Das Gewicht des Ungewissen
Ich stand am Abgrund der Sekunde,
völlig nackt und unvorbereitet.
Nicht bereit für das, was jetzt ist,
nicht bereit für das, was mich einst brach.
Ich war bereit für gar nichts.
Wir alle laufen blind, Tag für Tag,
hinaus auf das dünne Eis des Ungewissen.
Ein Tanz auf Scherben, ohne zu wissen,
ob der nächste Schritt uns trägt
oder in die Tiefe reißt.
Wird es grau? Wird es bunt?
Erstreckt sich vor mir ein Feld aus Licht
oder verschlingt mich die Nacht?
Bringt der Wind den Duft von Regen
oder das ferne Echo von Glück?
Ich sehe sie gehen.
Die Leichtfüßigen, deren Schritte kaum den Boden berühren.
Und dann sind da wir.
Die, die zu viel gekämpft haben.
Deren Rüstungen verrostet und verbogen sind.
Wir laufen nicht, wir schleppen uns.
Jeder Meter ein Sieg, jede Minute ein Gewicht.
Der Halt ist fortgebrochen.
Es gibt keinen Anker mehr in dieser Strömung.
Alles ist Blei.
Meine Gedanken sind zäh wie Teer,
mein Kopf eine Last, die meinen Nacken beugt.
Es ist nicht nur die Welt, die drückt,
es ist das Schweigen in mir, das so schwer wiegt.
Alles. Einfach alles.
Ist schwer.

















