Und der nächste Aufstiegsheld geht: Jannik Freese (34, Center) und die Hamburg Towers haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Das gab der Verein am Donnerstag bekannt.
Und der nächste Aufstiegs-Held geht: Jannik Freese (34, Center) und die Hamburg Towers haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Das gab der Basketball-Bundesligist am Donnerstag bekannt.
„Wir sind ihm dankbar für all das, was er uns nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Mensch gegeben hat“, sagte Towers-Chef Marvin Willoughby zum Freese-Abschied.
Eigentlich hätte ihm die nächste Saison rein vertraglich noch zugestanden. Eine Spielzeit, auf die er sich sehr freute, wie er bereits vor Wochen in MOPO-Gesprächen deutlich gemacht hatte. Auch, und vielleicht gerade deshalb, weil mit Pedro Calles ein Trainer an Bord kam, den Freese aus Vechta-Zeiten kannte und den er als „akribischen Arbeiter“ bezeichnete.
Aufstiegsheld Jannik Freese verlässt die Hamburg Towers
Nun der Schlussstrich. Das Ende des Towers-Kapitels in Freeses Karriere. „Die Zeit hier zählte für mich mit zur besten meiner Profilaufbahn“, sagt der 2,11-Meter-Mann.
Bei den Towers gehörte er nicht nur körperlich die vergangenen zwei Jahre zu den Größten: „Er hat unsere Werte beispielhaft vorgelebt, war stets ein Vorbild für jeden in unserem Verein“, so Willoughby. Er hofft, dass Freese in Zukunft in anderer Funktion noch einmal zurückkehrt.
Für den Oldenburger Freese geht's beruflich erstmal nur akademisch weiter: Im Rahmen eines Stipendiums büffelt er an der Hamburger Nordakademie, macht seinen Master in Marketing und Sales. „Viel Erfolg beim Studium“, wünscht Willoughby.
Freese war nur noch einer von vier Spielern, die vom Kader der letzten Saison übrig geblieben waren. Mit seiner und Kevin Yebos Vertragsauflösung bleiben somit nur noch Towers-Juwel Justus Hollatz (19) und Jürgen Rich (22) dem Verein erhalten.
Einer der Größten verlässt die Hamburg Towers. Und damit sind bei weitem nicht die 2,11 Meter Körpergröße gemeint. Mit Jannik Freese, mit dem sich der Basketball-Bundesligist nun einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung geeinigt hat, wird einer der maßgebenden Spieler auf und abseits des Parketts künftig nicht mehr das schwarz-weiße Trikot tragen.
Abschiede verdienter Akteure sind immer ein guter Anlass, um ihren Einfluss in Zahlen Revue passieren zu lassen. Und sicher wäre das bei den starken Statistiken, die der 34-Jährige in zweieinhalb Jahren und 63 Spielen fabriziert hat, angebracht. Und ganz bestimmt muss auch der Aufstieg 2019 in die easyCredit Basketball Bundesliga erwähnt werden, an dem der Center in sämtlichen 41 Partien maßgeblichen Anteil hatte. Und auf jeden Fall wäre all das vor allem eins: viel zu kurz gegriffen. Denn Jannik Freese war so viel mehr als nur ein Repräsentant auf dem Spielfeld. „More Than Basketball“ war ihm quasi auf die Stirn tätowiert.
Jeder, der den gebürtigen Oldenburger hautnah erlebt hat, wurde Zeuge dessen. Von Tag eins an, der war am 18. Januar 2018, verkörperte Freese die Werte der Hamburg Towers wie kaum ein Zweiter. Besuchte freiwillig Camps und Sozialprojekte. Machte Vorschläge zur Verbesserung der Konzeption. Hatte Ideen. War einfach interessiert und da. Und er vertrat den Klub stets exzellent in der Öffentlichkeit, stieg zum geschätzten Gesprächspartner auf, zum Ratgeber, zum Freund. Kein Wunder, dass ihm die NORDAKADEMIE als Partner der Towers ein Stipendium für den Master-Studiengang Marketing & Sales anbot, in dessen finales Jahr Freese nun geht.
Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby hat nichts als lobende Worte für seinen Aufstiegshelden übrig: „Wir sind Jannik extrem dankbar für all das, was er uns nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Mensch gegeben hat. Er hat unsere Werte beispielhaft vorgelebt, war stets ein Vorbild für jeden in unserem Verein. Daher würde es mich extrem freuen, wenn wir auch in Zukunft in welcher Form auch immer eine abermalige Möglichkeit der Zusammenarbeit finden würden. In jedem Fall wünschen wir Jannik jetzt erstmal alles Gute auf seinem persönlichen Lebensweg und viel Erfolg beim Studium.“
„Die Zeit bei den Hamburg Towers zählte für mich mit zur besten meiner Profilaufbahn. Der Verein lebt das, was er nach außen trägt. Ich bedanke mich bei Marvin Willoughby für seine unermüdliche Arbeit, die er in dieses Projekt gesteckt hat und nach wie vor steckt. Des Weiteren bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern der Towers für die tolle Zeit. Wir alle zusammen haben mit dem Aufstieg 2019 Großes geschaffen, worauf wir für immer stolz sein können. Man wird mich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal in der Arena gesehen haben. Ich wünsche dem Verein alles erdenklich Gute“, betont Freese.
Der Towers-Spieler Jannik Freese will 2021 seinen Master in Marketing und Sales machen und Freitag den MBC schlagen.
Hamburg. Jannik Freese hätte sich keinen besseren Ort aussuchen können, um nach dem 55:111 vom ersten Bundesliga-Spieltag gegen den FC Bayern München auf andere Gedanken zu kommen. Die Reeperbahn. Berühmt-berüchtigt dafür, dort einfach mal den Kopf freizubekommen und den Alltag hinter sich zu lassen. Doch der Center der Hamburg Towers war nicht zum Vergnügen auf Hamburgs sündigster Meile.
Den 33-Jährigen zog es vorbei an all den Clubs und Bars ins „Hamburger Ding“, dem Co-Working-Space-Center von Towers-Gesellschafter Tomislav Karajica, am Nobistor. Zum Lernen. Am 1. Oktober hat der 2,11 Meter große Basketballprofi an der Nordakademie sein Marketing-und Sales Studium begonnen. „Für mich war es immer wichtig, etwas neben dem Basketball für den Kopf zu machen“, sagt Freese, der mit seinen Kollegen am Freitag (20.30 Uhr, edel-optics.de Arena, magentasport.de live) im ersten Bundesliga-Heimspiel der Clubgeschichte auf den Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) aus Weißenfels trifft.
BWL für Spitzensportler
Freese ist ein Profisportler, der seit jeher über das Basketballfeld hinausschaut. In seinem ersten Profivertrag bei den Phantoms Braunschweig war eine kaufmännische Ausbildung bei Sponsor Kämmer Consulting verankert. Während seiner Zeit bei den EWE Baskets Oldenburg hat sich der 33-Jährige an der Universität Oldenburg eingeschrieben. „Dort wurde der Studiengang BWL für Spitzensportler angeboten“, sagt Freese, der dort mit dem ehemaligen HSV-Torwart Hans-Jörg Butt sowie den Ex-St.-Pauli-Profis Florian Kringe und Florian Bruns die Schulbank gedrückt hat und seinen Bachelorabschluss geschafft hat. „Ich hatte schon damals im Sinn, dass ich gerne meinen Master machen würde, doch ich bin häufig gewechselt, das war es schwer, sich darauf zu fokussieren“, sagt Freese.
In diesem Sommer hat der erfahrene Profi seinen Vertrag bei den Towers um zwei Jahre verlängert. Genug Zeit, um sich wieder intensiver dem berufsbegleitenden Studium zum widmen. Bis Sommer 2021 stehen zwölf sogenannte Lernmodule auf dem Plan, in dem pro Modul drei Präsenztage im Dockland an der Elbe Pflicht sind. „Das passt zeitlich aber gut. Entweder bekomme ich das zwischen den Trainingseinheiten hin, oder ich hole eine Krafteinheit am Abend nach. Den Rest kann ich online machen“, sagt Freese, der nach Ende der Saison 2020/21 seine Masterarbeit in Angriff nehmen wird.
Lehrstunden auf dem Basketballfeld
Bis dahin, so hofft der Towers-Center, bleiben auf dem Basketballfeld Lehrstunden, wie die am Montagabend beim FC Bayern München, die Ausnahme. Deshalb fordert der Führungsspieler eine deutliche Reaktion im ersten Bundesliga-Heimspiel der Clubgeschichte gegen den MBC. „Natürlich hätte man sich mehr Kampf gewünscht“, gesteht Freese offen ein: „Aber Bayern ist nicht unser Maßstab. Am Freitag zeigt sich, wer wir wirklich sind. In der vergangenen Saison haben wir gezeigt, dass wir auf schlechte Spiele ein gutes folgen lassen können“, sagt Freese, der gegen den Club aus Weißenfels sein 283. Bundesligapiel absolvieren wird.
Das ist auch nötig. Der MBC ist einer der Clubs, mit denen sich die Towers in dieser Saison auf Augenhöhe sehen. Will man nicht früh in der Saison in einen Negativstrudel geraten, können sich die Wilhelmsburger gegen die Ostdeutschen keinen Ausrutscher leisten. „Wir sind bereit. Alle sind fit und freuen sich auf den Heimauftakt. Bei allem Respekt vor dem MBC: Wir wollen am Ende vor denen in der Tabelle stehen“, so die Kampfansage des Führungsspielers.
Dafür muss aber vor allem das Defensivverhalten der Hamburger deutlich besser werden. Zu oft sah es am vergangenen Montag aus, als hätten Männer gegen Jungs gespielt. „111 Punkte sind einfach zu viel. Selbst gegen einen Club wie den FC Bayern. Wir müssen besser unsere Systeme spielen, mit Stolz verteidigen, und Energie aufs Parkett bringen“, fordert der Routinier.
Grundlage für die Zeit nach dem Basketball
Für den ersten Bundesligasieg der Clubgeschichte hat Freese seinen ganz persönlichen Glücksbringer auf der Tribüne. Freundin Adrianne Ross (34) ist derzeit zu Besuch in Hamburg und wird am Freitag ihr erstes Towers-Spiel in der Basketball-Bundesliga live erleben. Das Paar hat sich in diesem Sommer in Texas kennengelernt. Die US-Amerikanerin war selbst zehn Jahre Profibasketballerin, hat unter anderem in der US-Profiliga WNBA, in Spanien, Polen und im Libanon gespielt. Im vergangenen Jahr hatte sie ihre aktive Karriere beendet.
Daran denkt Freese noch nicht. So lange Kopf und Körper mitmachen, will der Center weiterspielen. „Aber es ist
gut zu wissen, dass ich durch mein Studium eine Grundlage für die Zeit nach dem Basketball habe“, sagt er und beginnt zu lernen. Aller Anfang ist eben schwer. Im Studium und auf dem Basketballcourt.
Die Hamburg Towers verzichteten bei der Heimniederlage gegen den SYNTAINICS MBC auf ihren Center Jannik Freese
Nach der herben Auftaktniederlage beim FC Bayern Basketball kam es am gestrigen Freitag zum ersten Heimspiel in der easyCredit BBL für die Hamburg Towers. Der Aufsteiger empfing den SYNTAINICS MBC und verzichtete in dieser Partie auf seinen Center Jannik Freese.
Towers verzichten auf Jannik Freese
Rund um die Partie wurde bekannt, dass die Trainer der Hamburg Towers auf Jannik Freese verzichten. Der Center setzte in dieser Partie aus, weshalb René Kindzeka in den Kader rutschte. Diese Entscheidung wurde deshalb gefällt, um der guardlastigen Aufstellung des SYNTAINICS MBC Rechnung zu tragen.
Am Ende nutzte dieser taktische Schachzug nichts, denn die Hamburg Towers mussten sich in ihrem ersten Bundesliga-Heimspiel am Ende dem SYNTAINICS MBC mit 83:104 geschlagen geben.