Geschichtliches zum Violin- bzw. Geigenbogen
Der Geigenbogen ist das wichtigste Zubehör eines Geigers. Ohne Geigenbogen kann eine Geige nicht gestrichen, sondern nur gezupft werden. Die Geige, die Bratsche, das Cello und andere Instrumente wie die der Gambenfamilie sind aber Streichinstrumente.
Einen Bogen benötigt man also um die Saiten des Instrumentes durch Streichen in Schwingung zu setzen. Dieses Schwingen wird mittels des Steges dann auf den Körper der Streichinstrumentes ĂŒbertragen.
Ein 4/4 Geigenbogen hat mit voller Behaarung und Bogenwicklung ein Gewicht zwischen 55 g und 65 g und hat eine LĂ€nge von etwa 74,8 cm.
Jeder Geigenbogen, den wir bei UEBEL- since 1725 online oder im Ladenlokal anbieten, wird in unserer Fach- Werkstatt durchgesehen und neu mit mongolischen Pferdehaaren bezogen.
Die Entwicklung des Geigenbogens
Die Stange der ersten Streichbögen, waren im Gegensatz zu den heute modernen Geigenbögen aufwĂ€rts gewölbt unf verfĂŒgten ĂŒber einen Steckfrosch. Die Spannung des Bogens konnte mit Hilfe von Steckfröschen eingestellt werden.
Der nÀchste Entwicklungsschritt waren etwa In der Mitte des 17. Jahrhunderts Bögen, die mit einer Zahnstange. Durch diese Zahnung an Ende der Bogenstange konnte die Spannung besser reguliert werden, als mit den Steckfröschen.
UngefÀhr in der Mitte des 18 Jahrhunderts wurde die Bogenspannung dann durch die Bogenschraube reguliert, diese Technik ist bis heute erhalten.
Viele Geiger spielen auch heute Barock-Musik am liebsten auf auch Barockbögen, denn ein Barockbogen reagiert viel schneller. Die Gewichtsverteilung ist bei einen Barockbogen eine andere als beim modernen Geigenbogen, Violabogen oder Cellobogen. Der Barockbogen ist an der Spitze viel leichter gearbeitet als an dem Bogenfrosch. Den Musikern ermöglicht dies ein schnelles, artikuliertes Spielen, zu dem klingen Barockbögen sehr klar und elegant.
Holzarten die beim Bogenbau genutzt werden
In den AnfĂ€ngen des Streichbogen wurden einheimische Harthölzer um einen Bogen anzufertigen. Besonders gut dafĂŒr eignete sich Eibenholz dafĂŒr, aber auch Buche kam zur Verwendung.
Fernambuk (Caesalpina echinata) oder Penambuco wurde wegen seiner roten Farbe nach Europa importiert. FĂŒr dem Bogenbau ist dieses Holz durch BrĂŒder Tourte entdeckt worden. Nicolas Leonard und François Xavier Tourte erkannten die besonderen Eigenschaften des Holzes und deren Verwendung fĂŒr Bogenbau.
In wenigen Jahren hatte das Fernambuk-Holz im Bogenbau nahezu alle anderen Hölzer verdrĂ€ngt. Es hat sich wegen seiner sehr guten KlangqualitĂ€ten und durch seine mechanischen und physikalischen Eigenschaften fĂŒr Bogenstangen gegen andere Holzarten durchgesetzt.
Weiterhin werden noch Hölzer wie Schlangenholz, Brasilholz und Eisenholz im Bogenbau verwendet.
Das derzeit neuste Material im Streichbogenbau ist kein Holz, sondern Carbon. Die Bogenstangen werden aus hoch verdichteten Kohlefasern gearbeitet. Im Vergleich zu Holz sind Carbonbögen viel unempfindlicher der Luftfeuchtigkeit gegenĂŒber und auch bruchsicherer.
Wann muss der Geigenbogen neu behaart werden ?
Zur Pflege eines Violinbogens gehört auch eine regelmĂ€Ăige Reinigung oder Erneuerung der Bogenhaare.
HierfĂŒr gibt es natĂŒrlich keine festen ZeitabstĂ€nde, denn das hĂ€ngt von der HĂ€ufigkeit des Spielens ab. Ein Berufsmusiker wird seinen Bogen öfter behaaren lassen als ein Hobbymusiker oder GeigenschĂŒler.
Beim stetigen Nutzen des Violinbogen werden die Haare mit der Zeit glatt. Ein Grund hierfĂŒr ist, dass die Hautschuppen der Haare durch zuviel Kolofonium verklebt sind oder sich die Hautschuppen abgenutzt haben. Hilft eine Reinigung der Haare nicht, benötigt der Bogen einen neuen Haarbezug.
Im Rahmen des natĂŒrlichen VerschleiĂes kommt es auch oft vor, dass hin und wieder ein paar einzelne Bogenhaare reiĂen. DarĂŒber mĂŒssen Sie sich keine Sorgen machen. Schneiden die diese Haste vorsichtig am Froschring und am Bogenkopf ab. Alte, trockene Haare reiĂen öfter. Der Bezug wird so mit der Zeit zu dĂŒnn und eine Erneuerung ist empfohlen damit der Ton beim Spiel wieder voller wird.
ReiĂen jedoch viele oder gar alle Haare an fast der gleichen Stelle, dann ist MottenfraĂ die Ursache. Seit ein paar Jahren sieht man oft , das Bogenhaare wie mit der Schere von Motten durchtrennt werden.
Ein neuer Geigenbezug, der durch Mottenfrass nötig wird ist eine teuer Spass, um dem entgegenzuwirken haben viele Geiger Lavendel in ihrem Etui.















