Ich durfte dieses Jahr wieder die Konzeption und die Durchführung des OLB Musik-Camp Workshops übernehmen und hab jeden Tag eine kurze Zusammenfassung des Campgeschehens für Euch geschrieben.
Workshoptag 1: Dammer Berge, Kaffeemassen und Resonanz
Jetzt, in der Abendsonne lässt es sich leicht darüber berichten, dass unser Tag ganz schön grau anfing. Leicht bedröppelt aus der Wäsche guckten die ankommenden Musiker beim ersten Aufeinandertreffen um 9:00 Ortszeit in semi-ausgeschlafene Dozentengesichter. Aber Stimmung vermiesen lassen ist nicht.
Das altbekannte Schleppen, Schieben und Stöpseln ging zügig voran, sodass es nach dem Mittagessen auch gleich in den Proberäumen losgehen konnte.
Bei der ersten Stippvisite bei den Bands wurde sowohl Profis als auch Teilnehmern bewusst, dass ein gewisses Maß an Nervosität der positiven Arbeitsatmosphäre durchaus zuträglich sein kann. Es ist ja auch nicht alltäglich, dass einem plötzlich sechs bislang fremde Musikmenschen inklusive Kamerateam bei der Probe direkt vor der Nase stehen. Souveränität herausgefordert, check.
Nach dem ersten Eindruck und der Auslotung von Baustellen ging es dann direkt ans Eingemachte.
Stimm-Technik für die Einen, Arrangement und Stilfindung für die Anderen, Gespräche über bandinterne Prozesse, eine gehörige Portion Ermutigungen und tolle Musik rundeten den ersten Proben-Tag ab, der mit einem kleinen internen Konzert der Vorjahres-Förderpreis-Gewinner STARTSCHUSS ausklang.
Mit so viel Energie kann es morgen Früh weitergehen.
Workshoptag 2: Kosmonauten, Rotkäppchen und Emotionen
Samstag. Bergfest des Workshops. Während jeweils eine Band auf der Bühne an Sound, Live- Arrangement und dem ganz eigenen Stil tüftelte, ging es für die Anderen im eigenen Proberaum vor Allem um Skills und musikalische Feinheiten.
Jeder Raum wurde zum eigenen Kosmos, durch Feedback und Tipps der Dozenten konnten Aha-Erlebnisse und konkrete Reflexion ausgelöst werden und ein sehr intensiver Arbeitsmodus stellte sich ein – hätte der Tag dreimal so viele Stunden gehabt, er wäre wahrscheinlich genauso schnell vergangen.
Nach dem Abendessen, dem gefühlten Zeitdruck zum Trotz, wurde der Programmpunkt „Frische Luft“ eingehalten und eine Runde um den Bergsee gewandert, um den Kopf mal frei zu bekommen.
Als dann um kurz vor drei Uhr in der Nacht Stille einkehrte, waren neue Lieder geschrieben, Arrangements erweitert, Set-Listen samt Übergängen erarbeitet, bandinterne Prozesse angeregt, Emotionen ausgelöst und Entscheidungen getroffen.
Zum Wort des Tages ernennen können wir wohl den Begriff „Initialzündung“.
Für die KÖNIGE IM EXIL bedeutete dies eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen, die mit einer einvernehmlichen Entscheidung für das vorläufige Aus des Bandprojektes endete. Jungs, Hut ab für eure Ehrlichkeit.
Auf in den leider letzten Camp-Tag, der frühe Musiker-Vogel fängt den Business-Wurm.
Workshoptag 3: Schlafmangel, Booking und Dankbarkeit
Der leider letzte Tag des Workshops begann früh. Sehr früh sogar. Aber wir wollten jeden kostbaren Moment, den wir noch gemeinsam mit „unseren Musikern“ hatten, ausnutzen.
Tagesordnungspunkt 1: Business- Speeddate – jede Band hatte eine halbe Stunde Zeit, die Dozentenrunde mit ihren Business-Fragen zu löchern. Zugegeben: wir haben das eine oder andere Mal ein bisschen überzogen, aber es war auch wirklich spannend. Für Teilnehmer und Dozenten gleichermaßen.
Nach dem Mittagessen startete dann auch schon die interne WarmUp-Phase für das Konzert – der Soundcheck. Emsiges Treiben auf, hinter und vor der Bühne, Feinschliff, Herausputzen, die letzten Anliegen, die noch auf der Seele brennen, so ausführlich wie möglich besprechen … und schon war es 18:00.
ABSCHLUSSKONZERT – Beobachten, was sich das Wochenende über getan hat und wie sich das auf der Bühne auswirkt, merken, wie sich nach und nach die Anspannung löst, sehen, wie sich auf den erschöpften Gesichtern zufriedenes Leuchten ausbreitet..
Ich liebe dieses Camp! So viele unterschiedliche junge Menschen mit der gleichen großen Liebe zur Musik um sich zu haben und mit Ihnen arbeiten zu dürfen - ihre Fortschritte zu sehen, ihre Passion zu spüren und dabei auch sich selbst immer wieder herauszufordern und Inspiration zu finden, macht das Dozent-Sein zu einer großartigen Sache. Damit spreche ich für das gesamte Dozententeam: Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit mit Euch TOBIAS WOHLGEMUTH, SOLID TUESDAY, TONI TRASH, CHARLIE LEVIN, SUNS FURY und KÖNIGE IM EXIL. Danke für euer Vertrauen und vor allem für die absolut nicht vorhandene Scheu vorm Fragen stellen, um Hilfe bitten und Unterstützung anfordern!
Bis bald








