebrochen werden. Feminismus bedeutet gleiche Rechte für LGBTI (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Intersexual). Feminismus ist notwendig für ein Sichtbar-Machen, das heißt ein Sichtbar-Werden-Lassen. Es bedeutet, Menschen Macht zu geben. Macht über Recht und Unrecht, richtig und falsch, gut und schlecht. Definitionsmacht. Es ist hier zu hinterfragen, ob das Instrument der Macht nicht immer erst dann weitergereicht wird, wenn dies von den vorherrschenden Machtstrukturen akzeptiert wird. Feminismus ist also Aufruf zu Ungehorsam. Feminismus ruft auf zu Ungehorsam, um das Machtinstrument zu teilen und Definitionsmacht zu erlangen. Erst durch eine völlige Gleichstellung kann erreicht werden, dass Kategorisierungen unbedeutend werden, weil sie nicht mehr mit Diskriminierung und Unsichtbarmachung einhergehen. Feminismus ist einem ständigen Diskurs unterworfen, der feministisches Handeln selbst diskutiert und weiterentwickelt. Ja, es gilt, PoC (People of Color) die Bühne zu überlassen. Feminismus ist mehr als Alice Schwarzer bei Jauch. Feminismus wehrt sich aktiv gegen den Vorwurf des jungen Feminismus, der die Massenmedien von seiner Wirksamkeit nicht überzeuge. Auch Alice Schwarzer oder Olympe de Gouges gehörten zu einem jungen Feminismus. Feminismus ist per se jung, da er von ständiger Weiterentwicklung geprägt ist. Feminismus ist kein Einheitsbrei, Feminismus ist stets diskutierend. Denn nur Widerspruch führt zu Weiterentwicklung. Eine Weiterentwicklung durch Widerspruch ist bedingt durch Respekt füreinander. Das Respektiert-Werden gibt mir den Raum, mein Handeln und meine Stereotype zu hinterfragen. Feministinnen sind nicht per se Männer*hasserinnen. Doch es gilt, den Frauen*, die Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch erlebten, als Objekt wahrgenommen wurden, die Macht zu belassen. Und es gilt erst recht, auch jenen, die dies nicht erleben mussten, selbige Macht einzugestehen.
Feminismus hilft, sich wohl zu fühlen. Wenn der Mann* hinter mir die Straßenseite wechselt, damit ich mich nicht verfolgt fühle. Feminismus soll Unwohlsein bringen. Unwohlsein durch das Bewusstwerden eigener Privilegien.