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Floppy Kids
photography + © Christof Keßemeier
by Valentina Knezevic
source: curatedsphere.tumblr.com
23.10.2021, Eröffnung der Ausstellung ‘Zishi Han: imagines‘
Zishi Han: imagines, 2021 (Installationsansicht), Foto: Sebastian Bühler
Die große Glasflügeltür wirkt wie ein mächtiges, schwarzes Tor, das die Schwelle zur Installation hütet. Die Verdunkelungsfolie liegt nicht glatt und nahtlos auf dem Glas – zahlreiche Falten und Luftblasen bilden eine komplexe Oberfläche, die sich aus der fehlerhaften Übertragung der Folie auf die Gesamtfläche ergeben hat.
Hinter der Tür eröffnet sich ein dunkler Gang, der ins Innere eines erhöhten Gartenhäuschens führt. Dessen beengende Blechwände werden von dumpfem Licht erhellt, welches von außen durch ein schmales Milchglas hineinscheint und ein Gefühl der Weite vermittelt. Boden und Wände werden zitternd von Schwingungen durchquert, als würde eine Maschinerie versteckt lauern. Das Gartenhaus, das sonst mit einer behaglichen Privatheit assoziiert ist, scheint zu einem befremdlichen Technikraum umgestaltet worden zu sein, dessen Funktion unbestimmt bleibt. Kupferröhre, die aus handgemachten Holzboxen herausragen, wirken wie Hinweise auf die undurchsichtige Aufgabe des Raums. Vielleicht leiten sie den starken, fast artifiziellen Geruch nach Erde. Plötzlich werden die Vibrationen heftiger und aus den Röhren fallen Wildblumensamen, die über ein Gitter am Boden verschüttet werden.
Zishi Han: imagines, 2021 (Installationsansicht), Foto: Sebastian Bühler
Die Samen, denen es verwehrt bleibt, zu keimen, sowie der Geruch, der von tatsächlicher Erde entkoppelt ist, sind so angelegt, dass sie ihr Versprechen nach Fruchtbarkeit nicht erfüllen können. Es bleibt unklar, ob diese Art Inkubationskammer dazu dienen soll, die im Titel implizierte Erlangung des Zustandes der ‚imago‘ — der Adultform von Insekten — zu erreichen oder vielmehr sie zu verhindern.
Zishi Han (geboren 1990 in Peking) lebt in Frankfurt am Main und studiert an der Städelschule. Zuvor studierte er am Royal College of Art in London. Die Ausstellung bildet den Auftakt des dreiteiligen, von Lorenzo Graf kuratierten Ausstellungsprojekts One Thing Left to Try.
Kuratiert von Lorenzo Graf.
sink No.3 SINKS series
sink No.2 SINKS series
sink No.1 SINKS series
White on Burgundy tote bags for the Städelschule Architecture Class (SAC).
Commissioned by the Städelschule Academy of Fine Arts, Frankfurt.