1.7.2019
Die geheime Superkraft der Zugbegleiterin
Im ICE ist die Reservierungsanzeige kaputt. Da ich aus logistischen Gründen (Zeitersparnis am Zielbahnhof) im hinteren Teil sitzen möchte, kann ich leider nicht auf die bahn.comfort-Plätze ausweichen, bei denen ich weiß, dass sie nicht reserviert werden können, sondern muss mich auf gut Glück auf einen Platz setzen und hoffen, dass zwischen Essen und Köln niemand hier reserviert hat.
Schräg gegenüber sitzt ein Mann, der am Laptop arbeitet. Als die Zugbegleiterin vorbeikommt, fragt er sie irgendwas, ich bekomme nur mit, dass es um die ausgefallene Reservierungsanzeige geht. Als er gerade aufstehen und sich einen sichereren Platz suchen will, erklärt sie, dass sie durchaus gucken kann, ob der Platz reserviert ist. Sie zückt das Gerät, mit dem sie sonst Karten kontrollieren kann und prüft seine Platznummer.
„Ist nicht reserviert“, stellt sie fest.
„Dann meinen bitte auch noch“, bitte ich.
„Ab Köln ist der reserviert“, sagt sie.
„Das reicht mir“, antworte ich und wir bedanken uns fürs Nachgucken.
Auf den gegenüberliegenden Plätzen wird jetzt auch um Reservierungskontrolle gebeten, wir können alle sitzenbleiben und sind ein bisschen klüger, was die Superkräfte der Zugbegleiter angeht.
(Anne Schüßler)












