Der seltsame Fall des Wahabu Musha
Wahabu Musha … woran denkt ihr bei diesem Namen? „Ausländer“, ist klar. Ja, Wahabu Musha hat einen ausländischen Namen. Aber darüber, ob er Ausländer ist, kann man schon streiten. Wer ist Wahabu Musha? Wahabu Musha ist ein 18-Jähriger, also junger Erwachsener, aus Salzburg. Oder aus Ghana. Wie man’s nimmt. Denn mit 15 Jahren kam der gute Musha nach Salzburg – angeblich durch die Sahara, Libyen und Italien! Wie wo was wann, das weiß ich nicht genau, denn persönlich kenne ich Wahabu Musha nicht. Aber die Geschichte von ihm, die mir ein alter Fuchs (okay, der Typ heißt Fuchs, ich wollte ihn einbringen …) erzählt hat, ist mir nicht egal.
Musha soll nämlich abgeschoben werden! Und warum? Weil er einen negativen Asylbescheid hat! Mushas Vater wurde in Ghana umgebracht – kein Einzelfall. Ein allein auf den Beinen stehender junger Erwachsener, der seit drei Jahren hier lebt, gerade letzten Samstag hat er noch eine Trommeleinlage vor den Augen der Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) geliefert, allgemein besticht er durch musikalisches Talent. Und eine schwer aufgebaute Existenz – die sich ein damals 15-Jähriger in einem drei Jahre andauernden Prozess aufgebaut hat, alleine! – soll jetzt mit einer Abschiebung nach Ghana enden? Obwohl dort sein Vater schon ermordet wurde? Musha schließt auch nicht aus, dass er dort nicht sicher sein könnte … und das wegen einem negativen Asylbescheid?
Das österreichische Asylgesetz hat seine Fehler. Wenn hier das typische Klischee-Ausländerpaar rumläuft – sie in schwarzer Burka verschleiert und er der Meinung, dass Frauen nichts zu melden haben, beide können kein deutsch – dann bin ich kein bisschen gegen eine Abschiebung, auch wenn das jetzt kalt klingt. Auch bei ausländischen Verbrechern soll’s mir recht sein, wobei’s meiner Meinung nach keinen Unterschied macht ob der Typ nun bei sich zu Haus oder bei uns im Gefängnis hockt. Aber bei Menschen, die absolut keinen Grund dazu bieten, muss man dagegen etwas sagen. Da muss man sich stark für machen. Eine Herkunft ist kein Verbrechen, und das muss uns allen klar sein, gerade in einem Staate mit hohem Ausländeranteil wie Österreich. Das hat nichts mit Wirtschaft ankurbeln zu tun, sondern mit Basis bieten. Das hat nichts mit Multikulti zu tun, sondern mit Menschenrechten. Und das, was gerade um Musha passiert, hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit einer Farce sondergleichen.
Ich weiß, dieser Blogeintrag wird jetzt überhaupt nichts dran ändern (obwohl, wenn ihn jemand Gabi Burgstaller zeigen könnte, wäre ich trotzdem sehr dankbar!) – aber darüber Bescheid wissen sollte man! Musha ist Salzburger, und das hat so zu bleiben. Danke.










