Fragen an einen ehemaligen Spieler
In vorherigen Einträgen wurde das Thema Suchtverhalten in Social Games bereits kurz angesprochen. Nachfolgend beantwortet ein ehemaliger Spieler von Social Games einige Fragen zu dieser Thematik.
Frage: Wie sah zur damaligen Zeit dein Alltag aus?
„Mein Tag hat damit begonnen, dass ich FarmVille öffnete und erst einmal meine Felder erntete. Natürlich sind auch meine Bäume und Tiere fertig gewesen. Fertig heißt, dass man sie nach dem Verstreichen einer bestimmten Zeit abernten bzw. melken kann. Dann wurde, je nach dem hinter welchen Errungenschaften ich her war, noch ein bisschen dieser Fortschritt bearbeitet. Und natürlich wurden die Felder neu bepflanzt bzw. in den anderen Spielen Missionen erfüllt oder Häuser gebaut. Zu meiner Spitzenzeit habe ich fünf Social Games gleichzeitig gespielt. Was für ein enormer Zeitaufwand das bedeutet, sollte klar sein. Falls nicht, es waren etliche Stunden pro Tag…“
Frage: Wie hoch ist deiner Meinung nach der Suchtfaktor in Social Games?
„Sehr hoch! Begründen kann ich das durch die Errungenschaften und verschiedene Bonusgegenstände, die im Spielverlauf erspielt werden können. Man hat immer etwas zu tun. Und durch laufend neue Spielinhalte ist es ohne enorm hohen Zeitaufwand so gut wie unmöglich ein Spiel zu meistern bzw. zu „gewinnen“. Dieses Endlosspiel ist meiner Meinung nach hauptsächlich für das Suchtpotential verantwortlich.“
Frage: Hast du im Spiel auch virtuelle Güter gekauft?
„Nein, auf keinen Fall. Auch wenn ich regelmäßig stundenlang in den Spielen quasi versumpft bin, so sah ich es nie ein für etwas Geld zu bezahlen, was ich auch kostenlos bekomme. Dazu kommt, dass bei manchen Spielen die Bonusgegenstände nur einen dekorativen Charakter besitzen und somit keinerlei Vorteil im Spiel bringen.“
Frage: Wie hast du deine Freunde dazu bewegen können, die Spiele mit dir zu spielen?
„Durch ständige Einladungen hat man den einen oder anderen Freund dazu bewegen können, die Einladung anzunehmen und somit „Nachbar“ im Spiel zu werden. Ein Großteil der Freunde ist jedoch durch permanente Einladungen genervt. Allerdings gibt es in den sozialen Netzwerken extra angelegte Gruppen, bei denen man wildfremde Personen zu sich in’s Spiel einladen kann. Also ist es nicht schwer, in kurzer Zeit viele Nachbarn zu gewinnen. Und bei jedem dieser Nachbarn kann man als Spieler interagieren und Gegenstände finden.“
Frage: Würdest du wieder Social Games spielen?
„Nur bedingt. Um mir ein spezielles Spiel anzusehen vielleicht. Auch würde ich neue Spiele mit neuen Ideen ausprobieren. Allerdings ist der Reiz lange nicht mehr so gegeben wie zu Beginn. Wahrscheinlich kommt das daher, weil sich die Spiele größtenteils ähneln und man quasi alles schon einmal gesehen hat.“
Dieses Interview soll zeigen, dass sich Spieler teilweise sehr lange in dieser virtuellen Welt der Social Games aufhalten und es deswegen Sinn macht, dort Werbung einzusetzen. Die Spieler können dadurch Assoziationen mit den dort beworbenen Produkten entwickeln und es findet auch eine Identifikation mit einem Produkt bzw. einer Marke statt. Welche Gefahren im Allgemeinen durch Social Game vorhanden sind bzw. entstehen können, wird im nächsten Beitrag angesprochen.