Am 07.04. erscheint Svenja Gräfens Romandebüt “Das Rauschen in unseren Köpfen”.
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Am 07.04. erscheint Svenja Gräfens Romandebüt “Das Rauschen in unseren Köpfen”.
Dieses Mal keine Lichter
Dieses Mal gibt es keine Lichter, dieses Mal sind wir wirklich weit draußen, nur die anderen wissen das nicht, sie wissen das nicht wirklich.
Ich weiß nicht was das ist mit den Zeitparadoxen, einmal wollen wir noch das Gefühl haben wie 6-Wochen-Sommerferien und Kein-Ende-in-Sicht. Die Sache ist nur, dass das hier der Polarkreis ist, der Polarkreis trägt keine Zeiger, keine Zahlen, keine Lichter dieses Jahr und befindet sich so weit weg vom Sommer wie nur irgendwas.
“Grönland.” sagst du. Dein Blick ist meistens still, die Spikes unseres Vans machen seltsame Geräusche auf dem Asphalt, dann auf dem Schotter auch noch, als ob das reicht. Als ob es reicht, dass du nur da bist und nichts sagt. Was soll ich denn anfangen mit Aussagen ohne Satzzeichen, ohne Verb, ohne Richtung. Wie soll ich denn das verstehen?
Wir kratzen über die Landschaft, wir schlagen Furchen in das naturgeschützte Moos allein mit unserem Atem, wir kristallisieren uns in ein Land, das auseinaderdriftet, das Feuer spuckt und die Erde kocht. Als wir anhalten sehen wir einen Menschen, im Ganzkörperschneeanzug, leuchtend. Wir kommen näher, da sehen wir, wie er einen Topf aus dem Boden nimmt, behutsam und schnell, es riecht nach Schwefel von überallher, der Mensch winkt uns zu sich, mit einer halben Geste, durch den Dunst verwaschen. Wir gehen noch weiter, beugen uns in Richtungen, im Topf ist Brot, es hat die Farbe von Karamellkuchen und als der Mensch auf den Boden zeigt und nickt, begreifen wir, dass es im heißen Sand gebacken wurde.
Wir sehen kurz weg, über die Ebenen, die in Farben verlaufen - ein Spektrum ohne Benennenbares - über den Boden, in dem unsere Boots stecken; als wir zurückblicken, dampft das Brot auf einem Teller mit salziger Butter.
Du nimmst das Brot mit zwei Fingern in deine Handschuhe, der Blick des Menschen ist voller Farben des Hochlandes, das wir nicht betreten dürfen jetzt. Die Luft gefriert innerhalb von wenigen Sekunden, ich versuche dir etwas zu sagen, aber du läufst schon zurück zum Wagen und für einen Moment sieht es aus, als würdest du stolpern.
[Pauline Füg]
zwischendurch lag der geruch von unschärfe im wind, ich saß mit zusammengekniffenen augen und hielt mir die haare, die fliegende kleidung. man konnte dann bald nicht mehr sicher sein wegen der temperatur, die luft raste so und fuhr uns scharf in die gesichter, wenn wir die köpfe drehten. hinter den milchigen scheiben begannen wir zu schwitzen, dort kehrte eine ruhe ein; ehrlich, ich hab es überprüft, niemand sagte auch nur ein wort. viele schultern lagen ganz entspannt und auf feuchten nasen rutschten die sonnenbrillen, ab und an pustete jemand in dampfende becher, und sonst sahen viele bloß geradeaus.
british columbia, canada, august 2016.
(svenja gräfen)
garbage.
it became autumn all of a sudden and we did not know where to rest
der aktuelle tag kratzt scharf an der grenze. nachmittags gehen die wimpern wie schaffotte; mit einem schlag löschen sie das bild der welt. als der herbst kam, gab es nur noch ein weißes rauschen der blätter im hinterhof. das laub, das wir sammeln wollten, war nicht mehr gut genug für unsere zwecke. auf den schultern, die wie stämme sind, beim tragen von kastanien: ein abdruck vergangender jahre.
[Text und Foto: Pauline Füg]
Südkalifornien. Ich bin ein Schwamm gewesen
Bei ausreichend Gelegenheiten denken: Was für eine Floskel, aber an Floskeln muss man sich gewöhnen, an Floskeln bin ich längst gewöhnt, ich haue sie ja selbst raus in einer Endlosigkeit. Es sind jetzt: 57 Tage, um genau zu sein; es war keine bewusste Entscheidung, nicht zu schreiben, zumindest nicht: richtig zu schreiben (und was ist dann falsch?). Es war ein sehr langes Einatmen, bis hierher, ein permanter Versuch, alle Eindrücke zu verarbeiten und anschließend zu verwalten, in eine Reihenfolge zu bringen, bloß hier und da ein paar Notizen, so was wie: heute Strand, Pazifik, Dreck, es riecht nach Salz, und ist das da Nebel oder Smog? So was wie: Heute mindestens zehn Kilometer gelaufen, es gibt womöglich hier und da ein paar neue Muskeln, vorher waren die jedenfalls noch nicht da; ich spür's in meinen Füßen, denn meine Füße tun weh; absurd, wie abhängig ich von ihnen bin. Jetzt sind wir auf einem Berg über der Stadt, von der man so viele Geschichten kennt, ich habe kürzlich erst ein Buch gelesen, ich kenne so viele Filme, so viele Lieder, so viele Menschen sagten uns vorher: Los Angeles ist hässlich, Los Angeles ist wunderschön, flaniert doch in Silver Lake umher und auf der Promenade in Venice, auf den Geldbeutel aufpassen!, guckt unbedingt auf die Lichter von oben und oben: sind wir, hier schlafen wir in einer Jurte, hier wartet morgens heißer Kaffee in einer Kanne, wer auch immer den ständig kochen mag, hier wird viel geredet vor allem, und allmählich kehrt ein Gefühl zurück, das Gefühl von: nicht reden, sondern schreiben wollen, lasst mich doch bitte ganz kurz in Ruhe mit all den Gesprächen, lasst mich doch mal ein bisschen verarbeiten und verwalten. Manchmal fühle ich mich unter Druck gesetzt von all den Tipps, hierhin, dorthin, nett gemeint; manchmal wünsche ich mir eine Pause, da kommt mir der Wind hier gerade recht, das bisschen Grau am Himmel, so herrlich unaufdringlich; es ist in Ordnung, sagt das Grau, es ist okay, einfach zu sitzen und nirgendwohin zu schauen dabei, zur Abwechslung endlich einmal, es ist okay, jetzt nichts zu sagen, eine kurze Unterbrechung der Schleife aus: hier waren wir, das haben wir gesehen, dort waren wir auch und danach an einem, ach, an zwanzig weiteren Orten, soundso lange blieben, soundso lange bleiben wir noch. Der Wind ist ein Sturm geworden, ich liege wach und bin so, so müde dabei, die Lider schwer, ich bewege mich nicht, ich lieg starr, ich denke an Schlafparalyse, ich bin zu müde, um auszuprobieren, ob ich die Arme anheben könnte, also bleibe ich so, auf dem Rücken, knisternder Stoff um mich gewickelt, eine Art Zelt um mich gebaut, draußen stürmt es, es reißt an den Bäumen, es schlägt die Äste in Richtungen, das Windspiel ist laut, es klappert aneinander wie eine Warnung, nicht rausgehen, bleib drin, beweg dich nicht in deinem Schlafsack, bleib; und in der nahen Umgebung heulen Kojoten, sie klingen wie Wölfe, sie klingen herzzerreißend schlimm. Sturm, Windspiel, Kojoten, ich liege auf dem Rücken, ich schlafe noch nicht, ich weiß: nur wenige Stunden, dann wird uns die Hitze wecken, dann gibt es wieder Kaffee und vor allem Gespräche, dann geht es weiter. Ich bin ein Schwamm gewesen in all den letzten Wochen und jetzt brauch ich Zeit, ein bisschen Zeit, um zu ordnen, zu sortieren, zu entziffern, auszuatmen; außerdem muss ich schlafen, mir stehen noch ein paar Kilometer bevor, ein paar volle Tage, ich kann beinah schon die Stunden zählen. (Svenja Gräfen)
Sommerpause und Meeresrauschen.
Im September geht es weiter. Mit neuen Geschichten, Fragmenten, Bildern.
Wie es werden könnte, bald.
Am Abend zirpen die Grillen, immerhin; man kann sogar die Nase aus dem Fenster stecken und mit ein bisschen Fantasie genau das riechen, was jetzt zu riechen sein sollte da draußen. Jedes Gespräch hängt sich mal wieder am Wetter auf, jede Laune und jede Tagesform, na ja, worauf auch soll man sich noch verlassen, wenn sich hier alles innerhalb von Minuten drehen kann, die Wolken, der Wind, sogar die Temperatur. Es ist und bleibt ein Dazwischen, so ein lächerlich verkitschtes Dazwischen, ich warte immer noch, wir warten beständig, und deshalb bin ich auch gar nicht so richtig da, so auf die Art, wie man da sein sollte, im Hier, im Jetzt, großgeschrieben, ich denke bloß: vielleicht ab morgen, ab übermorgen, ab nächster Woche. Es wird alles hinausgezögert, fast schon mit Absicht, fast schon hämisch, wir sagen seit Monaten doch schon: irgendwas ist anders, verschoben, das ist nicht zu sehen, aber spürst du’s? Diese Abwesenheit von Verlass. Auf die eine oder andere Art schwirren uns die Köpfe, deswegen, trotzdem, in jedem Fall: sie tun es, sie schwirren, und worauf denn auch konzentrieren, wenn man sich bloß eine so vage Vorstellung machen kann davon, wie es werden könnte, bald.
(Svenja Gräfen)
Der Unterschied zwischen uns: du würdest den verfluchten Palast kaufen, um zu beweisen, dass nichts schlimm ist. Ich habe Salz und Dunst auf den Lippen, etwas schauert kühl in meinem Hinterkopf, sodass ich mich abwende von Möglichkeiten.
[Foto und Text: Pauline Füg
Kamera: Lomography LC-A. Film: irgendein crazy Film, der nicht benannt war. ISO 800. Nicht bearbeitet.]
Später werden wir unsere Köpfe in Richtungen legen.
Die Lage ist windschief, wir verharren bemüht in immergleichen Positionen, die Nackenmuskulatur angespannt, die Schultern, der ganze Rücken schmerzt. Später werden wir unsere Köpfe in Richtungen legen, langsam und bedacht erst zur einen, dann zur anderen Seite ziehen, in der Hoffnung auf ein Knacksen, ein Einrasten, damit wir wieder gerade stehen können. Wenn dann nichts passiert, nichts knackst, nichts einrastet, werden wir enttäuscht sein, wir werden mit beiden Zeigefingern in den Nacken drücken, die Augen schließen, uns wird womöglich schwindelig sein; ich weiß ja auch nicht, aber ich habe dann immer so schnell Angst, dass ich was kaputt gemacht haben könnte, einen Wirbel oder zwei und daher dann der Schwindel. Gesund ist das ja sowieso nicht, na ja, zumindest nicht empfehlenswert, stattdessen sollten wir trainieren, stärken, aufbauen, wir sollten täglich unsere Übungen verrichten, schön regelmäßig atmen und gerade sitzen, den Kopf nicht so sehr zwischen die Schultern ziehen, nicht so hängen lassen sollten wir uns. Und bis wir uns zusammenreißen und endlich an die paar Regeln halten, bis wir unseren Stolz ablegen und unsere Gemütlichkeit, so lange wird es eben dieses Ziehen geben, mal hier, mal da, ein dumpfer Schmerz im Brustkorb, ein Stechen in der Schulter, dieses Drücken hinter den Augen, das vom Nacken strahlt, so lange werden wir es unbequem haben in unseren Körpern; so wird es sein, denn die Lage ist windschief und wir sind es auch.
(Svenja Gräfen)
es geht um hor (auszug aus einem libretto)
im hintergrund ist hor. er würgt und flüstert sich die augen aus dem leib. hor möchte sprechen lernen. er ist so sprachlos geworden in einer welt ohne frequenzen.
a: wir sind so furchtlos geworden in einer welt ohne grenzen.
b: nenn es nicht - -
beide: beim namen. hor flüstert und wispert. er lernt die möglichen frequenzen einer welt ,in die er fliehen wird. er frequentiert sich regelmäßig. er benötigt eine disziplin von der wir niemals sprachen. du musst regelmäßig dein haus verlassen. hor ist kurz vor einer stummheit wenn er andere namen nennt,
a: die maße seiner augen nimmt.
b: nicht spricht, nicht spricht.
a: wann hast du das letzte mal geschlafen.
b: wo?
a: in einer kuhle. zusammengerollt am rande von irgendetwas?
b: vor irgendetwas?
a: nenn es.
b: beim namen?
a: den wir nicht haben.
b: weil wir, was wichtig war, nicht nennen konnten.
[pauline füg]
Über uns kreuzen sich Flugsimulatoren. Wir halten uns selbst an den Ohrmuscheln fest. Später noch Nacht, tags darauf Strand.
[Foto (Lomography, LaSardina, Crossentwickelt, nicht bearbeitet) und Text: Pauline Füg]
Jetzt noch nicht und nicht mehr wie so einst.
Mein Antwortgedicht auf Jakob Wassermann´s “Der Aufruhr um den Junker Ernst”.
[Pauline Füg]
Man schaut sich an dieser Tage und denkt sich alles Weitere bloß im Stillen dazu. Man huscht so aneinander vorbei in diesem Schwebezustand, der sich anfühlt wie eine schlechte Verbindung, die jeden Moment wegbrechen könnte. Man weiß gar nicht so recht, ob das nun fester Grund ist oder etwas anderes, auf das man da so tritt; irgendetwas, das sich nicht einordnen lässt, so wie: ungefähr alles, zumindest das meiste, diese Tage, diese Eilmeldungen, dieser Blick da gerade, vielleicht. Im Huschen und Schweben und dem Dazudenken im Stillen entwickelt man allmählich Systeme und Symbolik; man filtert all das, was sich nicht einordnen lässt, mit seltsamen Metaphern und mit Weinphilosophie, mit vier-Uhr-früh-Erklärungen, man erdenkt sich ganz bedeutungsschwere Zusammenhänge dort, wo keine sind, nämlich: nirgends, oder überall, oder ich-weiß-doch-auch-nicht, und ehrlich, nicht mal auf das Frühlingwerden kann man sich verlassen, wart mal ab, schau mal morgen aus dem Fenster, du wirst ja sehen, du wirst ja sehen, du wirst ja sehen.
(Svenja Gräfen)
Hinter dem Dickicht Strandhunde (El Valle, Pazifik, Kolumbien)
Wir überprüfen in regelmäßigen Abständen die rostigdünnen Duschen am Dorfplatz. Seit zwei Tagen sind wir voller Salz und Sand, mit kaum gewaschenen Händen. Seit zwei Tagen überprüfen wir umsonst.
Die Lichtschalter in unserem Dschungelhaus schimmeln. Kleine schwarze Sprenkel um die improvisierte Taste, das Plastik schon rau vom Drücken. In unseren Fingerabdrücken Sporangien.
Wir schlafen auf der Dachterrasse, denn in den anderen Räumen rasseln unsere Lungen im Liegen, ein Kratzen im Gaumen. Wir schaben mit der Zunge über die juckende Schleimhaut. Und so schlecht ist es doch gar nicht, hier oben unter dem Blechdach, unter den Netzen, auf den aufblasbaren Luftmatratzen nebeneinander. Von hier haben wir einen Blick auf die Palmen, den diesigen Strand, die Früchte, die wir nicht benennen können, die Nachbarhäuser, die verlassen sind oder eine Baustelle oder eine Baustelle sein sollten. Immer nachts, wenn ich nicht weiß, ob Moskitonetze reichen, und ich an den Stellen zweifle, die das Mückenspray freilässt, werde ich unruhig. Ich bleibe solange liegen, wie ich es aushalte, dann taste ich mich über den Holzboden nach unten ins Bad, am Wackelkontakt vorbei, nicht barfuß, ich würde zu lange zögern, wenn ich eine Möglichkeit offenließe für Kakerlaken zwischen den Zehen. Die Spülung im Bad geht wieder nicht, ich weiß das jetzt schon. Die Dusche ging noch nie. Man sagte uns, wir sollen es die Straße runter probieren, die öffentlichen Wasserhähne am Platz. Draußen zirpt etwas, das Geräusch von Unbekanntem im Wind. Mich friert hier nicht, das ist das Gute. Der Ventilator surrt, aber nicht auf diese Art, die einen in den Schlaf hypnotisiert, sondern unregelmäßig, und ich muss an die Pilzsporen denken, die er durch die Luft wirbelt, auf uns, damit wir kühl schlafen. Die Holztreppe knarrt, ich fasse nichts an, was nicht unebdingt berührt werden muss. Ich versuche meine Gedanken zu zählen, du schläfst schon neben mir, an diesem Ort, der auf Fotos aussieht als gäbe es das alles nicht.
Als wir erwachen, frühstücken wir nur für einen Moment. Dann gehen wir auf den brüchigen Betonwegen zum Dorfplatz, ohne zu Stolpern, unsere Handtücher werfen wir über die Bäume. Ich halte deine Brille während du duschst. Ich würde den lateinischen Namen von Schimmel googeln, denke ich, gäbe es hier Netz. Als ich unter das Wasser steige, wird der Strahl dünner, nur noch Tropfen, Abstände, dann wieder nichts. Hinter dem Dickicht laufen die Strandhunde sehr langsam auf uns zu.
(Pauline Füg)
Es gibt den Moment, in dem man die Winterjacken von der Garderobe nimmt, um Platz zu schaffen. Man kommt dann besser durch den Flur, man muss sich nicht mehr an all dem Muff vorbeidrängen, diese eine Jahreszeit wird dann abgehakt, und eine neue Jahreszeit bedeutet eben: Platz. Und Silvester sollte eigentlich an einem solchen Punkt liegen, oder besser: Diese Sache mit den Vorsätzen sollte eigentlich an einem solchen Punkt liegen, oder noch besser: Vielleicht sollte man sie auch einfach nicht so ernst nehmen, die Daten, Umbrüche, Wechsel und vor allen Dingen die Vorsätze. Das ergibt sich schon von selbst, es ist ja nie ein Innehalten, es ist ja immer ein Prozess, oder womöglich auch ein Fluss, und spätestens an dieser Stelle habe ich Angst davor, esoterisch zu klingen, dabei sind Flüsse an sich ja etwas absolut nicht Esoterisches, grünbraune Plörre in Bewegung sind sie, voller Müll und Ekelzeug und eher praktisch als so außerordentlich schön. Platz schaffen könnte man eben immer mal wieder, in Wohnungen, Schränken und Leben, ein Vorsatz ist doch selten etwas anderes, und die Motivation dafür ähnelt sich auch: Da ist man der Dinge überdrüssig geworden, der Jahreszeiten, Temperaturen oder Angewohnheiten, also weg damit (vielleicht klappt’s ja). Was ich meine: Winterjackenmomente sind kein Innehalten, sowieso ist kein Moment ein Innehalten, es ist immer ein Weitermachen (ein Prozess, ein Fluss, und spätestens...), bloß mit leicht veränderter Haltung.
(Svenja Gräfen)