Bei einem privaten Ermittler handelt es sich allgemein um einen klassischen Privatdetektiv, der mit legalen Mitteln Beweise und Informationen sammelt, welche auch bei Bedarf vor Gericht verwendet werden dürfen. Grundsätzlich gilt, dass Detektive keine Sonderrechte besitzen und sich an strenge Regeln aus der Strafprozessordnung halten müssen. So dürfen sie zum Beispiel keine Schusswaffen oder Abhörgeräte nutzen. Private Ermittler sind in vielen Bereichen tätig - abhängig vom Tätigkeitsfeld unterscheidet man hier zwischen mehreren Gruppen, wie beispielsweise dem Privatdetektiv oder dem Wirtschaftsdetektiv.
Tätigkeitsfelder von privaten Ermittlern
Private Ermittler können prinzipiell nur dann tätig werden, wenn ein berechtigtes Interesse besteht. Dies isst immer dann gegeben, wenn der Auftraggeber eines privaten Ermittlers glaubhaft machen kann, dass ein Detektiv von Vorteil ist, um Beweise zu sammeln, die für die Durchsetzung des Rechts - auch vor Gericht - von großem Wert sein können. Die Gründe, einen privaten Ermittler zu beauftragen, sind dabei ganz vielfältig und stammen von unterschiedlichen Personengruppen. Als Privatperson kann man beispielsweise einen Ermittler beauftragen, wenn man vermutet, dass der Partner untreu ist, wenn man verschwundene Personen ausfindig machen oder auch wenn man Streitfragen zum Thema Unterhaltszahlungen klären möchte. Doch auch, wenn man von unbekannten Personen verfolgt oder gar gestalkt wird, wenn man Drohbriefe erhält oder auch einen Schuldner ausfindig machen möchte, kann ein privater Ermittler eine große Hilfe dabei sein.
Wann lohnt sich die Beauftragung eines privaten Ermittlers - und wann muss man die Polizei einschalten?
Die Frage, ob man direkt die Polizei verständigen oder erst einmal einen privaten Ermittler beauftragen sollte, stellen sich zu Recht viele Menschen. Hier kommt es jedoch auf den individuellen Fall an. Grundsätzlich sollte man sich stets an die Polizei wenden, wenn man sich körperlich oder gar seines Lebens von jemandem bedroht fühlt. Geht es um schwere Straftaten wie Erpressung, Entführung oder gar Mord, dann muss die Polizei natürlich umgehend informiert werden. Jedoch steht es einem selbst zu jedem Zeitpunkt frei, auch einen privaten Ermittler zu beauftragen, der die Polizei in ihrer Arbeit unterstützt.
Es gibt durchaus einige Vorteile, die private Ermittler ihren Auftraggebern gegenüber der Polizei bieten: Die Polizei führt ihre Ermittlungen stets nach einem festen, gesetzlich geregelten Schema durch. Bei einem privaten Ermittler hat man jedoch als Auftraggeber auch bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit, selbst zu steuern, wie ermittelt wird. So kann man beispielsweise direkt eine Observation in Auftrag geben. Ein privater Ermittler agiert zudem häufig viel flexibler als die Polizei - und ist natürlich auch um einiges unauffälliger, wenn es um Beobachtungen geht.
Wichtig ist jedoch, sich auch darüber im Klaren zu sein, dass Privatdetektive keine Sonderrechte besitzen und sich auch nur im Rahmen des Gesetzes bewegen dürfen. Der Handlungsspielraum ist im Bezug auf Observationen und Ermittlungen eingeschränkter als jener der Polizei.
Wer mit dem Gedanken spielt, einen privaten Ermittler zu beauftragen, sollte jedoch auch wissen, worauf es bei der Auswahl dessen ankommt. So spielen beispielsweise seine Qualifikationen eine wichtige Rolle.
Was zeichnet einen guten Privatdetektiv aus?
Bislang ist gesetzlich nicht einheitlich geregelt, wie genau der Beruf eines privaten Ermittlers aussieht. Daher gibt es keine festen Qualifikationen, Ausbildungen oder Prüfungen, welche für einen privaten Ermittler nötig sind, um seinen Beruf ausüben zu können. Wer als Auftraggeber auf der Suche nach einem privaten Ermittler ist, sollte jedoch darauf achten, dass dieser über viel Erfahrung auf seinem Gebiet verfügt und eine entsprechende Ausbildung absolviert hat. Diese wird vor allem vom Bundesverband Deutscher Detektive e.V. empfohlen: Die Ausbildung, welche über die Zentralstelle zur Ausbildung von privaten Ermittlern erfolgt, ist ein guter Indikator dafür, dass der jeweilige Detektiv über gute Qualifikationen verfügt und genau weiß, wie er arbeiten muss, damit die Recherche erfolgreich verläuft.
Für Auftraggeber gilt grundsätzlich, dass auf die Seriösität der Detektei geachtet werden muss. Leider gibt es nach wie vor einige schwarze Schafe in der Branche, die zwar dieselben Dienstleistungen anbieten, allerdings nur bedingt über Fachkenntnisse verfügen. Um sicherzugehen, lohnt es sich daher immer, beim Bundesverband für Detektive nachzufragen oder sich auch im Internet nach Kundenrezensionen umzusehen. Diese zeigen meist recht schnell, welche Erfahrungen andere Kunden mit der jeweiligen Detektei haben und ob es sich lohnt, diese zu beauftragen.
Ein wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang außerdem der Vertrag, der mit einer Detektei geschlossen wird. Für den Auftraggeber spielt beispielsweise besonders eine große Rolle, wie viele private Ermittler am eigenen Fall beteiligt sein werden. Viele Detekteien setzen grundsätzlich zwei Ermittler ein, ganz egal, worum es geht - andere auch mehr. Wichtig: Schauen Sie sich die vertraglichen Bedingungen ganz genau an! Häufig steht im Kleingedruckten, dass mindestens vier Detektive eingesetzt werden - das ist natürlich für den Auftraggeber deutlich teurer, als wenn nur zwei Detektive an einem Fall arbeiten würden. Seien Sie sich sicher: Vier Detektive sind unnötig - zwei reichen völlig.
Übrigens: Zertifizierungen sagen nicht viel über private Ermittler aus. Vor allem in Werbeanzeigen im Internet sieht man häufig, dass Detekteien "zertifiziert" seien. Das steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der Qualität der Arbeit. Es handelt sich dabei also keinesfalls um ein Gütesiegel, sondern eher um eine beliebte Methode, potenzielle Kunden vom eigenen Unternehmen zu überzeugen. Seien Sie also vorsichtig und lassen Sie sich von plakativen Werbeanzeigen im Netz nicht direkt ködern. Es lohnt sich, selbst vorher umfassend zu recherchieren, um die richtigen Ermittler zu finden, mit denen die Zusammenarbeit dann auch wirklich produktiv verläuft.
Informationen zur Rechtslage für private Ermittler
Aus rechtlicher Sicht ist ein privater Ermittler bzw. Detektiv genau an dieselben rechtlichen Grundlagen gebunden wie jeder andere deutsche Bürger. Besteht jedoch ein sogenanntes berechtigtes Interesse, ist es dem Ermittler auch gestattet, in die Persönlichkeitsrechte bestimmter Personen einzugreifen. Er darf diese jedoch nicht abhören oder auch verhaften. Erlaubt ist allerdings, sie temporär festzunehmen, falls deren Flucht droht. Nicht selten arbeiten private Ermittler auch direkt mit der Polizei zusammen und stehen mit den Behörden in ständigem Kontakt - hier hat man jedoch als Auftraggeber natürlich auch entsprechend Einfluss auf den Umfang der Ermittlungen der Detektive.
Prinzipiell gilt darüber hinaus, dass Detektive in keinster Weise die Arbeit der Polizei behindern oder erschweren dürfen, da diese stets Vorrang hat.