//Achtung Spoiler!//
Wer regelmäßig im WWW surft, dem ist wahrscheinlich dieser Begriff schon vorgekommen - Spoilerwarnung oder Achtung Spoiler!
Natürlich werde ich Euch in sorgfältiger Manier nicht nur die Bezeichnung erläutern, sondern zudem auch verraten, warum Spoiler gar nicht so schlimm sind wie alle denken - ganz im Gegenteil sogar.
Nun gut, woher kommt dieser Begriff zunächst erst einmal überhaupt?
Dank der weit verbreiteten und beliebten Nutzung von Anglizismus, besonders unter Jugendlichen, muss ich Euch wahrscheinlich nichts Neues erzählen. Das Wort kommt aus dem Englischen (to spoil) und bedeutet so viel wie verderben. Metaphorisch steht dies aber für das Vorweggreifen von Informationen oder Handlungen, die man noch nicht kennt oder gesehen hat. Dies kommt besonders im Kontext von Filmen und Serien vor. (vgl. Redaktion 59plus)
Durch das Internet hat sich dieses soziale Phänomen zu einem sozialen Medienphänomen entwickelt. Überall werden Filme und Serien angeboten, die Auswahl scheint unendlich zu sein. Dies ist natürlich der Nährboden für Spoiler, welche sich besonders in sozialen Netzwerken tummeln, da man seine Erfahrungen aus dem letzten Film nun mal gerne teilt. Nicht umsonst haben solche Menschen oder allgemein der Spoiler nicht gerade einen tollen Ruf. Argumente dagegen gibt es reichlich - es würde den Überraschungsmoment entnehmen, die Intention eines Films wird vorweggenommen oder schlichtweg der Spaß entfällt.
Ganz schön schwierig da Contra zu geben. Schwierig, aber nicht unmöglich! Eine wissenschaftliche Studie der University Of California belegt, dass Spoiler unser Filmvergnügen nicht beeinflusst! Der von vielen umworbene Überraschungseffekt sei schlichtweg überbewertet.
Doch nun kurz zu den Rahmenbedingungen: Testpersonen wurden verschiedene Kurzgeschichten gegeben, welche sie lesen sollten. Danach wurde die Gruppe in zwei aufgeteilt, wobei die erste Gruppe einfach nur lesen und anschließend bewerten sollte. Bei der zweiten Gruppe wurde jedoch das Ende oder wichtige Schlüsselmomente der Geschichte verraten - nun könnt ihr euch das Ergebnis wahrscheinlich schon denken oder? Die “gespoilerten” Probanden bewerteten die Geschichten statistisch gesehen deutlich besser als die anderen.
Dies ermöglichte einen kompletten Perspektivwechsel und man forschte anhand eines weiteren Experiments, ob Spoiler sogar die gesamte Geschichte verbessern, oder nur das vorweggenommene Ende noch befriedigender machen. Dazu wurden die Probanden gespoilert, kurz vor Ende jedoch unterbrochen, bevor sie zum Ende der Geschichte kamen. Auch hier wurden die unfertigen und gespoilerten Geschichten tendenziell besser bewertet.
Erklärungen lassen sich laut den Forscher darin finden, dass wenn man den Ausgang einer Geschichte schon kennt, man sich besser auf andere Dinge, wie Charakterentwicklung und Filmästhetik, konzentrieren könne. Als Beispiel nennen die Forscher eine Fahrt entlang der kalifornischen Küste - kennt man diese Strecke aufgrund vieler Fahrten schon, kann man sich viel mehr entspannen und den Ausblick genießen. Genauso ist es ja auch im Film - nur weil wir einen Film schon kennen, heißt es ja nicht, dass wir diesen nicht mehr genießen können. Auch beim 101-mal Schauen seinen Lieblingsfilms hat man noch Vergnügen oder kann sich abseits der Handlung auf andere Elemente fokussieren.
Betont wird bei diesem Ergebnis aber auch, dass Spoiler nichtsdestoweniger sensibel betrachtet werden soll. Filme und Serien kann man faktisch eben nur einmal zum ersten Mal schauen - und wenn dies komplett unvoreingenommen passieren soll, dann sollte man diesem Filmvergnügen auch nicht im Weg stehen. (vgl. quarks)
Eine sehr nachvollziehbare Schlussfolgerung, welche ich ebenfalls teile. Was denkt ihr über Spoiler? Fluch oder Segen?
Nachfolgend könnt ihr euch Kernaussagen dieser Studie auch in Form eines Videos audiovisuell nachverfolgen.
Quellen:
Redaktion 59plus (2017) Achtung spoilern – Was bedeutet das eigentlich? online unter: https://www.59plus.de/achtung-spoilern-bedeutet-das-eigentlich/ (03.03.2020)
Redaktion Quarks (2018) Darum ist es nicht schlimm, wenn dir jemand das Film-Ende verrät online unter: https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/spoiler-sind-nicht-so-schlimm-wie-du-denkst/ (03.03.2020)
Leavitt, Jonathan D. /Christenfeld, Nicholas J. S.: Story Spoilers Don’t Spoil Stories, Psychological Science, XX(X) 1–3, 2011









