So ich eröffne meinen Tumblr-account mit etwas was ich sowieso schon immer machen wollte, euch meine Meinung gaukeln. =)
Starten möchte ich mit einer Rezension zu Shounen GO!GO! 7.1 , hierbei handelt es sich um eine Anthologie mit unterschiedlichen Comic/Manga-Zeichnern. Das Buch wird außerdem privat gedruckt und vermarktet, ist also eine kleine Rarität, wenn man es nicht sofort auf Conventions wie der Leipziger Buchmesse etc erwirbt, da es eine kleine Auflage besitzt.
So, dann werde ich jetzt wohl einbisschen Kritik zu, siebten Band von Shounen Go!Go! dazugeben. Vorab, hierbei handelt es sich um KRITIK, ich möchte keinen Zeichner persönlich angreifen oder beleidigen, meine Äußerungen sind unabhängig von Personen. Ich versuche so neutral wie möglich zu formulieren.
Covergestaltung - Maxim Simonenko
Ein durchaus ansprechendes Cover, was schon von weitem den potenziellen Leser lockt einen Blick hinein zu werfen. Zu sehen ist eine Vampir"dame" welche lustvoll ihre Arme hinter ihren Körper verrenkt. Sehr gut finde ich es, dass der Shounen-Ape eingebaut wurde (Der Shounen-Ape ist das Maskottchen der Shounen Go!Go!-Reihe, ein großer Gorilla mit Fäustlingen, der auf den vorherigen Covern zu sehen war), und somit eine Tradition fortgeführt wird. Die Farbwahl und die Colloration gefallen mir sehr gut. Der verspielte BH ist auch sehr gut gelungen, leider wirken die Augen als würde sie auseinander schielen.
Vampite Blues - Johanna Tell
Der Nesthocker Stefan ist der festen Überzeugung, dass Vampire existieren, deshalb möchte er ein Vampirjäger sein. Er stellt verdächtigen "Vampiren" nach und möchte sie mir Holzpflock und Holzhammer vernichten, was garnicht so einfach scheint. Die Geschichte ansich, ist sehr lustig erzählt und nachvollziehbar. Man lernt Stefan auf einer erfolglosen, fast schon peinlichen Mission kennen, erfährt durch ein Flashback warum er der Meinung ist, dass Vampire existieren und sieht die negativen Konsequenzen die er durch seinen Glauben erleiden muss. Das alles führt dazu, dass man jeden einzelnden Schritt von Stefan nachvollziehen kann. Comedyelemente frischen die Geschichte nocheinmal zusätzlich auf.
Was die zeichnerische Leistung angeht, ist die Umsetzung noch ausbaufähig. Geleitet wird die Geschichte von rundlichen Gesichtern und kartoffligen Nasen. Charaktere und Hintergründe bestehen aus wenigen einfachen Linien, die nur das nötigste zeigen, hier fehlt leider einbisschen die dynamische Strichführung. Die Linien sind alle gleichdick. Proportionen sind teilweise auffällig unterschiedlich (zum Beispiel am Anfang ist ein Kopf deutlich größer als der andere) an manchen Stellen jedoch (gegen Ende) sehr gut in Szene gesetzt. Auch mit Perspektive wird hier viel experementiert, nicht immer richtig, aber ein sehr guter Ansatz, der noch ausgearbeitet werden muss. Hintergründe ist oft passend von der Einfachheit, manchmal aber auch viel zu einfach und leer, teilweise wurden sie sogar ohne Lineal gezogen. Was mir persönlich ganz gut gefällt ist wie die Soundwords gesetzt werden, sie sind deutlich aber auch nicht übertrieben. Der letzte Strip ist sehr süß. Noch einen Pluspunkt muss ich hier vergeben wegen der Charakterwahl, nicht jeder, ich würd fast shcon sagen, traut sich runde, hässliche, also eher "uncoole" Charactere zu zeichnen, daher hier eine kleine Verbeugung.
Marten der zeitreisende Roboter - Marcel Hugenschütt
Eine Kurzgeschichte, die die laufende Story in den letzten Shounen Go!Go!´s unterbricht, ich muss sagen eine nette Abwechslung! Marten reißt durch die Zeit, warum er das tut? Das interessiert eigentlich niemanden. Egal ob in die düstere Zukunft reist, oder Hitler trifft oder auch in die Gegenwart, überall hinterlässt er Chaos. Die Geschichte ist sehr witzig und hat einen makaberen Humor. Denn hier behauptet der Herr Hugenschütt doch tatsächlich, dass dein Roboter Hitler geholfen hat ohne etwas zu merken. Doch keine Panik, diese Geschichte sollte man auf die leichte Schulter nehmen, hier wird eigentlich die ganze Geschichte für sich als unsinnig erklärt. Zeichnerisch ist die Geschichte jetzt keine göttliche Offenbarung. Der Zeichenstil ist simpel und dicklienig. Die Hauptfigur ist ein kleiner Kerl mit einem rundem Kopf und zwei Punkten als Augen. Es reicht. Hintergründe sind genug vorhanden, sehen auch genauso aus wie die simplen Figuren. Es wird hauptsächlich mit schwarz-weiß Kontrasten gearbeitet, und das auch sehr gut, Schatten werden mit Rasterfolie zusätzlich gesetzt, nötig wäre es jedoch wahrscheinlich nicht.
Doch was soll man sagen, der Zeichenstil, so einfach er auch isst, passt hervorragend zur Geschichte! Denn ich als Leser habe mich köstlich amüsiert! Ich würde auch garnicht wollen, dass der Zeichner seinen Stil verändert, denn durch seine Zeichnungen ist er einzigartig.
Deathbrawl Zombiewonder - Stephan Scholz
Eine ziemlich lange Geschichte, die ca. einviertel des ganzen Bandes ausmacht.
Dementsprechend ist die Story auch einbisschen "komplexer". Geezo hat sich gegen Gott aufgelehnt und wird daher auf die Erde verbannt und erwacht dort im Körper von "Lisa Schluckspecht", einer ehemaligen Prostituierten, wieder. Er ist nun eine sie und auch noch ein Zombie, und wenn das nicht schon schlimm genug ist, hat Gott auch ausversehen alle anderen Zombies zum leben erweckt! Nun hat Geezo eine Zombiearme und will ich an Gott retten, am besten geht das natürlich, wenn sie Gottes Sohn Jesus, übrigens ein Rockstar auf der Erde, tötet. Ein bitterer Kampf entflammt und als schließlich Edward Cullen auftaucht, gerät alles aus dem Ruder. Die Story basiert hauptsächlich auch Humor und Action, so folgt eigentlich auf einen Witz ein anderer, oder eine Aktionscene. Die Witze sind teilweise, sehr flach und vorrausschauend, teilweise jedoch sehr gelungen in Scene gesetzt! Ich bin mir sicher einige hätten noch besser platziert werden können, wenn sie besser durchdacht gewesen wären. Einige Witze wirken jedoch nicht so gut, weil zeichnerisch einige Dinge noch ausgearbeitet werden müssen. So zoomt zum Beispiel am Anfang der Erzähler von der Froschperspektive auf ein Höschen eines Mädchens. Das Höschen ist eher uninteressant und kantig gezeichnet, daher wirkt der Witz etwas flach, wenn es jedoch realistische rund runder dargestellt worden wäre, hätte man ein anderes Empfinden dafür gehabt.
Figuren und Hintergründe sind sehr simpel und bieten kaum unterschiedliche Gesichtsausdrücke oder Perspektiven. Kleidung, vorallem Hosen, sind simple Röhren ohne Falten, ich bin mir sicher, da kann man noch einbisschen ausbauen. Man sieht, dass beim Hauptcharakter versucht wurde mit unterschiedlichen Strukturen und Mustern zu arbeiten. Hände wurden teilweise einfach hinter Sprechblasen versteckt.
Besonders gefallen hatte mir der Gastauftritt von Hugi mit seinem Elefanten, das habe ich nicht kommen sehen und auch die Szene am Schluss mit dem Streit, da hab ich mir nen Ast abgebrochen. Alles in einem ist die Geschichte sehr amüsant und geeignet zum zwischendurchlesen! Wenn man noch einbisschen Detail in die Zeichnungen bringen könnte, wäre ich sehr Dankbar.
Evil Hunter - Wieland Möbus
Ganz ehrlich, ganz ganz ehrlich jetzt, wenn das mein Buch wäre und ich für den Druck und den Verkauf zuständig wäre, hätte ich diese Geschichte NIEMALS abgedruckt. Ich kann nur schwer beschreiben was in der Geschichte passiert, da eigentlich nicht viel passiert. Die Helden sind in einer transdimensionalen Ebene des Zeitraumkontinuums gelandet, sie wissen nicht genau warum, und der Leser weiß es auch nicht. Plötzlich taucht ein neuer Charakter auf, es gibt einen Flashback und ein neuer Charakter erscheint. Die Geschichte endet genauso offen wie sie begonnen hat. Zeichnerisch ist die Geschichte ein Chaos, die Figuren heben sich sehr schwer vom Hintergrund oder voneinander ab. Das Charakterdesign allgemein ist nicht vorteilhaft gewählt, die Nasen der Figuren sind sehr groß, man könnte jetzt mit Stil argumentieren, jedoch fehlt jede Spur von Ästhetik und teilweise passen die "Mangahaare" und "-augen" garnicht zum Rest der Figur oder der anderen Protagonisten. Die Figuren sind fast immer in der gleichen Ansicht zu sehen, ab und zu perlt ihnen ein Schweißtropfen von der Stirn oder sie verdrehen die Augen, die Ansicht bleibt doch immer die Selbe. Es fehlt jegliche Tiefe im Bild, ich verstehe, dass sie in einer anderen Dimension sind, wo nichts ist, aber eine bloße dunkle Rasterfolie reicht einfach nicht aus um Hintergrund anzudeuten. Man könnte wenigstens mal von oben zeigen wie die Charaktere zueinander stehen, oder eine Person hätte ja auf dem Boden sitzen können, damit man besser mit Perspektive spielen kann. Das Paneling ist gut und deutlich. Es wirkt einbisschen, als würde man versuchen durch Gastauftritte von anderen Zeichnern (Der Bär von Hugi, Entoman von Def) die Geschichte aufzuwerten und um ehrlich zu sein waren diese zwei Auftritte auch das Lustigste an der ganzen Geschichte. Zusammengefasst ist die Geschichte unübersichtlich und zeichnerisch auch nicht besser. Der Zeichner versucht mit Humor die Geschichte wenigstens Amüsant zu machen, dies gelingt aber nur bedingt. Ich würde empfehlen vielleicht aus dem deutlichen "Menschen im Comic/Manga" Thema herraus zu gehen und vielleicht etwas einfacheres zu versuchen, oder wenigstens bei anderen Werken anzuschauen was sie besser machen.
Eine pure Wohltat fürs Auge! Fünf Freunde gegen eine Zombieapokalypse! Dabei hat der Tag doch so schön angefangen. Es soll ein neues Theater in der Stadt aufgemacht werden, nur Robin ist darüber noch nicht ganz so begeistert wie seine Kollegen, er trauert um das alte Theater, das abgerissen werden soll. Ein mysteriöser alter Mann zeigt Robin einen Projektor, mit welchem er Filme real machen kann und schon hat man zur großen Eröffnung des neuen "Movie Temepls" eine Zombieapokalypse!
Von der Geschichte her sehr raffiniert durchdachte, es gibt am Anfang einen sehr gut gelungenen Gag, der direkt in das Leben der Jungs einführt. Es gibt einen sehr schönen Spannungsbogen, den zunächst wird nicht verraten, was Robin im Keller des alten Theaters gefunden hat! Erst als das Unglück schon da ist wird der Leser aufgeklärt! Die Figuren sind sehr schön gestaltet. Herr Petzold hat zwar einen scheinbar simplen Comicstil, doch der Schein trügt, kein einziges Detail kommt zu knapp, Proportion und Gestaltung sind sehr überzeugend und ohne erkennbare Fehler. Jeder einzelne Charakter ist auf seine Art und Weiße einzigartig gestaltet worden und von anderen gut unterscheidbar. Es wird kaum mit Rasterfolie sondern mehr mit Schwarz-weiß-Kontrasten gearbeitet. Gesichtausdrücke und Bewegungen sind lebhaft und durchdacht! "4" ist eine seichte Actionstory im Comicstil und ist sehr empfehlenswert zu lesen. Ich weiß garnicht was ich daran verbessern würde, am liebsten habe ich die Eröffnungsseiten =)
Super Epic Brawl Omega - David Füleki
Entoman again! Zusammenfassung: Entoman battelt einen nach dem anderen weg! Also die Strichmännchenente Entoman ist der geborene Krieger und kämpft gegen allerleih Mechasroboter und auch gegen Mister Glitch, einen Jungen der eindeutig schon zu viel Spielekonsolen gespielt hat. Von der Geschichte her nicht das aller höchste und anspruchsvolle, doch kann man sich auch nicht beklagen. Die Kampfszenen sind sehr gut gezeichnet, die Explosionen sind super und die Perspektiven auch dynamisch gewählt. Dass die Entchen den ehrenhaften Selbstmord wählen war auch sehr lustig! Es gibt zu Beginn auch einpaar mehr als deutliche Anspielungen auf Charaktere anderer Zeichner.
Ninjaregewurm,bitte - Lydia Miller
Das ist meine Geschichte, wenn ich schreiben würde was ich an meiner eigenen Geschichte schlecht finde, dann würde ich noch morgen Abend hier sitzen =) also lass ich es^^
Random Copic Marker Name - Michael Wild
Der Titel ist sicherlich genauso "random" wie die Geschichte selbst. Einbisschen verwirrend aber durchaus lustig zur Unterhaltung. Mark ist Gitarrist der Band "Random Copic Marker Name", verliebt in einen Star, macht mit seiner Freundin schluss, vermasselt einen Bandvertrag und lässt ein Hochhaus in die Luft gehen, mehr will man nicht. Nach einem tiefen Sinn der Geschichte sucht man ewig, wer will kann gerne weitersuchen. Zeichnerisch nicht sehr ausgereift, da werde ich jedoch nicht weiter drauf eingehen, da der Zeichner mittlerweile einen besseren Stil für sich gefunden hat und Kritik an diesem wenig Sinn machen würde. Allerdings würde ich gerne Anmerken, dass der Typ Rasterfolie der hier verwendet wird im Druck nicht so schön aussieht, vielleicht sollte man die klassischen schwarzen Punkte anstelle der weißen Punkte vorziehen.
Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass Shounen Go!Go! eine Nachwuchsplatform ist, mir ist durchaus klar, dass keinder der Geschichten perfekt ist. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht selbst an diesem Projekt mitgemacht zu haben!