Warum ich ein Herzmensch bin und vom gewöhnen
Ich habe mich an vieles gewöhnt. Hier in meinem neuen Leben. An die Uni. An die neuen Leute, auch wenn es hier immer wieder Überraschungen gibt. Ich habe mich an meine Mini Wohnung gewöhnt. Mit all ihren Eigenheiten, nicht zugehen wollenden Türen, Dellen im Fußboden und den schiefen Wänden. Ich habe mich daran gewöhnt dass die Heizung knackt. Meistens an die laute Musik der Nachbarn, dass einer der Nachbarn regelmäßig Wutausbrüche hat und der andere jedes mal wenn es klingelt halb angezogen runter rennt zur Tür. Ich habe mich an die Nachrichten meiner Mutter gewöhnt. Daran einzukaufen und mich zu versorgen. Ich habe mich an die Straßen gewöhnt die ich täglich fahre und lang gehe. Ja sogar an dir Kirche dreht neben meinem Haus die alle halbe Stunde läutet und stündlich die Uhrzeit ansagt. Auch wenn ich mich immer noch erschrecke wenn ich die Fenster offen habe. Ich habe mich an so vieles gewöhnt. Nur das alleine sein ist noch immer schwer. Nur dass bestimmte Menschen nicht mehr da sind, daran gewöhne ich mich einfach nicht. Dieses Loch ist zu sehr da. Es ist so offensichtlich da dass es weh tut. Vermissen. Das ist ein Gefühl dass ich noch nie leicht aushalten konnte. Und es ist auch heute das Gefühl, das mich zweifeln lässt. Aber vielleicht muss man sich bei jedem einzelnen Menschen wieder neu daran gewöhnen. Und vielleicht ist das bei jedem auch unterschiedlich stark. Und vielleicht ist es gut. Weil das zeigt das ich trotz allem ein Herzmensch geblieben bin. Auch wenn es manchmal weh tut und ich es des öfteren verfluche.















