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Hansa erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Chef Dahlmann
Hansa Rostock hat am Dienstag seine Mitglieder über das Ergebnis des Revisionsberichtes informiert. In der Mitteilung erhebt der Fußball-Drittligist schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Michael Dahlmann, der im Oktober von seinem Posten zurückgetreten war. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG komme zu dem Schluss, dass Dahlmann „mehrere Pflichverletzungen, Verstöße gegen die Auskunftspflichten, mehrfache Überschreitungen der Vertretungsbefugnis, arbeitsrechtliche Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht in mehreren Fällen, Verstöße gegen die Satzung des Vereins und eine Verletzung der einem Vorstand obliegende Sorgfaltspflicht“ begangen hat. Weiter heißt es, dass Dahlmann teilweise „willkürliche Entscheidungen“ getroffen habe und dem Verein dadurch ein deutlicher finanzieller Schaden entstanden sei.
Ex-Vorstand kann nicht in Regress genommen werden
Laut der Mitteilung des Vereins sei es dem neuen Vorstand um Präsident Markus Kompp zwar gelungen „mehrere Vorfälle rückwirkend zu berichtigen“. Dahlmann könne aber nicht in Regress genommen werden. Die Gründe dafür seien, dass in Sachen Schadenersatz zunächst die begünstigen Personen in Anspruch genommen werden müssten, aber auch die Regelungen in der Abfindungsvereinbarung mit Dahlmann und eine vorhandene Organ- und Manager-Haftpflichtversicherung. Details „zu den einzelnen Geschäftsvorfällen“ gab der Club nicht bekannt, weil es ein „schützenswertes Interesse des Handelnden, aber auch des FC Hansa Rostock“ gebe.
Hansa prüft Vereinsausschlussverfahren
Die Revision hat zudem deutliche Mängel in Hansas Kontrollwesen offenbart. Deshalb sei bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung eine neue Geschäftsordnung besprochen worden. Der Vorstand werde gemeinsam mit dem Aufsichtsrat darüber hinaus eine „Compliance-Struktur“ erarbeiten. Damit sollen sich die Entscheidungsträger künftig zu bestimmten internen Verhaltensregeln verpflichten. Darüber, wie der Club mit der Personalie Dahlmann weiter verfährt wurde nichts bekannt gegeben. Allerdings wird ein Antrag auf Vereinsausschluss gegen Dahlmann nach Information von NDR 1 Radio MV bereits geprüft. Vor der geplanten Ausgliederung der Profiabteilung, über die die Mitglieder am 17. April entscheiden werden, soll keine unnötige Unruhe aufkommen. Hansa stellte seine Mitglieder in dem Schreiben allerdings bereits darauf ein, „dass die Kogge auch in Zukunft in voller Fahrt den einen oder anderen Sturm durchqueren muss“.
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