Über dem Oktober geht die Sonne auf: Flammen und Tau.

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Über dem Oktober geht die Sonne auf: Flammen und Tau.
Spätsommer
Auf einen Schlag ist's kalt geworden. Der Himmel hat sich eingetrübt. Im Hausgang steht noch die Schwüle des so plötzlich vergangenen Sommers.
Doch draussen weht jetzt ein anderer Wind. Vom weiten Atlantik trägt er Regenwolken zu uns. Er bläst das morsche Laub von den Bäumen. Er wirbelt aber keinen Staub auf, zu feucht ist der Boden.
Es riecht anders jetzt. Es riecht nach Sand und Kies. Es riecht nach Erde und Moder. Nach Feuchtigkeit.
Es riecht braun.
Ja, es weht jetzt ein anderer Wind. Das Neue ist nicht immer auch besser. Es macht Angst. Es verdattert.
Herzenskälte und Kalkül regieren nun. Hast Du das gewollt? Ich habe es nicht gewollt. Doch die Mehrheit siegt.
Die Minderheit bleibt wo sie bleibt. Wird weggekehrt wie Kehrricht. Nicht mehr lange. Dann kommt der Winter.
Es riecht nach braun.
Die vielen, die nicht dazugehören können, sie werden keinen Platz finden. Herbergssuche. Sie werden keinen Platz finden.
Das Boot ist voll. Niemand will sie. Man wird sie wegsperren. Man kann sie nicht wegschaffen.
Niemand nimmt sie auf. Doch wie kann man so viele einsperren. Es wird keinen Platz geben. Man wird eine andere Lösung finden.
Herbst haben wir bald. Es wird kalt. Es wird eng. Es wird aussichtslos.
Es riecht nach braun.
… Das Wetter kürzlich eskaliert So mancher Weg neu definiert …
Steinzeit
Schon seit Anbeginn der Zeit Streitet sich die Menschheit. Noch in der Steinzeit, Mit Keule und Speer, Heute mit dem Gewehr. Fehlt nur noch, dass ein einziges Zerbrechliches Ego die Nerven verliert. Sich haltend für jemand Adliges Unumkehrbar agiert Und uns wieder zurückbringt, Dorthin, wo alles einst beginnt — In die Steinzeit. Von wo aus sich die Geschichte Erneut gleich aneinanderreiht.
Hiermit tu' ich allen kund
Morgenstund hat Gold im Mund
Durch den Nebel kämpfte sich die Sonne
Dies zu sehen war eine Wonne
Ich ahne schon - dieser Tag wird heiter
Bitte, lieber Frühling, mach so weiter
Karussell
Ich wollte leicht bleiben, nicht fallen, nicht so tief fühlen wie früher. Doch mein Herz kennt keine Bremse, nur Richtung. Zwischen Nähe und Schweigen lerne ich zu warten. Auf Worte, die früher kamen, auf Zeichen, die leiser wurden. Du bist da und manchmal so weit weg. Ich halte mich an Erinnerungen fest, weil die Angst sonst lauter wäre. Mein Kopf fragt, mein Herz hofft. Ich versuche nicht zu klammern, während ich innerlich zittere. Vielleicht habe ich zu viel gezeigt. Vielleicht nur ehrlich geliebt. Ich weiß nur: Ich wollte nichts kaputt machen ich wollte bleiben. Und irgendwo zwischen „alles gut“ und „ich vermisse dich“ sitze ich und hoffe, dass Liebe Geduld hat mit Menschen, die zu viel fühlen.