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Tigermilch-Zitate
Ich mag es, wenn ich einen Stein im Schuh habe, das ist, als ob da jemand ist, jemand, der mit mir gemeinsam durch die Welt läuft. ~ S. 15
Glauben ist, wenn man will, dass Sachen stimmen, von denen man eigentlich weiß, dass sie unmöglich sind. ~ S. 21
[...] einen Schlafenden kann man aufwecken, aber jemanden, der nur so tut, als ob er schläft, den kriegt man niemals wach. ~ S. 37
Ohne seine Familie ist man nichts auf der Welt, [...]. Alle sagen das immer, aber nur, weil alle das immer sagen, heißt es noch lange nicht, dass das auch so ist. ~ S. 61
Krieg tut weh und blutet, aber [...] das Schlimme am Krieg ist nicht der Schmerz oder das Blut, sondern dass der Krieg die Menschen verändert und danach nichts mehr ist wie vorher. ~ S. 95
Liebe, da muss man doch nicht vor weglaufen [...] ~ S. 97
[...] jetzt sind die da glücklich, [...] glauben, dass das Leben wie Knetgummi ist, dass man alles draus machen kann, aber irgendwann, da wird das Leben sie auseinanderreißen [...]. Irgendwann werden sie über das, was sie am glücklichsten gemacht hat, am meisten weinen. ~ S. 97
Was schlimm ist, das ist doch total relativ [...] ~ S. 101
Dem, der sich nicht helfen lässt, dem kann man auch nicht helfen [...] ~ S. 108
Wir [...] lassen das Leben einfach vorbeitreiben, weil wir noch so viel Zeit haben, weil die Uhr erst auf 14 nach steht, das heißt noch fast 50 Minuten Leben, und das ist sehr lange. ~ S. 109
[...] am Ende muss man sich doch eh wieder vertragen, [...] egal wie schlimm [man sich gestritten hat], [...] am Ende muss man sich immer vertragen. ~ S. 112
[...] obwohl ich eben noch so erleichtert war, werde ich plötzlich furchtbar traurig, weil mir lauter Sachen durch den Kopf gehen, Sachen von früher. ~ S. 114
Der grüne Stein in der Mitte war gar nicht wirklich grün, eher dunkelgrün, [...] das ist vielleicht wie mit Menschen, wenn man sich so lange nicht gesehen hat, erkennt man sich auf den ersten Blick auch nicht gleich wieder. ~ S. 120
[...] der Tod ist still, er macht überhaupt keinen Lärm, er riecht nach Rosenblättern, er nimmt dich in den Arm und stöhnt leise zum Abschied. ~ S. 120
Irgendwann werden die Stimmen aus der Küche immer leiser und leiser, bis sie ganz verstummen und nur noch leises Weinen zu hören ist, das verstehe ich, weil weinen klingt in jeder Sprache gleich. ~ S. 129
Ich weiß nicht, [...] wo ich hinwill, ich will [...] so weit hochklettern, dass mich die grünen Blätter ganz bedecken und mich keiner finden kann, [...] so lange, bis jemand die Welt unter mir wieder zusammengeklebt hat. ~ S. 129
Wenn man stirbt, dann muss man unbedingt etwas Gutes auf der Welt hinterlassen [...], es muss was sein, das man nicht anfassen kann, was Klares, was Unsichtbares [...]. ~ S. 135
[...] immer müssen sich alle einmischen, überall. Das macht aber alles noch schlimmer. ~ S. 137
Manchmal muss die Musik aber laut sein, auch wenn einem noch tagelang die Ohren schallern, manchmal kann die Musik gar nicht laut genug sein, damit man das Leben nicht hört, und heute, da will ich das Leben nicht hören. ~ S. 142
Ich glaube, Erwachsene können gar nicht richtig leben, sie sehen alles nur von außen, wie bei einem Aquarium. [...] Aber [...] manchmal fangen sie sogar an zu leuchten, wie Neonfische, das sind wir, die sie zum Leuchten bringen, wir leuchten, und wenn wir jemanden anfassen, leuchtet der mit, weil wir für zwei leuchten können. ~ S. 142p
Gewalt ist, wenn dir jemand was Böses will, nicht der Schmerz an sich, sondern die Absicht. ~ S. 144
[...] man soll so leben, dass das eigene Leben im Nachhinein wie ein Gedicht erscheint. ~ S. 146
[...] da gab es mal eine Urwaldfolge, eingeborene Jungs, [...] mussten sich in einer Reihe aufstellen. Sie haben sich die Hände vor die Eiher gehalten wie beim Fußball [...], nur waren sie alle nackt, und statt vor einem Tor standen sie vor einem kleinen Zelt. Zwischendurch kam immer ein heulender Junge aus dem Zelt raus, immer hat er am Schwanz geblutet. ~ S. 150
[...] ob es sein kann, dass es nicht die Zeit ist, die vergeht und uns nebenbei alt macht, sondern die Dinge, die uns zustoßen, die, die uns verzweifeln lassen, die wir aber durch uns hindurchlassen müssen, ob wir wollen oder nicht, weil sie einfach größer und stärker sind als wir, weil das Leben immer größer und stärker ist als man selber [...] ~ S. 177
Es geht weiter. Alles geht immer weiter, die Bahn fährt weiter, [...] die Sonne wandert weiter, egal was passiert, die Welt dreht sich einfach weiter und wir uns mit ihr, egal wie traurig oder verzweifelt man ist [...] ~ S. 179
[...] zerstrittene Eltern sind viel mehr aneinandergekettet als Eltern, die sich noch verstehen. ~ S. 200
[...] vielleicht heißt Handy deswegen Handy, weil es sich wie eine warme Hand anfühlt, wie die noch warme Hand von wem, der gerade gestorben ist, weil auflegen, das ist doch auch jedes Mal ein bisschen so wie sterben [...] ~ S. 204
[...] manchmal muss man was Schönes machen, etwas, das einem ganz allein gehört. ~ S. 206
Keine Ahnung, wie lange das her ist, [...]. Seltsam, dass das einfach irgendwann aufhört, [...] dass man noch nicht mal mehr den Moment ausmachen kann, in dem man damit aufgehört hat. ~ S. 246
Aber die Wahrheit ist nicht wie Mathe, sie ist immer was Einzelnes, und sie ist nie logisch. ~ S. 248
[...] die Orte, in denen schlimme Sachen passieren, klingen immer schön, entweder lustig oder schön [...] es ist wie Poesie, das Schlimme und das Lustige zusammen, das Leben mag so was. ~ S. 248p
[...] die liegen da wie zwei, die miteinander Schluss gemacht haben, ohne dass sie es wirklich wollten. ~ S. 257
[...] wenn man jemanden wirklich liebt, dann kann man daran nichts ändern, egal wie scheiße der einen behandelt. Und dass man daran nichts ändern kann, dafür kann man auch nichts. [...] er muss mich gar nicht zurücklieben, aber ich darf ja wohl lieben, wen ich will, das kann mir keiner verbieten. ~ S. 262
[...] die sind wie echte Götter. [...] Die kennen keine Zeit, die kennen nur Licht und Obst und Blut, und irgendwann, da sterben sie einfach, ohne sich Gedanken über ihr Leben machen zu müssen, ob sie es gut oder schlecht gemacht haben. ~ S. 263p
Autorin: Stefanie de Velasco
Lachs Ceviche mit Tigermilch (Leche de Tigre): das besondere Rezept ist schnell und einfach gemacht! Leicht, lecker und optimal für Gäste.
Ein gleichermaßen besonderes wie auch einfaches Fisch Rezept: Lachs Ceviche mit Tigermilch (Leche de Tigre). Das peruanische Gericht ist optimal für Gäste, da es sich leicht vorbereiten lässt und absolut nicht schief gehen kann. Lecker als raffinierte Vorspeise oder leichter Hauptgang!
Ein gleichermaßen besonderes wie auch einfaches Fisch Rezept: Lachs Ceviche mit Tigermilch (Leche de Tigre). Das peruanische Gericht ist optimal für Gäste, da es sich leicht vorbereiten lässt und absolut nicht schief gehen kann. Lecker als raffinierte Vorspeise oder leichter Hauptgang!
Women in Film Challenge 2023: [21/52] Tiger Milk, dir. Ute Wieland (Germany, 2017)
I don’t think adults are really alive.
TIGER MILK 🐅 - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Follow @crisp_cocktails 🍹 Like ❤ Comment 💬 Save ⬇️ - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 🗒️ Recipe - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ - 45 ml Brandy - 90 ml Passionfruit Juice - 30 ml Milk* - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Build the drink in highball glass over ice and give it a quick stirr. Garnish with a lemon zest and half a passionfruit. - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #cocktails #cognaclover #passionfruitjuice #highball #tigermilch - - - - - - - - - - ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ * or Vegan Alternative, i've used Alpro Not Milk https://www.instagram.com/p/CdvtxvoMzDs/?igshid=NGJjMDIxMWI=
Sommerferien im Dauerrausch sind einfach Wolke
TIGERMILCH von STEFANIE DE VELASCO 288 Seiten, Kiwi, 2013 YA Contemporary goodreads
Die Berliner Sommerferien hatten die Teenies Nini und Jameelah sich anders vorgestellt. Anstatt gemütliche Tage im Freibad zu verbringen und endlich ihre Unschuld zu verlieren, erleben sie hautnah ein tödliches Familiendrama mit und werden plötzlich mit allerhand moralischen Fragen und einer Zerreißprobe für ihre Freundschaft konfrontiert.
So “cool und pomade” die Sprache in Tigermilch auch ist, wird sie das Buch wohl ziemlich schnell altern lassen. Denn (ich hoffe) in 10 Jahren wird “Deine Mutter ich kann das nicht!” nur noch zum Stirnrunzeln anregen. Andererseits rutscht der Roman nicht komplett in dieses zeitgenössische Kiezdeutsch ab, sondern beweist mit seiner O-Sprache, die aus Geld Gold macht, dem Wörter Knacken (Nachtschicht wird Nacktschicht) und so amüsanten Schöpfungen wie “einen an der Falafel haben” und “sie sieht heute aus wie mit Perwoll gewaschen” durchaus auch zeitlose Kreativität.
Die originelle Sprache und eine Handvoll literarischer Verweise sollen womöglich verdeutlichen, wie “deutsch” Jameelah, die mit ihrer Mutter aus dem Irak einwanderte, ist. Auch ihrer Mutter werden keine dümmlichen Grammatikfehler übergeholfen. Stattdessen fehlen ihr manchmal fehlerfreie idiomatische Wendungen (“der Apfel fällt nicht weit vom Baum”). Auf diese Weise wird ein Bild rund um Immigranten, Einwanderungsbehörde und Aufenthaltsgenehmigungen gezeichnet, das Leser.innen für sich selbst interpretieren können. Nini sieht viele der Probleme, die Jameelah plagen, aufgrund ihres Privilegs samt ihren Eltern in Deutschland geboren worden zu sein, beispielsweise gar nicht.
Aber das ist nicht das einzige schwierige Thema, das Tigermilch anschneidet. Viel krasser ist nämlich eigentlich, wie die Mädels “so tun” als würden sie auf den Strich gehen, indem sie sich auf der Kurfürstenstraße zwischen die Prostituierten schummeln und mit älteren Männern mitgehen, um mit diesen fürs erste Mal zu üben – allerdings immer gemeinsam, was durch den freundschaftlichen Zusammenhalt eine gewisse Sicherheit generiert. Ähnlich extrem ist der Alkohol- und Kippenkonsum. Den Großteil der Handlung sind beide Mädels mal mehr, mal weniger alkoholisiert. Interessanterweise kam mir das nicht übertrieben, sondern genauso authentisch wie das Berliner Setting vor.
Vor allem in Anbetracht des sozialen Umfelds der Figuren ist ihr Drogenkonsum wenig verwunderlich. Viele von ihnen werden von den Eltern vernachlässigt, das reicht von fehlenden regelmäßigen Mahlzeiten bis zu Desinteresse über Gefühls- und Gedankenlage der Kinder. Bei manchen Charakteren wird das schnell offensichtlich, bei Nini aber geschieht es etwas subtiler und kann zwischen den Zeilen herausgelesen werden. So traurig es klingt, aber diese Lebensumstände machen die Figuren auch menschlicher. Sind sie einerseits die respektlosen Gören, die ihre Schuhe auf den Bahnsitzen parken, kann ich ihr Rebellieren andererseits nachvollziehen, denn ihnen fehlen ja beinahe auf ganzer Linie die positiven Vorbilder – wobei Jameelahs Mutter hier definitiv die Ausnahme bildet.
Tigermilch ist ein Roman, der kein Blatt vor den Mund nimmt und stattdessen krakelige, quietschend bunte Streifenmuster auf die Berliner Straßen hustet. Flüssig, rasant und ohne zu werten erzählt er von tiefen Freundschaften, Kulturaustausch, ersten sexuellen Erfahrungen, Vernachlässigung und Ungerechtigkeit.