Wir haben uns seit Wochen nicht gesehen. Ich vermisse ihn. Und gleichzeitig wünschte ich, wir würden uns einfach nie mehr begegnen.
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@mangelhaftblog
Wir haben uns seit Wochen nicht gesehen. Ich vermisse ihn. Und gleichzeitig wünschte ich, wir würden uns einfach nie mehr begegnen.
Morgen, Kinder, wirds nichts geben
Morgen, Kinder, wird’s nichts geben Nur wer hat, kriegt noch geschenkt. Mutter schenkte euch das Leben. Das genügt wenn man`s bedenkt. Einmal kommt auch eure Zeit. Morgen ist`s noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden. Reiche haben Armut gern. Gänsebraten macht Beschwerden. Puppen sind nicht mehr modern. Morgen kommt der Weihnachtsmann. Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Straßen! Dort gibt`s Weihnachtsfest genug. Christentum vom Turm geblasen, macht die kleinsten Kinder klug. Kopf gut schütteln vor Gebrauch! Ohne Christbaum geht es auch.
Ich lese meine Zukunft in seinen Augen. Sie ist kalt und einsam.
Das Lied der Kraniche
Aus der Ferne ertönt der Ruf der Kraniche, ihr Lied trägt die Botschaft vom Ende des Sommers übers Land. Sie prophezeien dunkle und kalte Tage und sind selbst der Sonne im Süden zugewandt.
Doch was an ihrem Sammelplatz gesungen wird, ist mehr als ein düsterer Ausblick auf die kommende Zeit. Da ist Freude über das Wiedersehen alter Freunde und Abenteuerlust, denn die Reise ist weit.
In ihren Tönen mischen sich, Angst und Euphorie, Verzweiflung und Hoffnung. Niemand versteht Gegensätze so gut wie sie.
Und plötzlich bleibt es still auf den Feldern und Wiesen, ihre Abreise am Morgen hat kaum einer bemerkt. Im nächsten Frühling kehren sie mit neuen Liedern zurück, singen von Abenteuern und sind im Lebenswillen gestärkt.
Mosaike
Nicht immer, nur in Scherben ist der Mensch, sind wir, uns selbst ganz nah.
Jede Lebensscherbe, ging aus einem Riss hervor, der knirschend, schmerzhaft durch unser Gewissen drang.
Als Ganzes sind wir unschuldig, gedankenrein, vollkommen, opferwillig.
Doch mit jedem Riss, mit jeder Scherbe, stumpft unser Gefühl, und wird das Ego scharfkantiger.
Dann brauchen wir Andere, Menschen, Lebenskünstler, die aus unseren Schwächen Mosaike bauen.
Die sich auf Form, auf Symmetrie verstehen. Die Gleichgewicht uns schenken und Schönheit neu entdecken.
Ob wir als Scherbenhaufen oder Kunstwerk einst die letzten Sonnenstrahlen atmen, hängt stets vom Künstler ab.
Nur wer vertraut und hofft und liebt, kann als Ganzes einst zerfallen.
Emotionale Intelligenz ist wie ein Fluch. Man kann niemanden wirklich hassen, weil man immer nach dem Grund sucht, warum jemand so gehandelt hat, wie er es tat.
Die Leichtigkeit verbirgt oft den täglichen Kampf. Das Leid das niemand sehen darf. Weil wir uns schämen. Weil wir wissen, dass man unsere Schwäche gegen uns ins Feld führen wird.
Morgennebel
Ich verweile und beobachte wie der Nebel über die Felder zieht. Die Strahlen der Morgensonne funkeln in der Luft, während die Dämmerung sich vor dem Tag ergibt.
So flüchtig wie der Nebel selbst, ist der Frieden in diesem kurzen Moment. Der Gesang der Vögel weicht der Symphonie der Stadt, in der Niemand mehr Jemanden kennt.
Ich folge dem Sog in die Tristesse, verschwinde hinter dem Vorhang der Anonymität. Verpflichtung. Verantwortung. Produktivität und Leistung. Ist es für Freude, Wärme und Liebe vielleicht schon zu spät?
Wenn der Tag endet, sind Alle müde und leer. Keine Kraft für Hoffnung, keine Zeit für Gegenwehr.
Und der nächste Morgennebel, siegt schließlich wieder über die Stille der Nacht. Erst wenn er sich längst verflüchtig hat, werde ich mir wünschen, ich hätte es genau wie er gemacht.