Ballade von August Kopisch

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Ballade von August Kopisch
(via Die lykischen Bauern | Die Frösche | Latona | Aventin Blog)
An das Publikum | Gedicht von Kurt Tucholsky
O hochverehrtes Publikum, sag mal: bist du wirklich so dumm, wie uns das an allen Tagen alle Unternehmer sagen? Jeder Direktor mit dickem Popo spricht: "Das Publikum will es so!" Jeder Filmfritze sagt: "Was soll ich machen? Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!" Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht: "Gute Bücher gehn eben nicht!" Sag mal, verehrtes Publikum: bist du wirklich so dumm?
So dumm, dass in Zeitungen früh und spät, immer weniger zu lesen steht? Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein; aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein; aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn könnten mit Abbestellung drohn? Aus Bangigkeit, es käme am Ende einer der zahllosen Verbände und protestierte und denunzierte und demonstrierte und prozessierte... Sag mal, verehrtes Publikum: bist du wirklich so dumm?
Ja dann... Es lastet auf dieser Zeit der Fluch der Mittelmäßigkeit. Hast du so einen schwachen Magen? Kannst du keine Wahrheiten vertragen? Bist also nur ein Grießbrei-Esser -? Ja, dann... Ja, dann verdienst du es nicht besser!
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An das Publikum | Gedicht von Kurt Tucholsky O hochverehrtes Publikum, sag mal: bist du wirklich so dumm, wie uns das an allen Tagen…
Aus dem Tagebuch eines Hundes 12 von 37 | Oskar Panizza
Hundetagebuch Eigentümlich ist, wie ich schon wiederholt angedeutet, das gegenseitige Benehmen der Menschen, wenn sie sich auf der Straße treffen; aber noch weit eigentümlicher, geheimnisvoller benehmen sie sich, wenn sie, von Hunden ungesehen, in einer ihrer Versammlungsstätten sich befinden und dort unbehindert ihren Gestikulationen und Lauterzeugungen hingeben können. War ich da neulich mit meinem Herrn in einem großen geschlossenen, mit künstlichem Rauch erfüllten Raum, wo Angehörige beiderlei Spezies-Typen, Beinzeiger und Beinverstecker, in zahlreichen Exemplaren vertreten, sich auf hohen, fast gefährlichen Sitzen niedergelassen hatten, und mit ihren kuriosen und oft über die Maßen verkünstelten Stellungen, durch Aufstützen des Oberkörpers auf platten, hohen Widerlagern, sich festhielten.
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Aus dem Tagebuch eines Hundes 12 von 37 | Oskar Panizza Eigentümlich ist, wie ich schon wiederholt angedeutet, das gegenseitige Benehmen der Menschen, wenn sie sich auf der Straße treffen; aber noch weit eigentümlicher, geheimnisvoller benehmen sie sich, wenn sie, von Hunden ungesehen, in einer ihrer Versammlungsstätten sich befinden und dort unbehindert ihren Gestikulationen und Lauterzeugungen hingeben können.
Der Fuchs und der Wolf am Brunnen | Fabel
Es war eine klare Vollmondnacht. Ein Fuchs strolchte durchs Dorf und kam zu einem Ziehbrunnen. Als er hinunterblickte, traute er seinen Augen nicht; da lag ein großer, runder goldgelber Käse. Er kniff die Augen zu und öffnete sie wieder. Nein, es war kein Traum.
Der Fuchs besann sich nicht lange, sprang in den Eimer, der über dem Brunnenrand schwebte, und abwärts ging die Fahrt. Ein zweiter Eimer schaukelte aus der Tiefe empor, an ihm vorbei.
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Der Fuchs und der Wolf am Brunnen | Fabel Es war eine klare Vollmondnacht. Ein Fuchs strolchte durchs Dorf und kam zu einem Ziehbrunnen. Als er hinunterblickte, traute er seinen Augen nicht; da lag ein großer, runder goldgelber Käse.