Fantasievoll wird der erste Akt durch die eindrucksvollen Animationen bereichert. Dokumente, Fotos, gezeichnete Modelle und Formeln lassen die Atmosphäre in den Labors des Manhattan Projects greifbarer werden als es jede herkömmliche Bühnenausstattung erreichen könnte.
Badisches Tagblatt, Nike Luber, 27.01.2014
"Prachtvolles, fast barockes Musiktheater ist das, kombiniert mit der Ästhetik moderner, geistreicher Comicstrips (Animation: Benedikt Dichgans, Philipp Engelhardt, Andreas Grindler): ein kleiner Geniestreich des Regisseurs und seines Bühnenbildners Dirk Becker."
Badische Zeitung, Alexander Dick, 27.01.2014
"Über die ganze Bühnenbreite werden Comic-Animationen von Benedikt Dichgans, Philipp Engelhardt und Andreas Grindler auf eine transparente Leinwand projiziert, und diese Bilder- und Textflut gewinnt eine ganz eigene ästhetische Qualität. Die drei jungen Künstler zeigen, was heute auf diesem Gebiet möglich ist, bis hin zu 3-D-Effekten, aber sie halten sich dabei streng an die Vorgaben des Stücks. Hier sind solche technischen Hilfsmittel einmal nicht nur reine Spielerei.
Rhein-Neckar-Zeitung, Matthias Roth, 27.01.2014
In Karlsruhe gelingt dem Team um Regisseur Yuval Sharon, Bühnenbildner Dirk Becker, Kostümdesignerin Sarah Rolke, den Animationskünstlern Benedikt Dichgans, Philipp Engelhardt und Andreas Grindler im Zusammenwirken mit Lichtdesigner Rico Gerstner sowie dem Sounddesigner Stefan Raebel eine exzellente Zusammenschau von Szene und Musik, Imagination und packender, verrätselter „Handlung“.
opernnetz.de, Ekkehard Britsch, 26.01.2014
Ein derart brisantes Projekt in Szene zu setzen gelangen dem Regisseur Yuval Sharon, dem Bühnenbildner Dirk Becker, der Designerin Sarah Rolke und ganz besonders den Herren der Videoanimationen Benedikt Dichgans, Phlipp Engelhardt, Andreas Grindler in trefflichster Form. Die Bühnenbreite eine riesige (Kino)Leinwand zeigt sichtbar Radiofrequenzen, akustisch aus Lautsprechern untermalt, in filmischer Folge werden Comics sichtbar, Originaldokumente der gesungenen Texte, kleine Wandfenster öffnen sich zeigen variiert die Wissenschaftler, den General, Mitarbeiter bei ihren Diskussionen.
Der neue Merker, Gerhard Hoffmann, 26.01.2014
Immer wieder überblendet der Regisseur das karge Bühnengeschehen im stilisierten Portraitbildern, Fotos, Reproduktionen der Originalbriefe, aus denen das Libretto ausführlich zitiert, und dazu hagelt es in dichter Folge Videoanimationen auf eine vor die Bühne gespannte Gazewand: vom Tesgelände über die explodierende Bombe samt ihrer pilzförmigen Wolke bis hin zu kreisenden dreidimensionalen Gebilden. Keine Frage, was das Animationsteam hier zaubert, ist beindruckend.
Stuttgarter Zeitung, Markus Dippold
Dem Regisseur der Aufführung Yuval Sharon ist ein Meisterwerk gelungen, wie man es in Karlsruhe selten gesehen hat. Die ganze Handlung des ersten Aktes spielt hinter einer durchsichtigen Leinwand. Auf dieser Leinwand laufen Animationen, Comicstrips, die einerseits zum Bühnenbild gehören, andererseits die Handlung zu kommentieren scheinen. Immer wieder öffnen sich in dieser Leinwand Gucklöcher, in denen man auf die eigentliche Bühne blicken kann. Dort geht die Handlung voran. In einer Szene öffnen sich zwei Fenster im Haus der Oppenheimers. Im einen Zimmer sitzt die Frau des Physikers, im anderen, dem Arbeitszimmer, sitzt Oppenheimer selbst. Beide wirken nachdenklich, ja fast ängstlich. Sie zitieren Gedichte. Und auf diese Art vereinen sich die beiden in einer höchst platonischen Liebesszene.
SWR2 Kulturthema, Nicole Dantrimont, 27.1.2014
Fotos: Falk von Traubenberg