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medien lachen
2015, Alsa Mynkett
Die Medien lachen an. Das Fenster ist verriegelt mit Holz, es riecht nach Holz, eine kleine wirre Mücke fliegt umher. Von allen Seiten rufen die Menschen. Sie schreien nach Liebe und raus aus der Einsamkeit, während sie die Fantasiewelt vergrößern. Die Medien spucken Kommunikation. Die Medien spucken Verbindungen. Doch alles drum herum ist der Mensch, welcher jegliche Art Projektionsflächen auszufüllen versucht. Ich höre die Strasse, weil heute die Fenster ausgerissen wurden und anstatt jenen Fenstern sind es Bretter geworden. Aus Glas wird Baum. Und an den Rändern fliesst die kalte und schmutzige Luft der Strassen hinein in meine Bronchien. Ich liege im hintersten Eck und der kleine PC rennt. Er strengt sich an. Es ist kalt. Meine Füße sind kleine Kältefetzen. Ich atme tief ein und tief aus. Die Drehscheibe hängt neben mir an der Wand. Sie zeigt Reibungsfläche. Alles was ich sagte, ist nicht mehr. Mein Gedanke fährt wirre Achterbahn. Oder doch nicht? Ich schaue hinab, ich sehe fluoreszierende Torso Bruchstücke aus Polyester und Plastik. Umwandert mit einem Gefühl des Neubeginns. Wie referiert man wieder zum Anfang. Wenn das Schreiben als Medium zum Tippen wird. Ich bin dann zu schnell. Setze ab, schreibe schnell die Brücke hinzu und vergesse den nächsten Anfang. In diesem Raum ist alles kalt, nur nicht das Licht. Es scheint ganz warm gelblich durch meine Linsen. Überall stehen Gegenstände gegen Menschen. Und die Bücher. Ich werde ein paar Seiten lesen für das Verständnis vom Anfang - muss man anfangen. Die Medien lachen, ist copy paste.
statikos
2014, Alsa Mynkett
Sie ist Statikerin. Sie berechnet gern Spannung und die Kräfte zwischen den Objekten, zwischen dem, was sie zum Stillstand bringen könnte. Ihren alten Hund hat sie Statikos genannt, der schönste Hund in ihrer Kindheit und Erwartungen auf ein ewiges Zusammensein sprach aus den kleinen Herzen des jungen Mädchen, das sich voll und ganz der Zuwendung des Hundes hin gab.
In dieser Zeit, wo sie sehr gut in der Schule alle Erwartungen ertrug und erfüllte, wusste sie nichts über Apoptose, in der alle unnötigen und giftigen Zellen in einem mehrzelligen Organismus programmiert sich selbst töten.
Statikos, er litt unter zu viel Liebe, zu viel Zuneigung, kräftig gebaut, erfuhr er eine zunehmende Einengung von diesen Mädchen, dass doch ihr Bestes gab, damit der Hund nicht stirbt. Sie hatte nur Angst ihn zu verlieren, wie gern sie Dinge zur Starre brachte, starrte in die Zukunft mit der Zuneigung zum Hund.
Aber Statikos hatte eine andere biologische Halbwertszeit. Durch eine genetische Abnormalität war sein programmierter Zelltod marginal in der Ausprägung bei gefährlichen Zellen ausgeprägt, die guten gesunden Zellen sind nach und nach abgestorben.
Für die Statikerin war es ein Zeichen, noch tiefer in ihr Denken zu fallen, dass einfach war: "Was einmal steht, sollte auch bleiben!" Es ging ihr um eine weitreichende Starre, denn wozu wieder etwas ausgraben, was schon längst in einer anderen Epoche war.
ohnmacht
2015, Hana Wood
programmiertes Ende,
es krümmen sich Wurzeln
verorten wirst du dich,
am offenen Fenster
wechselt stetig deine Welt.
dort heben wir ab,
bis die Mutter nicht mehr lacht,
und einfach abfällt,
und kein Deut mehr hält.
schleicht sich schlicht und leise
mit dunk'ler schwarzer
Kralle
das Alter auf eine Weise
in Sichtbarkeit des Grau
bist du am Ende so schlau?
wie zu anfangs
deiner Reise.
Im Stillen warte ich
im Dickicht der Spurrillen,
gepaart vom Irrlicht
zeigte ich Zähne
zeigte ich Mähne
vom falschen Status geblendet,
beendet
das scheue Suchen.
liebäugelst mit meinem Lachen
sie kann mich nicht erheben,
rechtzeitig auf Zeitansage legen.