Bin ich wütend oder bin das gar nicht ich?
Jeden scheiß Monat vergess ich, wer ich bin.
Werde wütend und dann traurig, in mir brodelt es, doch ich weiß nicht wieso oder wohin.
Alle paar Wochen, da gehört mein Innerstes nicht mir.
Es stülpt sich eine Glocke über mich, aus hartem Glas.
Sie erzeugt Unterdruck, raubt mir den Atem, sie schneidet mich ab von der Außenwelt und von mir selbst.
Sie macht mich zur Zuschauerin meiner Psyche, sie nimmt überhand und raubt mir den Verstand.
Doch bevor sie mich völlig übermannt und ich sage, ich halte es nicht mehr aus, ich kann nicht mehr, ich schaff das nicht, ist sie wieder weg.
Und mit ihr das Hinterfragen, Ja/Nein-Sagen, das Freuen und Weinen, das Stolz-Sein und Leiden.
Ich habe es so satt.
Denn anstatt mir zu zeigen, was ich brauche, verliere ich mich, Zyklus für Zyklus, versinke in Selbstmitleid und in Zynismus.
Und alles ist so dumpf und ich schaffe nichts, raffe mich nicht auf, geh nicht außer Haus, ich lebe so dahin.
Bin wie gelähmt und warte auf die Erlösung, die Ruhe im Kopf, die sich über mich senkt wie kühle Nachtluft nach einem heißen Tag. Und dann darf ich zwei Wochen frei atmen und staunen und Luftschlösser bauen und Berge versetzen,
Bevor es wieder von vorne beginnt, ich mich vergrabe und auf meine Periode warte.
Und wenn du dann sagst "Du schiebst immer alles auf die Hormone", sage ich: Fick dich.
Meinst du, das macht Spaß?
Glaubst du, ich bin amüsiert, wenn mir jeden Monat das System abschmiert?
Hast du jeden Monat ein fest vorgeplantes Fenster für Zweifel und böse Hirngespenster?
Für Reue und Angst?
Musstest du über Jahre erst lernen, dass dein Ich anscheinend schwankt?
Dass du nicht deine eigene Konstante bist, weil du in der Phase die guten Momente vergisst?
Dass du immer hinterfragst: War es wirklich schlimm oder nur der falsche Tag?
Und ja, nur wer die Dunkelheit kennt, der schätzt das Licht.
Aber um mich herum ist alles grau und ich wollte das nicht.
















