Was mich augenblicklich charakterisiert, ist die Nacht und die Konfusion, eine Art Indifferenz der Automatismen der Seele, eine Ausrottung an der Wurzel und im Keim sämtlicher Kräfte in uns, die vor dem Geist kommen. […] Mit einem Wort: Ich habe kein Denken mehr und ich spüre jeden Augenblick die trostlose Leere dieses Denkens, das nicht mehr mit den Phänomenen korrespondiert, mit den äußeren Ereignissen, und das vor allem nicht mehr mit sich korrespondiert. Ich glaubte zu einem bestimmten Zeitpunkt wesentliche und vielleicht heilsame Dinge zu sagen zu haben, wahre Dinge über das Leben, den Geist, über die Realität und die Irrealität, über alle Dinge. Einzig ein Nichts, eine entsetzlich schmerzhafte Leere antwortet mir, wenn ich mich befrage. Das Vermögen, intellektuell zu reagieren, gegenüber was auch immer es sein mag, oder die Existenz meines inneren Lebens zu spüren, der Welt, die ich in mir trage, ist wirklich tot. Das nenne ich eine intellektuelle Katastrophe. Diese Unfähigkeit der Seele, ihre Existenz durch Reaktionen zum Ausdruck zu bringen, die den Umständen angepasst sind, durch die sie hindurchgeht. Das Ergebnis davon ist eine namenlose Angst, unbeschreiblich, ein tiefes Unbefriedigtsein, denn der Geist spürt physisch deren Nichtbesitz. Die Abwesenheit von Ideen ist nicht eine normale Leere der Inspiration, sie ist eine geistige Paralyse dieser Inspiration, der Grund, dass die Seele nicht mehr in ihre Rahmen eintreten, noch auf normale Weise und automatisch ihre Reaktionen finden kann. Die Seele ist versteinert und taub vor Unfähigkeit. […] Nun, habe ich weder Gefühl noch Leidenschaft mehr, nichts erreicht mich, und eben da ist meine Seele ausgebrannt und fehlt mir die Substanz des elementaren Gefühls, der geringfügigsten Reaktion. […] … ich bin an den Punkt angelangt, an dem mir jede Gefühlsregung unmöglich ist.
— Antonin Artaud (via desert-nausea)















