4. Februar 2022 und 1967 und 1907
Briefpapier für Flugpost
Auf der Suche nach familiengeschichtlichen Episoden konsultiere ich verschiedene Archive. Viele Bestände sind digital erfasst und über Online-Archivkataloge zugänglich (z.B. das Archiv der Berner Burgerbibliothek). Um die archivierten und katalogisierten Artefakte einsehen zu können, ist manchmal ein Antrag zu stellen, manchmal eine Mail zu schreiben und manche lassen sich direkt aus dem Katalog in einen Lesesaal bestellen, in der Regel mit einem Tag Vorlaufzeit; die Bestelllung wird dann vom Archiv per Mail bestätigt. Vor Ort sind überall Formulare handschriftlich auszufüllen und zu unterzeichnen und Benutzungsordnungen zur Kenntnis zu nehmen. Manchmal will das Archiv wissen, was ich mit dem Material vorhabe, manchmal nicht; mancherorts darf ich fotografieren, andernorts nicht.
Heute stosse ich auf etwas, das ich lange nicht gesehen habe: Briefpapier für Flugpost. Der Briefbogen ist zugleich der Umschlag. Noch in den 1980er Jahren habe ich selbst zahlreiche Briefe auf solche blauen Bögen geschrieben und erhalten. Beim Öffnen sind die richtigen Stellen aufzuschneiden, damit der Brief nicht in falsche Teile zerfällt.
Zur Archivarbeit gehört auch, dass ich vieles nicht oder kaum lesen kann. Vor ca. 1920 schreiben die Ahn:innen in alter französischer oder alter deutscher Schrift. Bei den um 1885 oder danach Geborenen verändert sich die Schrift und wird nach 1920 „moderner“, d.h. für mich lesbarer. Dankbar bin ich allen, die bereits 1906 eine Schreibmaschine benutzt haben (was vorkommt, doch leider selten der Fall ist).
(Franziska Nyffenegger)













