Ich glaub die größten Bedenken hatten wir wegen der Höhenkrankheit. Schließlich kann sie jeden erwischen. Man kann nichts dagegen tun. Ausdauer und Kondition kann man trainieren, die Höhe, ja die packt dein Körper oder halt nicht. Das einzige was hilft um sie vorzubeugen und zu verhindern ist langsam aufsteigen und den Körper an die Höhe anpassen lassen. “Hoch steigen, tief schlafen”.
Vielen ist die Gefahr, die von dieser Krankheit (AMS = Acute Mountain Sickness) ausgeht nicht bewusst. “Ja dann bekomme ich halt ein bisschen Kopfschmerzen” hatten wir einmal von einem jungen Wanderer gehört, als wir uns bei einer Tasse Tee darüber unterhalten haben. Nur das es, wenn man nicht auf die Symptome eingeht, nicht nur bei Kopfschmerzen oder Übelkeit bleibt. Steigt man trotz Warnsignale weiter auf kann es zu Höhenlungen- und Höhenhirnödemen kommen, die sofort behandelt werden müssen, sonst führen sie zum Tod. (sehr interessanter Artikel hierzu von bergsteigen.com)
Wie gesagt hilft langsames aufsteigen und Tage der Aklimatisierung. Innerhalb dieser Tage sollte man ohne Gepäck etwas weiter aufsteigen um etwas tiefer zu schlafen.
Wir hatten für unsere Aklimatisierung den Ort Manang gewählt. Hier gibt es zahlreiche Wanderungen die nur ein paar Stunden dauern und bei denen man gut 500 – 600 hm aufsteigt.
Nach unserem Regentag bei unserer Wanderung nach Lower Pisang erwartete uns für unseren Weg nach Manang wieder strahlender Sonnenschein. Sanga hatte uns bereits am Vortag erklärt, dass wir nicht die Straße nehmen werden, sondern einen kleinen aber lohnenden Umweg machen. Und ich muss sagen, dieser Umweg hat sich wirklich gelohnt. Nach einem schon ordentlichen Anstieg sind wir zu einer kleinen Aussichtsplattform gelangt. Von hier aus konnte man das ganze Tal überblicken und hatte einen guten Blick auf Annapurna 2 und 4 und den Manasulu Peak (übrigens wohl auch eine sehr schöne Rundtour – wurde bereits auf meine Liste gesetzt)
Der Weg nach Manang zieht sich dann etwas, die Landschaft wird hier schon immer karger. Sanga hatte Recht, alle 100 hm verändert sich die Landschaft und Natur. Laubbäume sind hier schon nicht mehr so viele zu finden, immerhin sind wir hier schon auf 3.500 hm. Nach der längeren Strecke nach Manang hatte ein Teil unserer Gruppe einen kurzen Motivationseinbruch, aber Lemon Tea und Tibetian Bread helfen da schon wieder ganz gut. Und ein Blick auf den Gletscher von Gangapurna. Den konnten wir von unserer Wanderung am nächsten Tag aus noch ein bisschen besser sehen. Zur Aklimatisierung sind wir ca. 500 hm aufgestiegen, oben gab’s dann eine Tasse Tee, ganz viel schöne Aussicht und jede Menge Gebetsfähnchen. (übrigens fand ich eine Erklärung für diese Fähnchen besonders schön: mit den Fähnchen werden die Gebete und Wünsche mit dem Wind in den Himmel geschickt – deshalb hängen lassen bis sie von selbst abfallen, dann sind alle Gebete angekommen)
Von Manang aus ging es dann über Ledar, mit einer zweiten kurzen Aklimatisierungswanderung, Richtung Thorong Pedi. Unser Guide hatte auf meine Begleiterin ein wachsames Auge, da sie seit Manang mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte, diese aber meistens unterm wandern besser wurde. Wir waren froh, den Porter doch nicht nach Hause geschickt zu haben, er übernahm nämlich bereits ab Chyamche ihren Rucksack.
Auf dem Weg nach Thorong Pedi wurde uns erstmal bewusst wie viele Menschen tatsächlich auf diesem Trail unterwegs sind. Von einsamen Wegen ist hier wohl schon länger nicht mehr die Rede und an manchen Aufstiegen haben sich schon Muli-Treiber nieder gelassen, die müde Wanderer nach oben bringen. Tatsächlich merkt man die Höhe hier schon enorm und der Rucksack fühlt sich zum ersten Mal ein bisschen schwerer an. Um mir den Aufstieg am nächsten Tag etwas zu erleichtern hab ich noch eine zusätzliche kleine Wanderung von Thorong Pedi zum High Camp gemacht – ohne Rucksack zwar, aber ich glaub sie hat ganz gut geholfen um zu sehen was am nächsten Tag auf uns zu kommt.
Nepal Teil 2 – Auf zur ersten Aklimatisierung Ich glaub die größten Bedenken hatten wir wegen der Höhenkrankheit. Schließlich kann sie jeden erwischen. Man kann nichts dagegen tun.