Man gibt so viel, aber man bekommt trotzdem nur einen Arschtritt als Abschiedsgeschenk
Ich muss das jetzt einfach mal loswerden…
Seit 3 Jahren befinde ich mich in einem ständigen Auf- und ab…man könnte sagen Wechselbad der Gefühle. Wobei der Teil der Enttäuschung und die Eisamkeit überwiegt.
Es gab zugegebener Maßen einige Lichtblicke und schöne Momente, aber diese nützen nur wenig wenn man am Ende immer wieder allein da steht und dann meistens mit noch schlimmeren Voraussetzungen als vorher.
Ich war schon öfter Single im Leben, mehr sogar als vergeben (cool das reimt sich sogar). Allerdings war ich früher eben auch noch jünger, dynamischer und zuversichtlicher als heute. Mit jedem Jahr was verstrichen ist, war der Wunsch nach “Ankommen” und der Ausblick auf eine gemeinsame Zukunft größer. Früher habe ich mir selbst immer gut zureden können (“alles wird gut…du bist ja noch jung…wird schon irgendwie irgendwann…”). Heute würde ich mir diese Worte selbst nicht mehr glauben.
Alles fing mit Mitte zwanzig an. Ich lernte eine Frau kennen…die ersten Wochen verliefen super, nachdem ich vorher knapp drei Jahre Single war und lange mit der Trennung meiner ersten richtigen Beziehung zu kämpfen hatte (den Rest der drei Jahre hatte ich vergeblich versucht meine angeborene Schüchternheit und menschenscheue Art zu überwinden).
Nach einigen Wochen des Glücklichseins dann der Schock: meine neue Freundin erzählte mir unter Tränen dass sie noch Gefühle für ihren Exfreund habe und nicht wisse wie sie jetzt weiter machen solle. Sie erzählte mir auch, dass die beiden sich getroffen hatten um darüber zu reden. Lässig wie ich war und noch im Rausch der letzten drei miesen Jahre gefangen sagte ich ihr (und mir innerlich ebenso): “es ist ok, sowas kann passieren…du brauchst dir keine Vorwürfe machen…”
Ich nahm meine Sachen und ging. Ich hielt es für das beste und klügste mich rauszuhalten (im Nachhinein wäre es auch das beste gewesen, aber es kam ganz anders).
Am nächsten Tag wollte sie eigentlich nur noch ein paar Sachen vorbeibringen, blieb aber dann doch auf einen Kaffee. Wir redeten. Kurz und auch recht entspannt. Ich war sehr gefasst und wusste ja was mich erwarten würde. Abschied. Ich war darauf vorbereitet. Alles gut. Wir liefen die Treppe herunter und sie umarmte mich ein letztes Mal. In meinen Augen sammelte sich etwas Wasser…eine kleine Träne der Traurigkeit formte sich…nicht darüber dass sie gehen würde…sondern eher noch weil man wusste man war wieder mal allein. Wie schon so oft vorher…wie immer eigentlich, sowohl in der Kindheit als auch in der Pubertät…man war immer irgendwie allein…mit den Gedanken sowieso.
Keiner wusste wie man fühlt, was man sich wünscht…oder was man sich erhofft. Es war so wenig und doch so viel. Ich habe es niemandem verraten. Ich habe mich geschämt, ich war neidisch…und selbst dafür habe ich mich geschämt weil ich neidisch darauf war das andere das alles hinbekommen und ich eben nicht…und obwohl ich mich bemüht hab schämte ich mich dafür andere deswegen zu beneiden weil ich wusste: das tut man nicht.
All diese Gefühle spiegelten sich in dieser einen kleinen Träne wieder….es war nicht gewollt, aber es war auch das erste mal in meinem Leben, dass ich meine Gedanken und Gefühle nicht vor einer Person verbergen bzw. zurückhalten konnte. Die Person hatte zwar keine Ahnung um welche Gefühle es ging aber sie bemerkte meinen Kummer.
Sie bezog es allerdings auf unsere Trennung. Und in diesem Moment wurde ihr klar: “ich will das garnicht…ich war doch glücklich mit dir”!
Ich war vollkommen überrascht über diese Reaktion. Plötzlich warf sie alles geplante über den Haufen. Nichts lief so ab wie erwartet. Und genau so sollte sich diese Beziehung dann auch wieder weiterentwickeln. Zu meinem Bedauern leider.
Wir blieben also zusammen. Aber alles wurde anders…sie wurde anders. Sie wurde misstrauisch…sie kontrollierte mich…und sie rastete aus. Ich kann bis heute nicht sagen was der Auslöser dafür war, dass sie sich so entwickelt hat, und ebensowenig warum ich mir diese Beziehung trotz des vielen Leids noch über anderthalb Jahre angetan habe.
Ich kann und möchte nicht so viele Details dieser Zeit berichten, aber es ging von Kontrolle meines Handys und Computers über ständige Streits wenn man unterwegs war, über Androhungen mit Gewalt gegenüber mir als auch ihr selbst gegenüber (als eine Art Erpressung) …bis hin zu Kontaktverbot zu bestimmten Freunden…die dann letztenendes auch das endgültige Ende dieser Beziehung besiegelten.
Fast zwei Jahre gingen so ins Land. Dann die Trennung…die Erlösung von dem Albtraum. Ich fühlte mich frei. Alles war gut. Nebenbei sei erwähnt, dass sie nach drei (!) Wochen bereits “frisch verliebt” war. Nicht dass es mich interessiert hätte, allerdings fand ich es sehr…sagen wir mal erschreckend wie jemand der sich so sehr auf mich und diese Beziehung fixiert hatte auf einmal alles verdrängt und sich auf etwas anderes stürzt. Aber gut, ist ja nicht mein Leben. Jeder muss selbst wissen was für einen das Beste ist.
Die ersten Monate vergingen. Ich war zwar allein, aber ich konnte mich gut damit anfreunden. Es kam der Winter…man war öfters zu Hause. Und so langsam kamen die Gefühle von früher wieder hervor. Die Fragen: “warum bin ich allein, wieso lerne ich nicht einfach ein nettes Mädchen kennen, was mache ich falsch?” Sie bohrten sich in mein Gehirn…und mit jedem Tag der verstrich und mit dem man näher an die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel heranrückte, wurden sie lauter.
Ich fand in diesem Jahr leider keine Antwort mehr. Und auch das Jahr danach sollte nicht besser werden. Es gab zwar einen kurzen hoffnungsvollen Moment, der allerdings wurde durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zunichte gemacht. Ich belasse es bei dieser Erwähnung da es nicht einmal zu einer Beziehung gereicht hatte…nicht mal zu einer kurzen gemeinsamen Zeit.
Das nächste Jahr kam und ich war vollkommen in meiner Ernüchterung gefangen. Es sollte halt nicht sein. Es wird wahrscheinlich alles so bleiben. Es ändert sich sowieso nichts mehr.
Ich war mittlerweile genau so lang wieder Single wie vorher in der erwähnten Beziehung. Da lernte ich ein Mädchen kennen…hübsch…süß…leider viel zu jung. Auch hier keine Aussicht auf gemeinsames Glück. Kurze Zeit später eine neue Bekanntschaft. Wieder sehr jung, aber diesmal jedoch verlief es anders. Sie verliebte sich in mich…ich konnte es nicht glauben…ich wollte es kaum glauben. Ich dachte: “Sie ist zwar sehr jung, aber was hab ich zu verlieren? Man sollte es auf einen Versuch ankommen lassen…”. Gesagt, getan.
Was folgte waren ein paar schöne gemeinsame Monate…sechs um genau zu sein. Wir hatten Spaß und manchmal auch Stress…aufgrund ihrer beruflichen Situation, es war allerdings nie ernsthaft schwierig. Dann ist mir leider der Fehler unterlaufen weswegen ich für drei Monate auf meinen Führerschein verzichten musste…zu schnelles Fahren. Sie begann eine Ausbildung bei meinem Arbeitgeber. Diese beiden Umstände brachten uns zu dem Punkt an dem man sagen konnte: “lass uns doch eine gemeinsame Wohnung suchen…das passt doch gut.” Was wir dann auch taten. Die Wohnung war super. Der Umzug war ein Kinderspiel. Es war alles zu schön um wahr zu sein.
Leider wurde ich aus meiner Freude über diese unglücklichen Umständen mit happy end bitterböse herausgerissen. Wir gingen aus. Eine Party…sie lernte jemand anderen kennen und nur einen Monat nach dem Einzug verschwand die junge Dame innerhalb von nur vier Tagen nach dieser Party auf nimmer Wiedersehen. Sie holte selbstverständlich noch später alle Sachen so dass ich erstmal in einer leeren Wohnung saß (ich hatte ja vorher keine eigenen nennenswerten Möbel).
Damit musste man rechnen…sie war ja noch jung. Richtig. Nach kurzer Verzweiflung war ich wieder gefasst und bemühte mich, es mit Fassung zu tragen. Einige Wochen später die nächste Bekanntschaft. Wow! Läuft ja besser als gedacht. Und was für eine tolle Frau sie war. In meinen Augen wäre es die Frau gewesen, die ich gern als meine Freundin und vielleicht spätere Ehefrau bezeichnet hätte. Leider kam es nie dazu, denn irgendetwas nahm ihr die anfänglich starken Gefühle mir gegenüber. Das kam überraschend und verlief gefühlt in nur wenigen Tagen ab. Es traf mich unerwartet und auch sehr hart. Es fühlte sich an wie ein k.o.-Schlag. Ich denke noch heute über diese Person nach…und weiß leider auch bis heute keinen genauen Grund für dieses Ende. Die Trauer darüber scheint unendlich zu sein. Aus meinem Kopf verschwindet sie jedenfalls nur sehr sehr langsam.
Es folgte eine Beziehung…eine Arbeitskollegin. Ich war sehr skeptisch ob es gut gehen würde. Sie war stürmisch. Überschwänglich. Dominant. Es dauerte fast ein halbes Jahr sich daran zu gewöhnen. Aber dann, so dachte ich zumindest, konnte man recht gut damit umgehen und eventuell sogar überlegen die Beziehung so weit zu vertiefen, dass man über eine neue gemeinsame Wohnung nachdenkt. Das wurde dann kurzerhand von ihr unterbunden, indem sie sich vollkommen von mir entfernte und kurze Zeit später auch von mir getrennt hat. Wiedereinmal ohne Angabe von plausiblen Gründen…wiedereinmal trotz vorheriger überschwänglicher Gefühle und wiedereinmal hatte ich das Gefühl, dass ich nicht gut genug bin.
Wir befinden uns mittlerweile fast im hier und jetzt. Was folgte war eine Urlaubsbekanntschaft die genau so schnell verschwand, wie sie gekommen war. Nix mega aufregendes. Es wäre sicher schön gewesen, aber es sollte anscheinend einfach nicht sein. Gut. Dachte ich. Und somit befand ich mich wieder auf dem Weg zu Ernüchterung. Alles wie gehabt. Mit der Ausnahme dass ich mittlerweile am liebsten schon in einer langjährigen glücklichen Beziehung verweilen würde und auch eine dicke fette drei mein Alter bestimmte. Nicht schön, aber auch nicht zu ändern.
Vor ein paar Wochen dann wieder eine der mittlerweile vielen Onlinebekanntschaften (sie wurden nur teilweise oder garnicht erwähnt, mangels wirklich erfolgreicher Ergebnisse). Das einzige was positiv zu erwähnen ist: die Schüchternheit hat zumindest beim schreiben und den ersten Treffen etwas nachgelassen, aufgrund der jetzt vorhandenen Übung.
Mit der neuen Bekanntschaft lief es zu Anfang recht gut. Wie immer eigentlich. Sympathie, Anziehung…alles ok. Dieses Mal jedoch wollte mein Kopf dass ich etwas anders mache als vorher. Ich sollte trotz der guten Umstände erstmal Zurückhaltung üben. Ich blieb vorsichtig. Und es lief unerwartet gut. Trotz zurückhalten meinerseits, war sie sehr angetan.
Dann der erste Zweifel. Sie wollte es lieber beenden weil sie Angst davor hatte, verarscht zu werden. Obwohl ich noch nie fremd gegangen bin und ich es auch nicht vor hatte. Wir waren ja auch noch nicht zusammen. Es war eine reine Selbstschutzreaktion ihrerseits.
Ich versuchte sie davon zu überzeugen, der ganzen Sache etwas mehr Zeit und Vertrauen zu geben. Es gelang mir sie zu überzeugen.
Kurze Zeit später: das gleiche nochmal. Da bekam dann auch ich selbst langsam Zweifel an der Sache. Aber ich wollte nicht aufgeben. Nicht schon wieder. Ich bemühte mich ihr zu zeigen, dass ich es wert bin es zu versuchen. Ich wollte dass wir einander vertrauen. Es half nichts. Sie entschied ein drittes und letztes Mal…gegen mich. Diesmal allerdings mit der Begründung, dass sie selbst nicht wisse was sie will. Und das trotz ihrer kurz vorher erwähnten wünsche nach Geborgenheit und gemeinsamer Zukunft mit mir und ihrem Kind. Ich war wieder einmal überrascht. Immer wenn ich einen Schritt in Richtung der Person machte, entfernte sich die Person immer weiter. Bis heute. Seit zwei Tagen schreiben wir garnichts mehr. Vom sehen braucht man garnicht zu reden. Erstaunlich dass sich diese Verhaltensmuster bei vollkommen unterschiedlichsten Typen von Frauen immer und immer wieder wiederholen.
Es ist traurig zu sehen, das in der heutigen Zeit Skepsis und Vorsicht offensichtlich anziehendere Wirkung haben als Zuversicht, Vertrauen, Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit.
Was folgt, ist die Ernüchterung. Traurige Wahrheit. Erkenntnis und erzwungene Duldung der Einsamkeit. Leider.
Mit traurigen Grüßen an alle die ähnliche Erfahrungen machen durften oder die Verständnis für diesen Text aufbringen konnten.
Herzlichst,
Ich













