Aufgrund der Programmatik der häretischen Bewegung fanden sich viele Frauen in diesen Bewegungen. Um diese Bewegungen zu spalten wurde in manchen Orten die Vergewaltigung entkriminalisiert, wodurch junge männliche Arbeiter sich an den Frauen vergriffen. Gleichzeitig wurde die Allmende, ein öffentlicher Ort, der den Dörfern sowohl als gemeinsamer Boden zur Lebenssicherung wie auch als sozialer Ort der Solidarität diente, eingehegt und privatisiert. Den Bäuer*innen wurde so das Land weggenommen, das sie zum Leben brauchten. In der Folge mussten sie ihre Arbeitskraft an Andere verkaufen, die ihnen Lohn dafür zahlten.
An allen Orten wurde jedoch erneut Widerstand geleitet gegen die Zerstörung der Existenzweise. Es wurde gegen die Landprivatisierung, die Abschaffung von Gewohnheitsrechten, die Einführung neuer Steuern, die Abhängigkeit von Lohn und die ständige Anwesenheit von Heeren in den Stadtvierteln protestiert. Der Widerstand äußerte sich unter anderem durch Migration, Vagabundentum und einen Anstieg von Eigentumsdelikten. Die Einstellung vieler war, dass man eher sterben wolle, als für einen Lohn zu arbeiten.
Eine Reihe von staatlichen Initiativen wurde durchgesetzt, die auf die Schaffung von disziplinierten Arbeiter*innen, die Entschärfung von Sozialprotesten und die Festlegung der Arbeiter*innen auf die ihnen aufgezwungene Arbeit abzielten. So wurden beispielsweise schärfere Gesetze gegen das Vagabundentum erlassen und gemeinsame Aktivitäten angegriffen. In England wurden etwa zwischen den Jahren 1601 und 1606 25 Gesetze zur Regulierung von Bierschenken erlassen. Und so wurde das Verhältnis von Kapitalisten und Arbeitenden geschaffen: durch die Enteignung der Arbeitenden, die Privatisierung von Boden und staatliche Gesetze, um die Arbeitenden in ihre neue Rolle zu pressen.
Quelle: Sylvia Federici: »Caliban und die Hexe«


















