Wer nicht sparen will, muss fühlen

seen from Canada
seen from Malaysia
seen from Indonesia

seen from Malaysia
seen from Türkiye
seen from Canada
seen from Netherlands
seen from Germany
seen from United Kingdom

seen from Malaysia
seen from United States

seen from United States

seen from United Kingdom

seen from Australia

seen from Malaysia

seen from United States
seen from Russia
seen from Türkiye

seen from South Africa
seen from India
Wer nicht sparen will, muss fühlen
Are we schnorrers, willing to take good gifts from the Messiah, but only if they don't cost us anything in return?
Larry Brandt
Schnorrer
The story is told of a schnorrer [a Yiddish term for a beggar or sponger - Ed.] in a little shtetl [a Yiddish term for a small town - Ed.]. The townspeople asked only one small favor of him in return for their tzedakah [a Yiddish term for charity - Ed.] – that the schnorrer should blow the horn when the Messiah comes. But the schnorrer, who was reluctant to take upon himself even the slightest obligation, declined. “You need sound the horn only once,” pleaded the people, "only when Messiah shall appear." The schnorrer replied, "It would be just my luck that he would come tomorrow!"
Are we schnorrers, willing to take good gifts from the Messiah, but only if they don't cost us anything in return?
~ Larry Brandt
#gojira #godzilla #schnorrer #beggar (๑•͈ᴗ•͈)◞✏~ #illustration #comic #cartoon #sketch #drawing #zeichnen #kunst #art https://www.instagram.com/p/Bt2zF-MnE3V/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=9aaujeii8f5b
Italien: Die Schnorrer von Rom - Kolumne
Neuer Beitrag veröffentlicht bei https://melby.de/italien-die-schnorrer-von-rom-kolumne/
Italien: Die Schnorrer von Rom - Kolumne
Donnerstag, 24.05.2018 15:23 Uhr
In einem Interview, das der fabelhafte Sven Michaelsen kürzlich mit Rem Koolhaas geführt hat, sprach der Architekt über die Verheerungen, die in der Schweizer Bergwelt angerichtet werden. Überall stünden jetzt Chalets reicher Mailänder Designer. Man sehe kaum noch Einheimische. Es rieche auch nicht mehr nach Kuhmist, weil es keine Kühe mehr gebe.
Ich musste an diesen Satz über italienischen Reichtum denken, als am Montag in Rom der kommende Premierminister präsentiert wurde. Die neue Regierung verspricht den Italienern den Himmel auf Erden: weniger Steuern, früher in Rente und ein allgemeines Grundeinkommen. Nach ersten Schätzungen summieren sich die Ausgaben für die Wohltaten auf 100 bis 125 Milliarden Euro im Jahr.
Kein armes Land
Weil sich die Koalitionäre nicht darauf einigen konnten, wo sie entsprechend sparen könnten, haben sie sich entschlossen, die Rechnung an die Nachbarn weiterzureichen. 250 Milliarden Euro sollen die Europartner Italien an Schulden erlassen, so steht es im Ursprungstext des Koalitionsvertrages, den die Spitzen von Lega und Cinque Stelle ausgehandelt haben.
Inzwischen ist der Schuldenerlass in den unsichtbaren Teil des Vertrages gewandert. Der italienische Staatspräsident, der die Sache noch absegnen muss, sei kein Freund von Deals zu Lasten Dritter, heißt es. Aber damit ist die Idee selbstverständlich nicht vom Tisch. Man muss nur darauf warten, dass die Tinte unter den Ernennungsurkunden trocken ist, dann kommt sie wieder zum Vorschein.
Italien ist kein armes Land. Der Norden des Landes gehört zu den wohlhabendsten Regionen der Welt. Ein Blick auf die Vermögensverteilung zeigt, dass Italiener sogar deutlich reicher sind als Deutsche. 275.205 Euro besitzt laut der London School of Economics ein italienischer Durchschnittshaushalt – das sind 80.035 Euro mehr als sein deutsches Pendant. Tatsächlich könnte Italien seine Schulden aus eigener Kraft begleichen, wenn sich die Regierung entschließen würde, die Bürger an der Sanierung des Staatshaushalts ernsthaft zu beteiligen. Es wäre schon ein großer Schritt getan, könnten sich die Italiener dazu durchringen, ihre laxe Steuermoral aufzugeben.
Der Bettler sagt wenigstens Danke
Wie soll man das Verhalten einer Nation nennen, die erst die Hand aufhält, um sich ihr sprichwörtliches dolce far niente von anderen finanzieren zu lassen – und dann damit droht, den Geldgebern den Knüppel über den Kopf zu ziehen, wenn diese auf einer Begleichung der Schuld bestehen? Bettelei wäre der falsche Begriff. Der Bettler sagt wenigstens Danke, wenn man ihm den Beutel füllt. Aggressives Schnorren trifft die Sache schon eher.
Tatsächlich läuft die Sache auf eine Erpressung hinaus. Entweder ihr erfüllt unsere Forderungen oder wir lassen den ganzen Laden auffliegen: Das ist die unausgesprochene Drohung hinter dem Entschluss, für Italien ein Ende aller Schuldenregeln einzuläuten. Gegen Italien war Griechenland ein Klacks. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums, fast ein Viertel der Gesamtverschuldung der Euroländer geht auf das Konto Italiens. Wenn die Italiener beschließen, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen, ist der Euro am Ende, und die Deutschen sind alles Geld los, das sie zu seiner Rettung eingesetzt haben.
Der Mann, der der Querfront in Rom die Waffe in die Hand gedrückt hat, mit der sie nun auf die Nachbarn zielt, sitzt in Frankfurt. Wenn die Deutschen merken, dass sie sich für ihre Schuldentitel nichts kaufen können, sollten sie sich an Mario Draghi erinnern, der sie als Angsthasen verspottet hat, als er ihre Lebensversicherungen und Sparguthaben entwertete.
Experiment in postnationaler Politik
Man werde alles tun, was erforderlich sei, um den Euro zu retten, hatte Draghi auf dem Höhepunkt der Eurokrise versprochen: „Whatever it takes.“ Das Versprechen haben sie sich in Rom gemerkt. Auf rund 390 Milliarden Euro beläuft sich der Wert italienischer Staatsanleihen, die auf den verschlungenen Wegen des Währungssystems Eingang in die Keller der Europäischen Zentralbank gefunden haben. Jetzt bleibt der EZB nichts anderes, als ihre Politik fortzusetzen, weil jeder deutliche Anstieg der Zinsen den italienischen Staat in die Zahlungsunfähigkeit treiben würde.
Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen über ihre Verhältnisse leben. Meinetwegen sollen sie in Italien weiterhin Steuervermeidung als Volkssport betreiben. Ich finde es nur unanständig, wenn man die Kosten für politische Entscheidungen Fremden aufbürdet, die eine ganz andere Vorstellung von Politik haben und dort, wo sie wählen können, auch entsprechend abstimmen. Mit meinem Verständnis von Demokratie lässt sich das schwer vereinbaren.
Aber vielleicht muss man das italienische Abenteuer als ein Experiment in postnationaler Politik verstehen. Keine Nation, die etwas auf sich hält, verlangt Hilfe von anderen, wenn sie sich selber helfen kann. Wer will schon als Schnorrer gelten? Die Italiener, so scheint es, haben diese Form des Nationalstolzes überwunden.
KRITISCHES NETZWERK | Subversiv & ablehnend gegenüber Imperialismus, Neoliberalismus, Ausbeutung Sozialdarwinismus, Über…
Quelle
قالب وردپرس
This is what happens when you sit down on the couch with food.