Ein Vergessen der Wörter wird die/ richtige Sprache bilden, um/ die Blicke unserer geschlossenen Augen zu verstehen.
Frida Kahlo
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Ein Vergessen der Wörter wird die/ richtige Sprache bilden, um/ die Blicke unserer geschlossenen Augen zu verstehen.
Frida Kahlo
In a manner of speaking I just want to say That I could never forget the way You told me everything By saying nothing.
Winston Tong/Tuxedomoon
Ob es wirklich geschehen ist? Mit Gewissheit kann ich es nicht sagen. Ungeteilten Erinnerungen, beginnt man zu misstrauen. Ganz so, wie man Träumen Glauben schenkt, wenn man nur oft genug über sie redet. Doch Worte sind flüchtig. Kaum gesagt, sind sie verschwunden. Aufschreiben muss ich sie. Eines an das andere reihen, bis sie so dicht beieinander stehen, dass selbst ich es nicht mehr leugnen kann.
Niemand half mir, die Worte zu finden, die mir damals fehlten. Also machte ich mich auf die Suche. Ich sammelte Buchstaben und reihte sie auf, warf Ausdrücke in Kisten und stapelte Wendungen zu Türmen. Seite um Seite beschrieb ich. Doch das Wesentliche blieb bis heute ungesagt.
Ich trau’ euch nicht und eurer Gegenwart. Sie ist mir zu fragil. Ich bin sicher, sie bricht und splittert in tausend vergangene Teile.
Gegen meinen Willen
Meine Füße tragen mich gegen meinen Willen, Treiben mich auf dich zu. Ich gehe doch bloß, denke ich. Gehe doch bloß spazieren. Gehen ist nicht verboten.
Ich sehe dich überall, so sehr will ich dich sehen.
Und jedes Gesicht ist deines.
Durch Zufall wohnst du hier, Ich kann nichts dafür. Ich gehe doch bloß. Gehen ist nicht verboten.
Mein Hals dreht sich, Dreht meinen Kopf gewaltsam zu deinem Fenster. Es ist geöffnet. Fast meine ich, deine Blicke brennen zu spüren. Fast will ich, dass du mich siehst, Wie ich gehe, von dir weg.
Ich will klingeln, Ich will es wirklich.
Aber meine Füße tragen mich gegen meinen Willen, Treiben mich von dir fort.
Ich war gar nicht bei dir, Ein kleines bisschen bloß. Und bin schon wieder weg.
Durch Zufall wohnst du hier. Mehr nicht.
Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wusste. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht.
Rainer Maria Rilke
Ab heute schreibe ich jeden Tag
Ich schreibe ab heute jeden Tag. Und wenn ich nur schreibe: „Heute keine Lust.”
Tag 1: Heute keine Lust. Meditiert und Salat gegessen. Ein Glas Rotwein und Schokolade. Missy Magazine gelesen. Netflix geguckt. Mit Papa telefoniert. Plötzlich einsam und traurig gefühlt. Noch ein Glas Rotwein. Und eine Packung Grissinis. Vom Denn’s. Weiter Netflix. Jetzt zu spät zum Schreiben. Keine Lust mehr.
Tag 2: Wieder keine Lust. Hefezopf mit Nutella (Bio!) gegessen. Dann Netflix. Mehr Hefezopf mit Nutella gegessen. Und Lachsbrot. Noch mehr Netflix. Bemerkt, dass ich mich von irgendetwas abzulenken versuche. Nun will ich ins Bett. Papa hat heute nicht angerufen. (…) Hab dann doch noch meditiert. Bin nun ein bisschen weniger traurig.
Tag 3:
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Der Kaffeefleck
Was, wenn alles was bleibt, der Kaffeefleck ist? Dieser formlose, braune Kreis, der Rand doch nicht Begrenzung ist? Es ist die Angst vor der Lächerlichkeit, heißt es, die uns davon abhält, Großartiges zu tun. Den Kaffeefleck kümmert es nicht. Er ist. Und ich beneide ihn. Wünschte, auch ich könnte meine Kontur verlieren. Alles, was ich hab, ist die Form. Doch such’ ich den Inhalt. Den Sinn. Der Kaffeefleck tut das nicht. Er ist. Er ist alles, was er ist. Und er ist gut so. Dabei ist er doch bloß das, was vom Kaffee übrig ist. Nicht der Rede wert. Doch, sieh’ hin! Er ist noch da, selbst wenn die Tasse weg ist. Ein stummer Zeuge. Jemand schrieb ihm diesen Text. Und machte ihn unsterblich.
Ich will Freiheit, das Recht auf Selbstentfaltung, das Recht aller auf wunderschöne, strahlende Dinge.
Emma Goldman
Kampfansage
Emotion ist meine Rebellion. Nehmt euch in Acht.
Glück ist ein Kontrastgefühl.
Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.
Friedrich Nietzsche
Die meisten Menschen (…) sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.
Hermann Hesse
Lieber noch mit dornzerkratzten Händen als mit manikürter Seele enden!
Mascha Kaléko
Ich werde Dinge erlebt haben, und ich werde mir Dinge ausgedacht haben, und es ist schwer zu sagen, was davon persönlicher ist.
Margarete Stokowski