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Orcfacers 5
Am nächsten Morgen waren wir kaum zwei Stunden unterwegs, als wir in der Ferne die hölzerne Palisade von Nightstone sahen. Leagra erkannte als erste, dass die Zugbrücke heruntergelassen war, die Neuankömmlinge über den Graben führte, der die Stadt umgab. Ungewöhnlich war es natürlich, denn offene Stadttore wirkten ohne Frage dem Effekt einer Mauer entgegen, doch zunächst dachten wir nicht weiter darüber nach.
Südlich der Stadt sahen wir bald eine Festung auf einer kleinen Insel, die aus dem Wasser um die Stadt herausragte. Auch die Festung war von einer hölzernen Mauer umgeben, also sahen wir nicht direkt auf den steinernen Turm, aber trotz behinderter Sicht und der Entfernung von mindestens zwei weiteren Stunden, die noch zwischen uns lagen, kam mir die Form des Gebäudes merkwürdig unproportional vor, als würden einige Teile fehlen.
Während wir der Brücke nach Nightstone immer näher kamen, bestätigte sich unsere Verwunderung: nicht nur waren die Wachtürme der Stadt unbesetzt, einige der Gebäude waren schwer beschädigt und zum Teil eingestürzt, die Dächer teilweise oder komplett fortgerissen. Ich wäre arglos und unbewaffnet einfach in die Stadt spaziert, wenn nicht Aramil kurz vor Betreten der Brücke an unsere Vernunft appeliert hätte. “Wir wissen nicht, was uns dort drin erwartet”, sagte er “Vielleicht wäre es klug, die Waffen griffbereit zu haben.” Er deutete auf die Äxte an Yoggs Gürtel. Peinlich berührt murmelte ich etwas in meine Schuppen, an das nicht einmal ich mich erinnere und setzte meinen Beutel ab. Ich fischte das eiserne Kettenhemd heraus, in das auf der Brust das Emblem des Ordens eingearbeitet war - ein Handschuh, der sich um die Mitte einer langen, schmalen Klinge ballte.
Was Bo wohl jetzt tun würde?
Während ich die Schnallen meiner Armschoner festzog, beobachtete ich, wie der Halbork ebenfalls ein Kettenhemd angelegt hatte und jetzt die Gurte der Äxte an seinem Gürtel kontrollierte. Die Lederriemen der beiden Waffen, die er auf dem Rücken trug hatte er gelöst und über seinem Hemd wieder angelegt, die Äxte lagen jetzt aber neben ihm im Gras. Auch ich zog meine Gleve aus ihrem Futteral. Der hölzerne Griff fühlte sich schlank und leicht in meinem Klauen an, doch ich wusste, dass das Holz aus dem er gemacht wurde stabil und verlässlich war. Das rötliche Metall blitzte unter dem wolkenlosen Himmel und der Wind fuhr durch die blauen Quasten darunter. Der Anblick der Waffe und ihr vertrautes Gewicht in meinen Händen trieben ein Grinsen auf mein Gesicht und die Lefzen zurückgezogen entblößte ich die Zähne.
Das Holz der Zugbrücke knarzte als unsere kleine Gruppe darüber lief und das Wasser rauschte darunter. Milo trat als erster durch das Tor - und blieb dann wie angewurzelt stehen. Was wir von außen bereits erahnt hatten, stellte sich als wahr heraus; Nightstone war zerstört. Die meisten Gebäude des Dorfes hatten keine Dächer mehr, sie waren weggerissen von riesigen Felsbrocken, die überall verstreut herumlagen. Auf dem Dorfplatz, der sich vor uns eröffnete, allein lagen drei, jeder mindestens fünf Fuß im Durchmesser. Aber da war noch etwas anderes. Wir standen am westlichen Ende des Platzes, im südosten sahen wir zwei wolfsähnliche Wesen, die mit der Nase am Boden umherschlichen. Sie maßen an der Schulter etwa vier Fuß und ihr Fell war lang, zottelig und fast schwarz. Ihr Brustkorb war breiter als ihre Hüfte, die Beine kurz und stämmig, aber mit beeindruckenden Klauen bewährt, die Furchen im Boden hinterließen, wo sie entlangliefen. Als einer der Warge den Kopf hob und in Richtung der Goblins knurrte, entblößte er gewaltige Zähne, fast so groß und spitz wie meine eigenen. Die Kiefer der Kreaturen waren breit, fast so breit wie ein Menschenkopf und die Schnauzen kurz und stumpf. Sie sahen kurz in unsere Richtung, hielten dann beide die Schnauzen in den Wind und setzten mit zwei großen Sprüngen zu einem Haufen, der am Rand des Dorfplatzes lag. Zuerst hielt ich ihn für einen Lumpenhaufen, doch als die Warge sich daran zu schaffen machten, löste sich ein Arm aus den Lumpen. Mit aufsteigendem Ekel stellte ich fest, dass es sich um Leichen handelte, die dort übereinandergeworfen lagen. Angewiedert wandte ich den Blick ab und sah, dass wir weitere Gesellschaft hatten.
Halb von einem der Steine verdeckt stritten sich zwei Goblins um einen Knochen, der denen, die wir an unserem Feuer vom Vorabend zurückgelassen hatten, sehr ähnlich sah. Goblins sind hässliche, kleine Kreaturen mit spitzen Ohren, die unproportional groß im Gegensatz zu ihrem Schädel sind. Ihre Gesichter sind breit und flach, die Nasen groß und breit, als hätte jemand ein paar mal zu oft darauf geschlagen. Die beiden Exemplare, die jetzt vor uns standen, waren etwa halb so groß wie Yogg und hatten rot-braune Haut. Das heißt, zumindest glaubte ich, dass das ihre Hautfarbe war, es hätte genausogut getrockneter Schlamm oder Dreck sein können. Die Augen der Goblins waren tief in ihre Höhlen eingesunken, groß und gelb und die Stirn des größeren der beiden war so fliehend, dass es fast aussah, als sei sein Schädel oberhalb der Augenbrauen abgeschnitten. Er war auch kräftiger als sein Gegenüber am anderen Ende des Knochens, mit langen Armen und sehr großen Händen und Füßen. Die ebenfalls verdächtig schlammfarbenen Haare waren an seinem Hinterkopf zu einem dünnen Zopf zusammen gebunden, in den einige kleine Knochen, wahrscheinlich von einem Huhn oder kleinen Vogel, hineingeflochten waren. Der kleinere der beiden Goblins hatte gar keine Haare und sein Schädel war unregelmäßig verformt und narbig. Er trug eine Armbrust auf den Rücken geschnallt, die zwar schon abgenutzt und alt aussah, aber durchaus einsatzbereit. Die Sehne war eingespannt und das Metall des Zugs glänzte. Beide zerrten an dem Knochen und keiften sich unverständlich mit schrillen, misstönenden Stimmen an. Dem Umstand, dass sie beide so vertieft in dieses sinnlose Gerangel waren, war es wohl auch zu verdanken, dass sie uns nicht bemerkten, obwohl wir noch immer regungslos dastanden und sie anstarrten.
Endlich wurde ich mir der Situation bewusst und löste den Blick von den Streithälsen vor uns. Fünf Fuß vor uns lag einer der großen Steine in der Erde; er war offensichtlich mit großer Kraft dorthin befördert worden, denn er hatte sich tief in den Staub gegraben. Ich ging in die Knie und machte zwei große, gebückte Schritte dahinter ohne allzuviel Lärm zu machen. Die anderen folgten mir und wir kauerten uns in die Deckung des Felsbrockens. Ich sah mich um.
Links von uns, an der nördlichen Hälfte des Dorfplatzes und am nächsten an der Stadtmauer stand ein größeres Haus, dessen Dach im Gegensatz zu den anderen Gebäuden noch intakt war. Es war groß, mit zwei Erkern an den langen Seiten, die ihm einen kreuzähnlichen Grundriss gaben. Die Fenster an den Seiten der Erker waren groß und aus gefärbtem, aber trüben Glas, das Dach spitz und erst vor kurzen mit neuem Stroh gedeckt worden: ein Tempel wahrscheinlich. Das Bauwerk daneben war noch größer, zweistöckig und anscheinend mehrfach von den Felsen getroffen worden. Ein Schild baumelte an einem Haken über der Tür auf dem in roter Farbe ein Name stand, darunter ein gemalter Hahnenkopf. “Zum goldenen Gockel”, entzifferte ich mühsam.
Vorsichtig richtete ich mich auf und lugte über den Stein auf den Platz. Genau in der Mitte des Platzes sah ich ein tiefes Loch. Es sah nicht aus wie ein Krater, also nicht, als ob etwas darin eingeschlagen hätte, sondern viel so, als hätte bis vor kurzem etwas dort gestanden. Ein Balken vielleicht, oder ein Stein.
Zu unserer Rechten erstreckte sich ein Feld mit Kartoffelpflanzen, jetzt verwüstet durch zwei Brocken, die die lockere Erde aufgewühlt und die jungen Pflanzen darin zerstört hatten. Dahinter, fast 100 Fuß entfernt erhob sich ein Hügel mit einer Windmühle darauf, die noch recht intakt aussah. Die Mühlblätter bewegten sich auch, allerdings eher ruckartig und nicht gleichmäßig. Die Entfernung war zu groß, um mir sicher zu sein, aber es sah so aus, als würde jemand oder etwas auf dem Holz der Flügel herumklettern und springen. Ich entschied später darauf zurückzukommen und in der Zwischenzeit darauf zu achten, der Mühle nicht ohne Deckung zu nahe zu kommen.
Abgesehen von den streitenden Goblins hörte ich zunächst keine Stimmen oder Lebenszeichen, also spitzte ich die Ohren (dabei stellen sich die Fächerartigen Ohrmuscheln an den Seiten meines Kopfes übrigens in der Tat auf) und schloss die Augen. Weiter entfernt und dumpf hörte ich weitere aufgeregt-schrille Stimmen, die denen auf dem Dorfplatz deutlich ähnelten. Außerdem klirrte Metall in einem der Häuser und irgendwo zersplitterte wohl eine Glasscheibe. Keines dieser Geräusche deutete auf die eigentlichen Bewohner von Nightstone hin, also fragte ich mich, ob sie geflohen oder alle tot waren. Goblins waren böse Kreaturen, aber ich bezweifelte, dass sie in der Lage wären, ein ganzes Dorf einfach so auszulöschen. Normalerweise endeten Goblin Angriffe in einem großen Chaos, vielen Scherben und vielleicht ein paar Toten, doch meistens überfielen sie Reisende oder Karawanen, selten befestigte Anlagen und ich hatte tatsächlich noch nie davon gehört, dass ein Goblin-Stamm ein ganzes Dorf ausgelöscht hatte. Außerdem hätten so kleine Kreaturen sicher nicht diese Felsbrocken über die Mauer werfen können, reflektierte ich und kratzte mit einer Kralle leicht über den Stein.
Egal wer diesen Angriff zu verantworten hat, wir müssen nach Überlebenden oder Verletzten suchen.
Der Tempel war das nächstgelegene Gebäude und ich war mir relativ sicher, es erreichen zu können, ohne dass die Goblins uns bemerkten, denn ihr Streit hatte nicht an Lautstärke verloren. Ich suchte Yoggs Blick, der in diesem Moment die Windmühle musterte und deutete auf den Tempel. Hinter ihm nickten Milo und Leagra, die meine Geste sahen und traten leise einen Schritt weit aus der Deckung. Aramil hatte sich gegen den Fels gepresst und schaute nervös immer wieder darum herum und zu den Goblins. Die Warge hatten die Köpfe noch immer in dem grauenvollen Haufen vergraben und ein widerwärtiges Reißen und Knirschen war von ihnen zu hören. Yogg griff nach seiner Schulter und nickte zum Tempel herüber. Aramil sah ihn einen Moment verständnislos und mit einem Gesichtsausdruck voll Ekel und Unglauben an, dann schluckte er und schickte sich an, dem Halbork zu folgen. Aramil in die Mitte nehmend schlichen wir hinter dem Felsen hervor und drückten uns gegen die Hauswand des Tempels. Yogg ging voran und drückte langsam die Tür auf. Sobald sie sich einen Spalt geöffnet hatte, schlüpfte der kleine Milo hindurch, Leagra folge ihm auf den Fuß. Als nächstes betrat Aramil vorsichtig den Tempel, schließlich ich selbst und mit einem prüfenden Blick über die Schultewr schließlich auch Yogg.
Das innere der Gebetsstätte war weitläufig und weitestgehend leer, einzig einige Bänke und Kerzenleuchter füllten den vorderen Teil des Hauses. An der hinteren Wand standen einige Tische, drapiert mit schönen Stoffen, darauf Kerzen, Bücher und diverse Kelche und Teller. Davor stand eine große, Flache Schüssel aus glänzendem Metall auf einem dreifüßigen Podest verziert mit filigran gearbeiteten Ornamenten. Davor auf dem Steinboden lagen Getreidebündel, Kürbisse und Salatköpfe, Obst und Gemüse aller Art, einige Münzen und silbernes Besteck. Vor dem Fenster, das wir vorher nicht gesehen hatten lagen bunte Glasscherben; es war zerbrochen.
Plötzlich klapperte es laut hinter einem der Tische und ein Goblin landete auf der Tischplatte. Mit einem schrillen Kreischen und einem Dolch in der Hand machte er einen Satz nach vorne und rannte auf Milo zu, offensichtlich in der Hoffnung den Halbling überwältigen zu können, der am wenigsten viel größer war als er selbst. Doch der Goblin hatte kein Glück: Leagras Bogen surrte als ihr Pfeil von der Sehne schnellte. Der Goblin wurde von der Wucht des Pfeils in seiner Schulter zurückgerissen, stolperte und hörte auf zu kreischen. Yogg stand einen Herzschlag später über ihm und einen weiteren Herzschlag später verstummte der Goblin endgültig, den Kopf unnatürlich verdreht. Der Halbork hockte sich neben ihn und nahm etwas aus der zweiten Hand des Wesens. Es war ein kleines Amulett, das silbern glänzte. Yogg hielt es kurz hoch, drehte es zwischen den Fingern, zuckte dann mit den Schultern und steckte es in die Tasche seiner Hose.
Ein kurzes Umsehen im Raum bestätigte was wir schon ahnten; hier war niemand mehr. Doch das ein Tempel in diesem Zustand zurückgelassen wurde, musste etwas bedeuten; die Opfergaben lagen noch größtenteils unangetastet in oder vor der Schale und Aramil hatte eine Schriftrolle mit der angefangenen Kopie eines Textes gefunden, auf der ein Tintenfass ausgelaufen war. Kein Priester den ich kannte, hätte seine Stätte der Verehrung so zurückgelassen, völlig egal welcher Gottheit sie geweiht war. Zumindest nicht freiwillig.
Nach dem Gekreische des jetzt toten Goblins konnte ich mir kaum vorstellen, dass uns noch immer niemand bemerkt hatte, trotzdem bemühten wir uns um Unauffälligkeit, als wir wieder aus der Tür heraustraten. Die Goblins waren verschwunden, ebenso wie die Warge. Das war natürlich nicht wirklich ein gutes Zeichen, denn jetzt wussten wir nicht, von wo sie angreifen würden. Vorsichtig gingen wir zu dem Inn, als wir von der Seite ein Knurren hörten.
Auf einem schmalen Pfad, der links am Inn vorbeiführte stand ein Warg mit gefletschten Zähnen, der in diesem Moment zum Sprung ansetzte. Die Gleve in der Hand machte ich einen schnellen Schritt auf ihn zu und schwang sie in einem schnellen Halbkreis von unten in den Sprung des Warges. Seinen Bauch erwischte ich nicht wie geplant, aber die Klinge schlitzte ihm den Hinterlauf auf. Der Warg jaulte als er auf dem Boden aufkam und setzte erneut zum Sprung an. Von hinter mir zischte eine Dornenranke auf den Warg zu und wickelte sich um seine Mitte. Die Fingerlangen Dornen gruben sich tief in das Fleisch des Monsters und schleuderten es zu Boden, dann löste sich der Zauber, der von Milo gekommen sein musste, auf. Ich hob erneut die Gleve und lies sie auf den Wolfskopf heruntersausen. Ich durchtrennte den Hals des Monsters mit einem Schlag.
Ich wischte die Klinge an meinem Stiefel ab und drehte mich zu den anderen um. Yogg sah grimmig aus und angespannt. Er ging voran in das Inn, wir folgtem ihm.
Gleich neben der Tür im vorderen Raum war ein riesiger Stein eingeschlagen. Überall verstreut lagen Holzsplitter, Bücher, Möbelstücke und Steinsplitter. In der Mitte des Raums an der rechten Seite führte eine Treppe nach oben, dahinter führte eine Tür in einen weiteren Raum. Wir konnten deutlich hören, dass jemand dort war, denn es klapperten Teller und wir hörten Goblin-Stimmen. “Wir kümmern uns darum”, flüsterte Yogg und winkte mich zu ihm. Leagra zog einen Pfeil auf die Bogensehne, ging zurück zur Tür und hockte sich vor den Spalt zwischen Tür und Ramen, sodass sie den Dorfplatz im Blick hatte und uns niemand überraschen konnte. Milo und Aramil blieben erst etwas unschlüssig stehen, dann folgten sie uns mit einigem Abstand.
Orcfacers 4
Als wir an eine Weggabelung kamen, begann sich der Himmel gerade orange zu verfärben. Ein Wegweiser zeigte, dass wir uns, um nach Nightstone zu kommen, nach Osten wenden sollten, doch wir entschieden uns, vorher ein Lager aufzuschlagen um die Nacht zu verbringen.
Jeder von uns stellte ein einfaches Zeit auf, sodass sie einen Kreis um das Feuer bildeten, dass Aramil etwa 15 Minuten vom Weg entfernt entfacht hatte. Der fein gekleidete Städter schien magisch begabt zu sein, er sprach bloß ein kurzes Wort und schon leckten Flammen an den aufgeschichteten Scheiten.
Die Tiere, die Leagra für uns gejagt hatte, waren schnell gehäutet, über den Flammen gegart und fast noch schneller verputzt, zumindest bei Yogg und mir. Aramil und Leagra aßen gesittet und sorgfältig, Milo hatte das Fleisch seiner Wachteln sogar erst in einem kleinen Topf mit Wasser und einigen Kräutern gekocht. Mit vollen Mägen fiel es uns endlich leichter, und entspannt zu unterhalten. Milo holte eine Panflöte aus seinem Beutel, ich wickelte die Dulcimer aus ihrem Tuch und wir spielten einige Lieder - zwar mehr schlecht als recht, aber das Stück “Schmecken Jungfrauen besser?”, schmetterte ich aus voller Kehle und Yogg und Aramil stimmten bald mit ein.
Als das Feuer beinahe heruntergebrannt war, zogen sich Leagra und Milo in ihre Zelte zurück. Yogg gähnte herzlich, kratze sich grunzend den Bauch und schaute prüfend in Milos Topf, wohl in der Hoffnung, dort noch Reste des Abendessens zu finden. Als er missbilligend feststellte, dass der Halbling alles aufgegessen hatte, stapfte auch er zu seinem Zelt und ließ sich auf die dünne Matte fallen, die er unter der Plane ausgerollt hatte. Er vergingen keine fünf Minuten bis das lautstarke Schnarchen des Halborks aus dem Zelt zu Aramil und mir an die Feuerstelle drang.
Der vermeintliche Tiefling und ich saßen an der erkaltenden Glut, die nur noch wenig Licht spendete und waren still geworden. Die Dulcimer lag noch immer auf meinem Schoß und die Saiten tönten leise, als ich sie wieder in ihren Schutz einschlug. Aramil saß aufrecht wie immer und starrte gedankenverloren vor sich auf den Boden, auf den die Reste des Feuers Muster aus Schatten malten. Das Lachen, das eben noch seine Züge aufgehellt hatte, war verschwunden und ein melancholischer Zug lag um seine Mundwinkel.
Ich musterte das Gesicht unter der Perücke ausgiebig, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht sicher sein, welche Rasse mein Gegenüber nun hatte. Immer wenn ich gerade sicher einen Tiefling zu erkennen schien, flackerte das Licht kurz oder ich blinzelte und sein Gesicht schien wieder merkwürdig unidentifizierbar. Ein paar mal schickte ich mich an, ihn einfach danach zu fragen, immerhin wollte ich ihm ja nichts böses, doch sobald ich die Worte auf meiner Zunge spürte, konnte ich mich doch nicht mehr dazu durchringen.
Letztendlich blieb ich still und obwohl meine Mimik Bände gesprochen haben muss (ich gab mir keinerlei Mühe unauffällig zu starren), schwieg auch Aramil weiter. Nach etwa einer halben Stunde des unangenehmen Schweigens streckte ich meine steifen Knie und Klauen, wünschte Aramil eine gute Nacht und legte mich in mein eigenes Zelt. Der Tiefling-oder-nicht blieb am Feuer zurück. Als ich mich in meine Decke wickelte, die Wärme der Glut im Rücken und die frische Kälte des Wäldchens um uns herum im Gesicht beschloss ich, nicht weiter über ihn nachzudenken. In gegebener Zeit würde er seine Maskerade entweder fallen lassen, so er eine trug, oder seine Herkunft würde sich irgendwie anders zeigen; niemand konnte ewig verbergen woher er kam, davon war ich überzeugt. Ich sollte recht behalten.
In dieser ersten Nacht mit meinen neuen Gefährten träumte ich wild; von Bo und den Hallen des Clans, von Waffen und Feuer und Klängen von Flöten und Saiten. Plötzlich stand ich an einem Abgrund, tief und schwarz. Winden zerrten an mir, die verdächtig nach Rosen rochen und schienen mich nach unten zu ziehen. Als ich mich umdrehte, sah ich vor mir eine große flammende Pforte. Ich ging darauf zu und sah dahinter eine riesige Höhle voller Flammen. Neben mir bemerkte ich einen Pfad, der zwischen Abgrund und Pforte entlang führte. Ich ging eine Weile den Weg entlang und stand plötzlich auf einem Schiff, das in einer Bucht lag. Um mich herum sah ich niemanden, trotzdem fühlte ich mich beobachtet. Gleich neben meinem Ohr hörte ich ihn dann.
Den Ruf.
Der nächste Morgen kam und ich hatte den Gedanken an meine Träume schnell vergessen; ein Halbling-Frühstück hilft Wunder dabei. Während ich mich anzog und mein Bündel wieder verschnürte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie Aramil, der gerade seinen Gehrock wieder angelegt hatte, innehielt und eine schnelle Bewegung mit den Händen vor Gesicht und Oberkörper machte. Dabei murmelte er wie zuvor beim Anzünden des Feuers ein nicht verständliches Wort und sofort stach mir der Rosengeruch, den ich zuvor bereits bemerkt hatte erneut in die Nase.
Tatsächlich ein Zauberer also, dachte ich. Yoggs Bekannter versprach ein Interessanter Begleiter zu werden. Ich hatte mich schon gefragt, wie er sich gegen eventuelle Gefahren zu wappnen gedachte. Milo und Leagra trugen jeweils ein Kurzschwert mit sich, Leagra außerdem natürlich ihren Langbogen. Es war allgemein bekannt, dass Druiden wie der Halbling Magie auch im Kampf einsetzen konnten; ebenso offensichtlich war Yogg wehrhaft. Einzig Aramil wirkte in seinem feinen Zwirn eher deplatziert. Als Zauberer standen ihm aber diverse Verteidigungen zur Verfügungen, die wir anderen nicht anwenden konnten, das wusste ich. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel mit richtigen Zauberern zu tun gehabt; beim Orden waren zwar natürlich magisch Begabte, aber vor allem andere Paladine und Kleriker, die einer bestimmten Gottheit dienten (meistens Tyr, Helm, Torm oder Hoar). Zauberer schöpfen ihre Kraft aber nicht aus dem Wohlwollen einer Entität, sondern aus einer Quelle der Kraft in sich selbst. Dieses seltsame Fehlen einer verpflichtenden Bindung hatte mich bereits früher irritiert. Es machte die Leute schwer einzuschätzen aber machtvoll und das war eine Kombination die ich nicht schätze.
Als wir unser Lager abgebaut hatten und wieder auf dem Weg waren, lief es sich bereits bemerkenswert leichter als am Tag zuvor. Milo erzählte von seiner Zeit in Goldenfields, wo er für etwa 10 Jahre im Dienst der Smaragd-Enklave gedient hatte; wunderliches Zeug, von laufenden Bäumen, weiten Feldern und einem Gasthaus, das von einem Yeti geleitet wird. Yogg interessierte sich vor allem für die Laufenden Bäume. “Und sie können sogar sprechen?” fragte er abwechselnd mit “Das glaube ich dir nicht, Halbling!”.
Aramil wollte mehr über die Smaragd-Enklave wissen, was ihre Ziele sind und wie die Druiden ausgewählt werden, die dort stationiert sind. Auf seine bohrenden Fragen lachte Milo bloß und erklärte: “Wir wollen, was das beste für alle ist; die Bürger von Faerun, und für alle anderen Wesen. Es ist eine Ehre für uns, unseren Dienst zu leisten, da braucht man keine besondere Auswahl für. Für alles andere, mein Freund, musst du unsere Oberen fragen; ich bin nur ein einfacher Halbling.”
Leagra und Yogg blieben auch heute eher schweigsam, aber von ihnen ging keine so abweisende Stille mehr aus, wie am Tag zuvor. Endlich erzählte sogar Aramil von seiner Familie, einem Diplomatenhaus aus Daggerford und gab zögerlich zuerst, dann aber mit wachsendem Selbstvertrauen eine Anekdote zum Besten.
“Einer der weniger bekannten Herrscher von Daggerford war Graf Dovenwind. Er sollte eine Herrschaft des Maldwyn Daggerfords verhindern, da letzerer bekanntlich völlig ungeeignet war für diese Aufgabe.”, erzählte der Zauberer.
“Dovenwind ist zwar eigentlich nur ein entfernter Verwandter des Hauses Daggerford nicht in der Nähe der Stadt aufgewachsen, aber zum Wohle des Volkes hat damals noch meine Mutter eine äußerst clevere Geschichte erdacht, um einen freundlicher gesinnten Herrscher ins Amt zu setzten. Leider war ich zu jung um mich an den genauen Plan zu erinnern, es hatte jedoch mit der Gründungsgeschichte von Daggerfall und nicht korrekt verzollten Waren zu tun. Jedenfalls wurde der Herrschaftsanspruch über eine Generation eimngefordert und erreicht. Die Bürger Daggerfords waren außer sich vor Freude und die “River Shining” Taverne hat zur Begrüßung des baldigen neuen Fürsten in der Stadt dessen Leibgericht für die ganze Stadt zubereitet, inklusive dem Ehrengast und gerade in der Stadt angekommenen Grafen Dovenwind.” fuhr Aramil fort und strich sich die Falten aus den Ärmeln der Jacke.
“Es wurde eine Farce von Kaninchen auf Gedünstetem Wurzelgemüse an kross gebratenen Pilzchips.” Ich grinste bei diesen Worten. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nichts gegessen, das von irgendjemandem so hätte bezeichnet werden können.
“Es stellte sich als keine leichte Aufgabe heraus, diese Zutaten in der Region um Daggerford aufzutreiben, aber die Taverne hat einen Koch, der in der ganzen Region bekannt ist. Das Mahl wurde bereitet die Gäste waren entzückt, der Graf wenig später tot.” Yogg hustete ein überraschtes Lachen bei dieser trockenen Formulierung. “Wie sich herausstellte wächst bloß eine einzigartige Sorte Steckrüben im Boden um Daggerford. Eine Sorte gegen an deren potentes Gift sich die Bewohner von Daggerford über Generationen gewöhnt hatten, Graf Dovenwind, der wie gesagt nicht in der Region aufwuchs, nicht. Und so kam es, dass Daggerford versehentlich den eigenen Grafen vergiftet hat und Maldwyn Daggerford doch noch an die Macht kam - bis zu seiner lang ersehnten Ablösung durch seine Schwester Morwen.” Er räusperte sich. “Die Bewohner von Daggerford reden natürlich nicht gerne über diese Affäre, da sie Angst habe, es schrecke etwaige Gesandte oder ähnliche Würdentrager ab. Idiotisch, da alle Karotten egal welcher Gattung seither innerhalb der Festen von Daggerford verboten sind.” Darüber lachten wir erst und dachten dann eine Weile darüber nach.
“Hey Milo, Leagra”, sagte Yogg irgendwann. “Ihr kennt euch doch mit Steckrüben aus, oder?” Beide dachten anscheinend gründlich darüber nach und nickten dann. “Allerdings... sollten wir wohl nicht in der Nähe von Daggerford nach ihnen suchen. Denn davon hatte ich noch nicht gehört...” erwiderte Milo nachdenklich.
Als wir an dem Abend das Reh verspeisten, das von Leagra geschossen und von Milo in einer vorzüglichen, steckrübenfreien Sauce gekocht worden war, war die Stimmung ausgelassen und fast freundschaftlich. Ich schlief traumlos in dieser Nacht.
Heute besonders kurz. #butstill #orcfacers #dnd #dungeonsanddragons #firsttimethisyear
It's been way to long. #dnd #5e #dungeonsanddragons #d20 #newdice #orcfacers
Fast vergessen. #dnd #5e #dungeonsanddragons #orcfacers #d20 #schnetzelsamstag #zombieslayer
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Orcfacers 3
Im klappernden Rhythmus der Orkschritte waren wir nun auf dem Weg Richtung Süden und hofften, Nightstone in zwei oder drei Tagen zu erreichen. Am ersten Tag sprach niemand viel, abgesehen von ein paar Höflichkeit störten kaum Worte die Geräuschkulisse aus Schnaufen, Stapfen und Klirren. Mit fiel auf, dass sich Aramil weiter Abseits als die anderen hielt und stets darauf bedacht schien, dass Kleidung und Perücke, die er nach wie vor trug, nicht verrutschten.
Seine Körperhaltung war bemerkenswert aufrecht, fast schon steif und obwohl er das Kinn stets ein wenig weiter erhoben hielt, als natürlich wirkte, mied er es, uns in die Augen zu schauen. Einzig Yoggs Blick suchte er bei den Rastpausen stetig. Immer einige Schritte hinter mir und eine Wegesbreite neben Milo und Leagra hielt er penibel einen Abstand von fünf Fuß zu dem Ork ein, als ob er ein unsichtbares Maßband zwischen den beiden gespannt halten wolle.
Mir war außerdem aufgefallen, dass von dem Tiefling
Oder ist er vielleicht doch keiner? Ich sehe Pupillen in seinen Augen, anders als in Waterdeep.
ein ständiger Geruch nach Rosen ausging. Nicht nur saß seine Kleidung durchgehend perfekt, es schien sich auch kein bisschen Straßenstaub darauf abzusetzen. Der dunkelrote Gehrock, auf den die gepuderten grauen Locken der Perücke fielen trug silberne Schließen, die nach einem Tag Marsch noch genauso glänzten wie im Licht der Lampen der Stadt. Darunter trug Aramil ein dunkelblaues Hemd aus feinem Leinen ein brokatbesetztes Wams in dem gleichen Rotton wie der Gehrock darüber. Die langen Beine waren in dunkelgrüne Hosen gehüllt, die an den Knien geschnürt waren, darunter Strümpfe und schwarze Schuhe mit großen Schnallen, ebenfalls silbern schimmernd und nach wie vor glänzend wie frisch poliert.
Meine eigene Kleidung wirkte daneben mehr als dürftig; Leinenhemd und Lederwams besaß ich mittlerweile bereits seit drei Jahren und das sah man ihnen auch an, ebenso die weite Hose aus dunklem Stoff. Schuhe trug ich natürlich keine, meine schuppigen Klauen hätten sowieso jedes Schuhwerk in kürzester Zeit zerfetzt. Das Siegel meines Ordens, das an einer Kette von meinem Gürtel baumelte (eigentlich war sie natürlich dafür gedacht um den Hals getragen zu werden, aber jede Kette pflegte sich in den schuppigen Fortsetzungen an meinem Hinterkopf zu verheddern), war der einzige Schmuck den ich trug.
Zuhause bei meinem Clan hatten wir einige Goldschmiede, die wunderschöne Schmuckstücke herstellten. Die Kunst der Vayemniri ist pragmatisch und bei weitem nicht so ausgereift wie die der Elfen oder Zwerge, aber sie verstanden es, Steine und Metalle auf die Farben der Schuppen meiner Brüder und Schwestern abzustimmen und Waffen zu schmieden, die nicht nur robust und meisterhaft gefertigt waren, sondern auch perfekt an den Träger angepasst und kunstfertig verziert. Gedankenverloren ließ ich die Quasten der Gleve um meine Krallen spielen. Eine messingfarbene Münze, die in die Quasten eingearbeitet war, schwang gegen die Schuppen meiner Schulter. Sie trug die Rune des Clans Daardendrian, das D des Lokharischen Alphabets auf der einen Seite und mein R auf der anderen.
Als ich 12 Jahre zuvor den Clan verlassen hatte, war mir meine Gleve von den Ältesten überreicht worden, angefertigt nur für mich im Gegenzug für das Versprechen, dem Namen Ruhm und Ehre zu machen. Mit damals fünfzehn Jahren, also als Erwachsen nach unseren Standards, hatte ich den Schutz der Gemeinschaft verlassen und war beim Orden in die Lehre gegangen. Mein Lehrer, ein Mensch namens Bo Lucco hatte mir alles weitere beigebracht, von den Verwaltungsstrukturen in den großen Städten bis hin zum Spielen der Dulcimer, die ich im Augenblick in meinem Beutel verstaut auf dem Rücken trug.
Er war auch der erste, mit dem ich sprach, nachdem ich das erste mal den Ruf gehört hatte.
Bo war ein guter Lehrer und ein guter Ritter gewesen und ein außergewöhnlicher Freund. Ich hatte lange zu ihm aufgesehen und obwohl ich alle Ordensbrüder als soetwas wie Familie betrachtete, nahm Bo eine besondere Rolle in alldem für mich ein. Das heißt, bis zu dem Tag, an dem er die Succubus traf. Bo war nicht dumm und alles andere als unerfahren im Umgang mit Monstern und bösen Kräften, er musste also erkannt haben mit wem er es zu tun hatte. Geholfen hatte ihm all das aber nicht. Bos Verfall war rasant; nach dem er sich vom Orden abgewandt hatte, verlor er schnell seine Habseligkeiten und sein Haus, ging bald nur noch gebeugt und begann mit sich selbst zu sprechen. Die anderen Ritter versuchten die Succubus zu finden um sie zu töten und Bo von seiner Obsession zu befreien, doch sie war schon längst nicht mehr zu finden. Meinen alten Lehrer hatte sie zurückgelassen ohne ihn vollständig auszusaugen, aber nicht ohne ein krankhaftes Verlangen nach ihr in seinen Kopf zu pflanzen, dass ihn jetzt langsam seines Charakters beraubte. Ein halbes Jahr später war von dem herzlichen, lauten Mann bloß noch ein stotternder Sonderling übrig, der mit 43 aussah wie ein Mensch am Abend seines Lebens. Die Ordensbrüder gaben ihm eine Kammer im Ordenshaus in Beregost und gaben ihm zu essen und zu trinken, wuschen seine Wäsche und schickten einen Arzt, wenn er krank wurde. Unterhalten konnte man sich aber nicht mehr mit ihm, und niemand wusste so wirklich, wieviel von seiner Umgebung Bo noch wahrnahm.
Ohne meinen Lehrer und ohnehin fast am Ende meiner Ausbildung, stieg ich jetzt vom Knappen zum Ritter auf und wartete auf eine Gelegenheit, mich zu beweisen. Mit dem Brief von Lady Velrosa ergab sich genau das und ich reiste nach Waterdeep.
“Ich habe hier zwei Kanninchen für dich.”
Leagras melodische Stimme riss mich aus meiner Nostalgie. Die Elfe stand neben mir und hielt am ausgestreckten Arm zwei tote Tiere in meine Richtung, von denen noch Blut auf den staubigen Boden tropfte. Ich blieb stehen und nahm sie verdutzt entgegen; ich hatte nichteinmal bemerkt, dass die Elfe den Weg verlassen hatte um zu Jagen, geschweige denn, dass sie wieder zurück war.
“Danke.”, sagte ich wenig eloquent und staunte nicht schlecht, als ich die anderen Beutetiere, mehr Kanninchen und einige Wachteln, bemerkte, die an einem Riemen zusammengebunden über ihre Schulter baumelten. Die schönen Augen auf mich gerichtet neigte sie den Kopf zu einem leichten Nicken, drehte sich dann auf dem Absatz um und machte zwei lange Schritte zu Yogg, um auch ihm einen Teil ihrer Beute zu geben.
Ich ließ mich ein paar Schritte zurückfallen, bis ich neben Milo lief und fragte: “Wielange war sie denn weg?”. Der Halbling lachte und antwortete amüsiert: “Etwa eine halbe Stunde. Mach dir nichts draus; Leagra ist ehrgeizig bei ihren Fähigkeiten als Jägerin.”
“Ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, jagen zu gehen. Mit frischem Fleisch habe ich auf der Reise nicht gerechnet.” Ich musterte die Kanninchen in meiner Hand. “Ich sollte sie dafür bezahlen, oder nicht?” Milo lachte nochmal, ein ansteckendes, herzliches Lachen. “Willst du sie beleidigen? Ich an deiner Stelle würde es nicht versuchen. Ranger wie sie sind bei soetwas empfindlich.”
