"Wir haben so viel Zeit verschwendet”
Ja, ich war skeptisch, als es hieß, Bommel würde für einige Monate zurückkehren. Zu viel Zeit war vergangen, die alte Gang aus Zac, Vince und Mieze gab es schon lange nicht mehr und auch die Lücke, die er in Frau Flemmings Leben hinterlassen hatte, war bereits durch eine andere Figur geschlossen worden. Die Seife tat mit den Umständen, unter denen sie Bommel wieder in den Seifenkosmos integrierte, ihr Übriges.
Um ihre Vernunftehe mit dem Anwalt zu rechtfertigen, redete Frau Flemming irgendetwas von einem Wunsch nach einer Partnerschaft daher, die nicht Leidenschaft und Sex, sondern Vertrauen und Akzeptanz zur Grundlage hat, als hätte die Seife sie nicht gerade erst über ein Jahr in einer solchen Verbindung gezeigt. Dem Anwalt wurden mit einem Mal romantische Gefühle aufgezwungen, für die es kein Setup gab und an deren Umsetzung der Darsteller (Wolfgang Bahro) scheiterte. Und Bommel war so wenig er selbst, dass man sich wundern konnte, wieso zwei Jahre bis zu einer Gelegenheit für ein Comeback vergangen waren, wenn man Gleiches nur zügiger auch durch einen Recast erreicht hätte. Als dann noch die Historikerin auftauche und sich die Dialoge im Kreis zu drehen begannen, war ich gänzlich raus: danke, aber nein danke. Bommel darf wieder gehen.
Doch plötzlich begann die Seife, sich all dem wieder zu entledigen. Und so verschwand die Historikerin, ohne dass sie überhaupt aktiv etwas zum Geschehen beigetragen hatte und die romantischen Gefühle des Anwalts wendeten sich kurzzeitig in Wut, bevor auch diese verpuffte, bis nichts mehr für einen angemessenen Showdown passend zu dem Konflikt, den die Seife ihren Figuren aufgezwungen hatte, übrig blieb.
Was folgte, war nicht einfach ein zweiter Akt, sondern eine neue Geschichte, die lediglich das Motiv des alles übertönenden Herzklopfens noch einmal aufgriff. Es war eine Geschichte, in der die Seife mit viel Enthusiasmus endlich das erzählen durfte, was ihr auf der Seele lag und an deren Ende ich gestehen muss, dass das Comeback doch eine gute Idee war. Aber es ist auch eine Geschichte, die die Frage aufkommen lässt, warum die Seife so viel Zeit für das teilweise unsinnige Vorgeplänkel verschwendet hat. Im Gegensatz zu ihren Protagonisten wusste sie es schließlich besser.






