Vom Helfer zum Hilfesuchendem - Teil 7
Mein Blick geht durch das Fenster nach draußen. Viel erkenne ich nicht mehr, nur noch teilweise den Weg, der von den Straßenlaternen leicht beleuchtet wird. Es ist mal wieder später, als ich es eigentlich vermutet hatte und ich bin immer noch alleine. Eigentlich wäre jetzt ein perfekter Zeitpunkt zum Essen, aber weder hab ich das Verlangen danach, noch die Lust dazu irgendetwas sinnlos in mich reinzustopfen. Ich setz mich an meinen Schreibtisch, aber heute ist es nicht der Laptop, den ich in diesem Moment starte. Nein. Ich stelle ihn vorsichtig beiseite und nehme mir ein Blatt aus dem obersten Schubfach meines Schreibtisches. Nach circa zwei Minuten habe ich auch endlich mal einen Stift gefunden, der sich entschieden hat zu schreiben. So ganz weiß ich noch nicht, wie ich das, was gerade in mir vorgeht, in Worte fassen soll, aber irgendwie muss ich es erklären. Ich kann nicht einfach von jetzt auf gleich aus dem Leben verschwinden ohne meine Entscheidung begründet zu haben. Im Grunde mach ich das hier nur für meine Mutter, denn sie ist die einzige Person, der ich das nicht mit Absicht antue, denn auch wenn sie es mir nicht zeigt, weil wir uns auch kaum sehen, weiß ich, dass sie mich trotzdem lieb hat. In dieser Hinsicht ist sie auch leider die Einzige und mit dieser Last kann und will ich einfach nicht mehr weiter machen. Ich beginne. Anfangs noch etwas holprig, doch dann kommen die Erklärungen und Gründe nur so aus mir raus. Ich bitte sie in diesem Brief nicht um Verständnis, nur um Akzeptanz. Die Wörter, die ich zu Papier bringe, treiben mir die Tränen in die Augen, doch im Endeffekt habe ich mehr geschrieben, als ich in den letzten Wochen für die Schule aufgeschrieben habe. Ich falte die drei Blätter einmal in der Mitte und stecke sie in einen großen Umschlag, in dem sich eigentlich eine Mahnung von der Schule befand, welche ich bis heute meiner Mutter noch nicht vorgelegt habe. Ich schließe den Briefumschlag und lege ihn auf den Tisch. Ein letztes mal der Blick auf die Uhr. 21.53 Uhr. Ich ziehe das kleine Rädchen an der Seite des Ziffernblattes heraus, lege sie daneben und verlasse das Zimmer. Im Flur ziehe ich nur noch meine Jacke und Schuhe schnell an und verlasse auch endgültig die Wohnung. Vor dem Wohnblock blicke ich ein letztes mal hinauf zu unserer Wohnung. Ein kalter Schauer läuft mir dem Rücken runter, also wende ich den Blick ab und laufe in Richtung Park.











