Interview mit Asiimwe Irene in Mituju (Uganda)

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Interview mit Asiimwe Irene in Mituju (Uganda)
Extreme Armut im Paradies
Mittlerweile sind wir, Falco und Merle, nun schon eineinhalb Wochen in Uganda unterwegs. Wir werden mit so vielen Eindrücken konfrontiert, dass es schwer ist, einen Blogeintrag zu schreiben, der wirklich wiedergibt, was wir erleben. Wir haben bereits fünf Brunnen besucht, die 2aid.org dank Eurer Hilfe bauen konnte und konzentrieren uns außerdem darauf, neue Orte zu finden, in denen wir die nächsten Brunnen bauen wollen. Während dieser Tagesausflüge geht man wirklich durch emotinale Höhen und Tiefen. Einerseits ist Uganda einfach wunderschön paradiesisch und man könnte sich wünschen, für immer hier zu bleiben. Doch sobald man dann die Dörfer erreicht hat, die von extremer (Wasser-)armut betroffen sind, wird man plötzlich auf eine intensive Art erinnert, warum man eigentlich vor Ort ist. Die Menschen erzählen einem von vielen wasserbedingten Krankheiten, von Malariaproblemen, von Schwierigkeiten beim Obst- und Getreideanbau und vielem mehr. Gerade die Anbauprobleme scheinen bei der grünen, saftigen Landschaft überraschend, doch wird kein Mensch gut anbauen können, wenn es ihm an Gesundheit und Bildung fehlt. Und die Basis für all das ist nun mal gesundes, sicheres und ausreichendes Wasser.
Es ist immer schön, mit den Bewohnern zu sprechen, da man sehr freundlich und herzlich empfangen wird. Glücklicherweise ist immer einer der Mitarbeiter von Emesco (unserem lokalen Partner) dabei und hilft uns bei Übersetzungsschwierigkeiten. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, sowohl mit Menschen, die bereits von unseren Brunnen profitierren als auch mit Leuten, die noch unter den Wasserproblemen leiden, tolle Interviews zu führen.
Diese werden wir Euch in nächster Zeit immer mal wieder zeigen, damit ihr sehen könnt, wie genau Eure Hilfe ankommt! Wir hatten auch die Chance, uns bei einem von Emesco für die Bauern organisierten Workshop vorzustellen und unseren Imagefilm zu zeigen. Dies war wirklich eine tolle Erfahrung und wir haben viel gutes Feedback bekommen.
Seit dem Wochenende ist auch eine kleine Gruppe von Cherines MyAid-Aktion dabei, die gerne vor Ort helfen möchten, um den von ihnen finanzierten Wassertank zu bauen. Nun sitzen wir zu sechst hinten auf dem Pick-Up und regelmäßig gegen späten Nachmittag beginnt es wie aus Eimern zu regnen und zu gewittern. Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, abends trocken nach Hause zu kommen! Die nächsten Tage werden nochmal stressig, damit wir vor unserem Rückflug am Wochenende auch alle Spots gesehen haben und Ihr gut informiert werdet! Wir halten Euch auf dem Laufenden!
Fundament gelegt – Baubeginn des Wassertanks in Uganda
Tagebucheintrag von Chérine De Bruijn | 18.April 2011
Ergreifend, beeindruckend, einprägsam – Seit vier Tagen bin ich mit Ben, Jill und Annette in Uganda. In der Obhut von Emesco, dem Partner von 2aid.org vor Ort und gemeinsam mit Merle und Falco von 2aid.org haben wir in der ersten halben Woche eine aufregende Zeit erlebt, aktuelle Projektorte besucht und die Wasserarmut der Einwohner. Doch wir vier sind mit einem bestimmten Ziel angereist: Dabei geht es nicht um Urlaub in der „Perle Afrikas“ sondern um den Wassertankbau für eine Klinik in Uganda, für dessen Bau ich im Rahmen der „myaid“-Aktion „Mein Geburtstag für sauberes Trinkwasser“ Spenden gesammelt habe. Heute ist es soweit und das Bauprojekt startet.
Am Vormittag geht es mit dem Pickup von Emesco in Richtung Mataale. Nach etwa einer Stunde Holperfahrt durch wunderschöne Palmenwälder und Dschungel, über tiefe Wasserlöcher und roten Sandstraßen kommen wir am Ort des Geschehens an. Acht Arbeiter befinden sich bereits am Standort des neuen Wassertanks, drei davon sind schon fleißig dabei, ein kreisrundes Loch für das im Anschluss mit Zement ausgegossene Fundament auszuheben.
Doch als erstes erkunden wir gemeinsam mit dem Arzt die Klinik – ein rechteckiges rotes Sandsteingebäude, das an einem Urwald und ein wenig abseits der Straße liegt. In dieser Klinik werden mehrere Tausend Menschen pro Jahr behandelt. In einem Raum bringt der Arzt uns seine Behandlungsmethoden näher. Dazu gehören auch neu eingeführte Schnelltests, mit denen untersucht werden kann, ob die erkrankte Person mit Malaria infiziert ist oder nicht. Ebenso befindet sich in der Klinik eine Art „Drug Store“ für die Medikamentenausgabe. Positiv überrascht sind wir über die hohe Packungsanzahl von Anti-Baby-Pillen – ein Zeichen dafür, dass die Verhütung auch in diesem entlegenen Dorf ein Thema ist, zu dem die Menschen aufgeklärt werden.
Jetzt geht es weiter, nach draußen und dort an die ursprüngliche Wasserstelle der Klinik. Alleine der Weg dorthin ist abenteuerlich. Rutschige Steine, dichtes stachliges Gestrüpp, steile Hänge und unzählige herumschwirrende Insekten erschweren uns den Weg „nach unten“. Nach ein paar hundert Metern kommen wir an. Was wir sehen, erschreckt uns: Die Wasserquelle ist nicht mehr als ein milchiger Tümpel im Busch – alles andere als hygienisch. Genug davon mit angesehen, jetzt wird gehandelt!
Zurück bei den Bauarbeitern legen wir los mit den Schippen, Spaten und einer Machete. Schließlich muss noch heute das Fundament gegossen werden, damit wir morgen mit den Wänden fortfahren können. Der Boden besteht aus Geröll, Wurzeln und hartem Sand. Bei über kuscheligen 30 Grad in der prallen Sonne keine einfache Aufgabe.
Wir kommen mächtig ins Schwitzen, denn wir müssen viel Kraft aufwenden. Unsere „afrikanischen Kollegen“ zeigen uns genau, wie wir was machen müssen, denn sie sind echte Profis. Kein Wunder, so wurden mit ihrer Hilfe schon rund 30 Wassertanks/-brunnen in Kibaale District gebaut. Nachdem wir mit dem Ausheben fertig sind, wird das Zementpulver mit Geröllsteinchen in das Loch gefüllt und mit Wasser vermengt. Der erste Schritt ist getan, jetzt muss nur noch das Fundament trocknen.
Nach der Arbeit freuen wir uns über die Gespräche mit den Menschen vor Ort. Der Bauleiter erzählt uns die weiteren Schritte des Projekts. Morgen sind die kreisrunden Wände dran, die wir Schritt für Schritt mit Zement auftürmen werden. Warum Zement? Er erklärt uns, dass diese Art von Tanks das Wasser relativ kühl halten und alle sechs Monate durch Mitarbeiter von innen komplett gereinigt werden kann. Das ist ein großer Vorteil im Gegensatz zu den billigen schwarzen Plastiktanks.
Ich bin sehr froh und erleichtert, dass die Spenden, die ich im Rahmen meiner Geburtstagsaktion gesammelt habe, am richtigen Ort eingesetzt werden. Für heute heißt es erstmal verabschieden, denn es war ein langer erfolgreicher Tag. Ab morgen geht es dann mit voller Kraft weiter, denn „Wasser ist Leben“.
Unerträglich Und Unglaublich
Am Mittwochmorgen saßen Falco und Merle wieder einmal schwer bepackt um 11 Uhr vor dem kleinen Hotel. Und überraschender Weise verließen wir auch schon gegen 12 Uhr die Veranda! Heute sollte es in eine Region Ugandas gehen, in der es auf eine sehr große Distanz keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt. Wir wussten davon, doch waren wir nicht auf das vorbereitet, was wir an dem Tag sehen sollten. Mitten zwischen Bananenpalmen, Mangobäumen und weiteren exotischen Pflanzen trafen wir auf eine klitzekleine Lehmhütte. Hier leben eine hochschwangere 20-Jährige mit ihrer Tochter und ihrem Ehemann sowie einigen Ziegen, Kühen und jeder Menge Hühnern. Sie freuten sich, uns zu sehen und wir fragten, ob wir ihre Wassequelle sehen könnten. Das Wetter war sehr schwül-heiß und wir fühlten uns sehr schlapp. Die Frau nahm sich einen Wasserkanister und lief vor uns her, um uns das Wasserloch zu zeigen. Es lag etwa einen Kilometer entfernt, was ja noch eine vergleichsweise kurze Distanz ist. Dennoch sorgte das Wetter dafür, dass uns die Strecke ewig vorkam. Die schwangere Frau läuft diese Strecke ca. 4 bis 5 Mal am Tag mit einem 30l-Kanister, um ihre Familie zu versorgen und erzählte uns, dass andere Familien in trockenen Zeiten z.T. bis zu 10 Kilometer laufen. Erschrocken stellten wir fest, dass jede Menge Insekten und andere undefinierbare Dinge in dem absolut verdreckten Wasserloch schwammen. Zu wissen, dass diese Familie sowie viele viele andere Familien dieses Wasser als einzige Flüssigkeitsquelle haben, ist schockieren. Der Wohnraum für die junge Familie beträgt schätzungsweise 10qm und als Bett dient eine einfache Strohmatte auf dem Boden zwischen den Hühnern. Die junge Frau erzählte uns, dass ihr Kind sehr häufig krank ist und es ist fraglich, ob dieses sowie das ungeborene Kind gesunde Erwachsene werden können. Weitere Fotos und Videos folgen um Euch die Situation näher bringen zu können.