Eine Marketing-Aktion ist eine Marketing-Aktion ist eine Marketing-Aktion ODER warum die EVAG (bzw. der ÖPNV dringend Infrastruktur-Maßnahmen umsetzen muss statt mit Image-Kampagnen abzulenken oder der Landes- und Bundespolitik die Schuld zuzuschieben. Mein Fazit nach einer Woche OHNE AUTO.
Es klingt bizarr, aber nach einer Woche ohne Auto ist meine Erfahrung die, dass in meinem Alltag eine unglaubliche Entschleunigung und Mitmenschlichkeit entstanden ist. Es ist etwas anderes im Auto in 20 Minuten zur Arbeit zu Rasen, als in 45-60 Minuten zur Arbeit gefahren zu werden.
Im Auto Frust vorprogrammiert. Ob die aufgrund von a. zu wenig Straße oder von b. zu viel Auto verschuldet wird, kann jeder für sich entscheiden. Auch geht jeder unterschiedlich mit der Situation um. Ich für meinen Teil werde durch die morgendliche Autofahrt sehr gestresst. Dazu kommt, dass der ÖPNV auf den Hauptschlagadern Essens relativ zuverlässig funktioniert. Sodass ich im Auto regelmäßig zu spät bin, im Bus hingegen pünktlich.
Also unterm Strich ist das Leben ohne Auto in Essen auch aus dem abgelegenen Fischlaken eine gute Erfahrung.
Wo bleibt das große Aber? Hier kommt es:
Zwei Problem, dass dringend gelöst werden muss, liegt in den Händen der EVAG:
1. Es herrscht schlechte Stimmung unter den Bus- und Bahnfahrern
2. Ungenügende Routenplanung, Fahrzeug-Versorgung und unsinnige Regeln, an die sich das Personal zu halten hat
Zu 1:
Schon vor der Aktion war mir öfter aufgefallen, dass das Verhalten vieler Angestellter im öffentlichen "Fahrdienst" unmöglich ist. So zeigten viele Busfahrer klare Symtome von Überbelastung und negativem Stress. Viele Beispiele könnte ich nennen, in denen die Bus- und Bahnfahrer ein nahezu sadistisches Verhalten zeigten und Fahrgäste stehenlassen oder sich total im Ton vergreifen - oft absolut grundlos oder unverhältnismässig. Woran kann das liegen?
Es ist offensichtlich, das Unzufriedenheit mit dem Job oder Bedingungen der Arbeit Grund für dieses Verhalten ist. Aber ich möchte die noch kommende Zeit im Experiment auch nutzen um herauszufinden, wo der Schuh der Essener Bus- und Bahnfahrer tatsächlich drückt. Daraus resultierend möchte ich Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge entwickeln, die den Nahverkehr in Essen weiterbringen - für ein besseres Miteinander. Wer hier andere oder ähnliche Erfahrungen und Theorien für Ursachen hat, bitte Kontakt suchen: [email protected]
Zu 2:
Stichwort Linie 180, Fahrrad-Mitnahme, usw. Leider ist die EVAG für das, was in einer Halbe-Millionen-Stadt in ein paar Jahren in Sachen ÖPNV bevorsteht so gut wie gar nicht gerüstet. Ich will's nicht zu lang machen und mit meinen leidvollen Erfahrungen aus der ersten Woche ohne Auto nerven, aber der Vorwurf ans Land, dass die Straßen nicht ausreichend wären zieht nicht.
Auch auf kaputten Straßen kann sinnvoll und effektiv ÖPNV geleistet werden. Nur ein Beispiel: ein Ziehharmonika-Bus - also das größte Gefährt auf der Straße, dass die EVAG zu bieten hat - kann wieviele Fahrräder befördern?
EINS ist richtig! Besonders toll, wenn man zu zweit unterwegs ist. Besonders bunt wird es, wenn man sich nun vorstellt, das Eltern mit Kinderwagen zu steigen wollen. Geht nämlich nicht, wenn bereits ein Fahrrad an Bord ist. Hier schliesst sich der Kreis mit Punkt 1 und dem Busfahrer, der diese sog. Regel dann durchsetzt.
Katastrophe, aber heute genauso erlebt in der Linie 169.
Wie Ihr lest war die erste Woche sehr abwechslungsreich und ich bin sehr gespannt, wie die nächsten Tage werden. Wie immer freue ich mich über Euer Feedback an oben genannte E-Mail. Noch ein paar schöne Pfingsttage!








