Zur Umsetzung möchte ich anmerken, dass der Schnitt zwischen den Kapiteln oft ungünstig gesetzt ist. Wenn ich kapitelweise mit dem Schlafmodus gehört habe, kam es oft zu abgehackten Wörtern und Sätze.
Stefan Kaminski leistet grandiose Arbeit: Ob kehlig sprechende Werwölfe oder den indischen Akzent einer Hexe, die sich einen Körper mit einer amerikanischen Barkeepern teilt, er findet stets die richtige Betonung und schafft wie beim Wolfshund Oberon und der Krähe Morrigan einzigartige Stimmen. Eingebrachte Tierlaute geben noch etwas unverwechselbares mit. Kaminski schreckt auch davor zurück Drohungen laut ausstoßen oder einen Ruf genauso erklingen kann. Die Aussprache der irischen Namen beherrscht er sicher.
Kevin Hearnes Buch hat alles, was für mich dazu gehört: Pro- und Antagonist, gut dargestellte Haupt und Nebencharaktere. Die Idee einen keltischen Druiden im heutigen Arizona leben zu lassen ist abseits des Mainstreams einer 100. Buchreihe über ein Fantasyvolks oder einen Jugendheld-Mehrteiler. Dazu gibt es Humor, Spannung und parallele Handlungsstränge.