Ich bin verärgert und ich ärgere mich darüber, denn es ist kein positives Gefühl. Ich ärgere mich, in die Passivität gedrängt zu sein, den dritten Korb innerhalb 10 Tagen oder so zu bekommen und dadurch in Gedanken zu rutschen, in die ich nicht rutschen will.
Im Grunde reduziert es sich auf eins, und das ist genau das, was mir fehlt und was mich verärgert. Es fehlt an Kommunikation. An Zeichensetzung. An Signalen. Zwischen uns. Gemeinsam. Da wir uns heute nicht sehen, muss ich jetzt wieder zu diesem Medium greifen, mich dir mitzuteilen. Eigentlich wollte ich mit dir reden. Dir in die Augen gucken. Deine Linien lesen. Als du eben angerufen hast, kam ich grad aus der Dusche. Erfrischt und in Freude auf den Abend. Tja.
Jetzt ist mein Ego verletzt. Und das ärgert mich. Es ist nun mal gerade so, dass ich nach Sozialkontakt und Bestätigung lechze und sie suche, weil ich ein ziemliches Eremitenleben derzeit führe. Also suche ich Sozialkontakte. Und ich freue mich, wenn mein Eremitenleben ein paar kleine Lichtblicke hat. Da es seit einiger Zeit so ist, dass ich immer wieder denke, wie wahr “Aus den Augen, aus dem Sinn” ist, muss es aktiv bekämpft werden. Und da somit das Ganze für mich in Unausgewogenheit ist, ich aber nicht vereinsamen will, muss ich gerade mehr als je sonst das kleine quengelnde Kind spielen, was fragt “Hast du Zeit für mich?” und da sind wir auch direkt wieder beim Ego, dem das auf Dauer nämlich nicht gut tut. Schließlich bin ich ein attraktives, unterhaltsames, charmantes und gar begehrenswertes Wesen. Dass ich als solches der Aufmerksamkeit hinterherrennen muss, is doof.
Was die Nicht-Kommunikation in deinem speziellen Fall auch hervorruft ist ein Gefühl in mir, als müsste ich auf der Bremse stehen. Muss ich natürlich nicht. Tu ich aber gerade, unter anderem auch, da nach meinem letzten hier Hosen runter lassen (nichts anderes sind diese Texte hier ja) zwar schon eine Reaktion von dir kam, die mich aber auch etwas mit den Hosen unten stehen liess. Da kommt meine künstlerische Seele ins Spiel. Und die braucht einfach Feedback. Auch Kritik.
Da es in letzter Zeit keine Kommunikation gab, fasse ich die 3 Körbe als Kritik auf. Und bei Kritik ist immer erstmal bei mir die Reaktion mich verletzt zurück zu ziehen, Wunden zu lecken und gerne auch mal teeniehaft an anderer Stelle für schnelle Bestätigung zu sorgen. Sie einzufordern.
Nur zum Verständnis: Ich denke, Hosen runterlassen ist superwichtig. Gerade dir gegenüber. Du bist dieses Vertrauen wert. Zugegebenermaßen habe ich das aber auch schon in den letzten Tagen bezweifelt. Eben weil: keine Kommunikation. Und mit “keine Kommunikation” meine ich nicht, einfach nur mal ne Woche nix voneinander zu hören. Das ist an sich nix. Und erst recht nix Wildes. Wenn denn die Grundkommunikation, die Basis stimmt.
Irritiert hast du mich ja das erste mal bei der leidigen Weihnachtsfeier. Nur so im Vorbeigehen Hallo sagen, du? Diese Coolness war sehr seltsam für mich. Sehr viele andere sind mir um den Hals gefallen, haben mich zur Seite gezogen, mich ausgefragt, naja. Der Abend war nicht einfach für mich. Für Stunden an dem Ort, der mir so viele Probleme bereitet hatte. Da zeigt sich immer noch mal, ob man schon abgeschlossen hat, oder nicht. Zwischendrin ging es mir dann auch gar nicht gut. Es war anstrengend. Hatte ich dir auch vermittelt, was du aber erst Stunden später wahr genommen hast. Völlig ok. War ja deine Weihnachtsfeier. Naja jedenfalls hab ich unter anderem deswegen auch einfach den Polnischen gemacht und bin gegangen, ohne Tschüss zu sagen. Ich war eh länger geblieben, als gewollt, einfach um dir mehr Zeit vor Ort zu geben. Wie meintest du? Abhaken und besser machen. Ja, ist so. Wobei ich das mit der Coolness jetzt doch noch anmerken musste.
Zurück zum Thema: dass mir gerade Bestätigung fehlt, ist mein Problem. Ich arbeite und reflektiere sehr viel in und mit mir, und da ist Selbstliebe ganz großes Thema. Das klappt schon sehr gut, verhindert aber nicht, dass ich doch auch mal wieder in die Achterbahn steige und mir die Talfahrten und Kurven sehr im Magen liegen. Vorhin war das wieder so. Ist ja auch nur ne chemische Reaktion. Der Hormoncocktail in mir war schon auf “juchhu, heute Abend schön mit Mister Fox um die Häuser ziehen” und dann *bäm* “nee, is nich.” Und das auch einfach nur so aus deiner Perspektive.
Aus meiner Perspektive des absolut begehrenswerten Bondgirls ist eine Absage ohne sich im Staub zu wälzen und ohne mir zu vermitteln, wie unwiderstehlich ich eben bin, streng genommen ein absolutes No-Go. Vor allem wenn es der dritte Korb ist.
Freitag, der 13. nicht, Frankfurt nicht und heute nicht. Pfffftft.
Ich habe nicht viele Ansprüche bei solchen Konstellationen wie der unsrigen. Ich habe nur einen und der ist nicht mal besonders. Mein Ideal ist, dass in dem Moment, wo wir Zeit miteinander verbringen, nur ich zähle. - Gleiches gilt für dich. Die Welt bleibt draußen.
Und doch noch einen: ich will einfach nur ich sein können. Ich weiß nicht, ob du das abkannst und ob du das mitspielen willst. Ich weiß es eben nicht, wegen weil der Nicht-Kommunikation in letzter Zeit.
Ich weiß, du bist nicht so der Typ, der redet. Ich wiederhole mich einfach: ich will, dass unser Spiel ein leichtes, unbeschwertes bleibt. Unvoreingenommen. Luftig. Und ja, auch leidenschaftlich. Dafür auch süß und lustig. Mit Lachen. Und dennoch auch mit den Momenten, wo ins Feuer geguckt wird. Wo man wegen der Schwere des Lebens sich einfach nur drückt. Nix sagt. Ein Spiel der Ausgewogenheit. Der Ausgeglichenheit.
Willst du das? Willst du dieses Spiel mit mir spielen? Überleg’s dir.
Ich werde den Abend und das Wochenende jetzt wieder anders verbringen. Mal sehen. Vielleicht n bisschen Thomas Ulsrud anschmachten, vielleicht mich von Y unter den Tisch trinken lassen, von I auf die Tanzfläche ziehen lassen, mit S eisigen Wind um die Nase wehen lassen, mit A zur Tortenschlacht gehen, …