Es gibt einen guten Grund warum ich in letzter Zeit nicht schreiben kann.
Keiner meiner Worte könnte ausdrücken welch ein Leid ich jeden Tag empfinde, wenn ich die Nachrichten einschalte. Ich fühle mit jedem einzelnen, die Wut und der Hass auf die Angreifer, die aus falscher Ideologie unser aller Leben bedrohen. Ich kann es nicht fassen, bin sprachlos.
Ich will nicht mehr weinen wenn ich die Nachrichten sehe.
Ich will kein mulmiges Gefühl haben wenn ich mich in großen Menschenmassen bewege.
Ich will all die Asylsuchenden mit offenen Armen empfangen, ich will, dass auch sie sich hier wohl fühlen.
Ich will, dass die Kinder von Aleppo zu Vogelgezwitscher aufwachen anstatt von einschlagenden Bomben aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Ich will, dass Mädchen zur Schule gehen können.
Ich will, dass Menschen wie Trump und Erdogan nicht mehr an die Macht kommen.
Ich will weiterhin an das Gute in jedem Menschen, in unser gesamten Spezies glauben - doch mittlerweile fällt es mir unbeschreiblich schwer. All das was gerade auf der Welt passiert geht mir so nahe wie momentan nichts anderes. Ich würde gerne wieder über Liebe, Glück und die Schönheit unserer Welt schreiben, aber das erscheint mir wie eine Beleidigung der Menschen gegenüber, die jeden Morgen aufs neue um ihr Leben fürchten müssen. Geplagt von dem Gedanken die Welt zu verändern liege ich nächtelang wach, schlage mir die Nacht um die Ohren und überlege wo man was verändern kann, wo ICH etwas verändern kann.
Momentan hasse ich uns. Unsere gesamte Art. Wir nennen uns selber Homo Sapiens Sapientes, übersetzt so viel wie “der Weiseste der weisen Menschen” und über diese Ironie kann ich nicht mal mehr lachen, so traurig ist das. Wie können wir uns so nennen wenn wir nicht nur unseren kostbaren Planeten mit all seinen Bodenschätzen, Flora, Fauna und vor allem auch unsere Mit-Lebewesen zugrunde richten, sondern auch uns gegenseitig?
Und warum scheint es mir so als würde das niemand sehen können außer ich? Wir sind doch alle Brüder und Schwestern, wortwörtlich. Wir sind eins. Warum verhalten sich nicht auch alle so? Ich versuche immer an einen guten Grund für die Ursache eines Geschehens zu glauben.
Ich hoffe aus den tiefsten meines Herzens - meiner gesamten Existenz -, dass dieser Terror durch Individuen und Kollektive aus unseren eigenen Reihen uns übrige näher zusammenrücken lässt. Das wir endlich eine Allianz bilden. Das wir erkennen, dass wir eine Familie sind. Ich werde noch nächtelang wachliegen und die gesamte Welt verfluchen, nicht nur die gesamte Welt, sonder auch mich selbst. Ich bin noch zu jung um in absehbarer Zeit etwas zu verändern, besitze auch zu wenig Einfluss. Aber diesen werde ich mir erarbeiten. Werde meine Stimme erheben, gegen die, die uns verängstigen, verletzen oder sogar töten wollen und für die, die keine eigene Stimme haben.
Ich will etwas hinterlassen bevor ich gehe. Nicht weil ich will, dass man sich an mich erinnert, sondern weil ich diesen Planeten zu einem besseren Ort machen will. Für meine Kinder und die meiner 7 Milliarden Brüder und Schwestern.