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Kleiner Einblick in unsere Race Around Austria Challenge 2017!
Race Around Austria Challenge
Spätestens als mein Bruder Reinhard und sein Kollege Thomas vor genau 2 Jahren von der Startrampe in St. Georgen im Attergau ihre erste Race Around Austria Teilnahme gestartet haben, hat mich das Rennradfieber gepackt und es wird mich bestimmt nicht mehr loslassen.
Zwei Jahre später und doch schon einige Stunden in das Training am Rennrad und Ergometer in der Winterzeit investiert, stehe ich also selber auf der giftgrünen Plattform in St. Georgen und diesmal wird mir ein Mikrofon ins Gesicht gehalten.
Zum Glück steht auch noch mein Teamkollege und Papa, Walter, mit mir auf der Bühne und ist bestimmt nicht weniger Nervös vor unserer bevorstehenden Runde entlang der Oberösterreichischen Landesgrenze.
Seit dem Entschluss im Herbst des vergangenem Jahres, dass wir gemeinsam bei der RAA-Challenge an den Start gehen wollen, begann auch für Walter das intensive Training und er hämmerte fleißig in die Pedale.
Unser gemeinsamer Trainingshöhepunkt war sicher die Reise nach Malaga, um gemeinsam in die Frühjahrsform zu finden und dem Winter in Österreich zu trotzen.
Zudem zog er top motiviert den Großteil unserer Sponsoren an Land, besorgte uns das Begleitfahrzeug und fuhr schon Wochen vor dem Rennen spezielle Teilstücke der Strecke ab, um gewisse Schlüsselstellen aufzuspüren, The Devil`s in the Detail :)
Um Punkt 17:21 zischt neben uns die Nebelmaschine und unter dem Jubel der zahlreichen Zuseher und bekannten Gesichtern kommt endlich des Rad ins Rollen, auf gehts in das noch ungewisse Abenteuer, Papa hinter mir eingereiht, das Begleitfahrzeug mit Alex, Thomas und Max (zu denen weiter unten mehr) heult auch schon auf und bildet das Schlusslicht.
Mein Puls ist schon vor der Ortsausfahrt auf über 190bpm, die Knie doch noch etwas weich (weil jeden Tag fährt man ja auch nicht umjubelt von einer Rampe in ein 560 Kilometerrennen), aber die erste Schicht nach dem Start gehört mir und ich steh voll in den Pedalen.
Reini startet mit seinem Kollegen Flo ebenfalls im 2er Team bei der Challenge und sie gehen nur eine Minute hinter uns als letzte Starter ins Rennen, mein erstes Ziel, nicht schon beim Ortstaferl eingeholt zu werden, hab ich somit schon geschafft :)
Voll auf Adrenalin über die ersten Hügel, immer wieder umdrehen, ob von Hinten eh niemand kommt, aber der Blick auf meinen Tacho verrät mir nicht nur, dass ich schon ein paar Kilometer mit sehr sehr hohem Puls gefahren bin, nein, auch dass meine Einstellung für die Karte am Garmin nicht so optimal sind wie gedacht!
Also vor lauter Panik kurz falsch abgebogen, aber das Team hupt mich wieder auf den richtigen Weg, da kommt auch schon Reinis Kollege angerauscht. Ich versuch mich so gut es geht dranzuhängen, natürlich das Windschattenverbot beachtend, und ärger mich schon etwas über mich!
Aus so kleinen Fehlern lernt man, davon haben sich schon auf den ersten Kilometern, nein, sogar schon bei der Startaufstellung ein paar eingeschlichen und, trotz Optimismus, werden es wahrscheinlich nicht die letzten Schnitzer für die kommenden Stunden gewesen sein.
Jetzt aber erst mal Walter den Tracker übergeben und ausser Atem in den Bus kriechen, quasi mal der erste Stimmungscheck nach gut 20 Minuten beim Team, wo etwas die Nerven aufgrund der Navistromversorgung angespannt sind.
Da das Tablet, nach der erfolgreichen Testfahrt auf der Challenge-Strecke mit dem Auto, nicht mehr mit Strom in Berührung kam, funktioniert das Laden mit dem Tschickanzünder nicht im eingeschaltenem Zustand (aus diesem Fehler haben wir auch alle gelernt) , das gute alte klassische Roadbook wird zur Hand genommen.
Das lenkt zwar vom kurzen Umweg meinerseits ab, Dauerzustand ist das aber sicher keiner, aber Hauptsache in Bewegung auf der richtigen Strecke und Walter macht volles Tempo und lässt es ordentlich krachen!
Um am Anfang richtig Tempo machen zu können, entscheiden wir uns für kurze Wechsel und ich sitze nach 20 Minuten schon wieder am Rad und kann mir die Aufregung vom Bus aus den Beinen treten und mich auf das Wesentliche konzentrieren, Rad zu fahren! Da kommen auch schon die ersten Fahrer in Sicht.
Wir bleiben beim schnellen Ablösen und befinden uns mitten im Rennen, Walter müssen wir schon beinahe etwas zügeln, damit er seine Kräfte nicht jetzt schon verschießt, sind ja doch noch 500 Kilometer, aber Papa sitzt perfekt am Rad und matcht sich mit anderen Fahrern um die Position.
Im Bus bei den Wechseln wird die Stimmung auch besser, weil die Stromanzeige vom Tablett jetzt auch schon über die 5% gestiegen ist und langsam stellt sich schon etwas Routine in der gesamten Mannschaft ein, man spürt aber, dass jeder mit vollem Einsatz dabei ist!
Unsere 3 Betreuer:
Alexander Six : Teamchef, grandioser Social-Media-Profi, Motivator, alles unter Kontrolle!
Thomas Neudorfer: “Der Profi”, kennt die taktischen Vorgänge, hat als Betreuer schon einige Fahrer beim RAA begleitet und noch jeden bis ins Ziel gebracht!
Max Groiß: “Der Rookie”, zum ersten Mal beim Race Around Austria, hat sich schon im Vorfeld mit Walter die Strecke eingeprägt und ihn auf vielen Trainingsfahrten begleitet, die Ruhe weg!
Und weiter, noch geht es nur etwas wellig, bzw bis Braunau fast abfallend dahin und es werden die Kilometer gedrückt und langsam kommen die Lichter zum Einsatz, ab 20:00 muss das Fahrrad wie ein Christbaum beleuchtet sein und das Pacecar direkt hinter dem Radfahrer nachtuckern.
Es wird allmählich stock dunkel, die Donau lassen wir Links liegen und jetzt kommen die ersten Anstiege und das gefürchtete Mühlviertel, da folgt ein knackiger Anstieg dem Anderen und das Zucken am Himmel lässt auch nichts Gutes vermuten. Minütlich greift jemand zu seinem Telefon und schaut auf die Wetterapp seiner Wahl, anscheinend hat jeder eine andere, und so sind die Wetteraussichten von staubtrocken zu heftigem Gewitter quer durch die Bank.
Von den Blitzen und dem immer lauter werdenden Donner am Schadenberg lassen wir uns nicht abschrecken, das zieht sicher alles vorbei! Obwohl, jetzt vielleicht eine Regenjacke wär nicht schlecht, besser wird es nicht, eher immer schlimmer und jetzt schüttet es auch schon wie aus Eimern, eine Entscheidung muss her!
Zu fünft im Bus sind wir zuletzt von Timelkam bis zum Start gefahren und wollten eigentlich so schnell nicht wieder alle zusammensitzen, sogern ich das Team auch mittlerweile habe! Aber dieses Unwetter müssen wir einfach etwas beruhigen lassen, das sehen auch andere Fahrer, die bald auch im Regen stehen bleiben, mal abwarten wann sich die Ersten wieder in Bewegung setzen.
Lagerfeuergeschichten von Unwettern, Radfahrten im Unwetter, und überhaupt Radgeschichten werden erzählt, der Regen lässt minimal nach. Bevor jetzt richtig Hüttenromantik aufkommt schlüpf ich mein Regengewand und zieh mir die Überschuhe an, nach ca 15 Minuten Schlechtwetterzwangspause gehts wieder ab in die Fluten, wird schon bald aufhören!
Zumindest tröpfelt es bald nur mehr und auf gehts über den Ulrichsberg und den Helfenberg nach Freistadt, um 4:00 wird am Schwertberg beginnt schon langsam die Morgendämmerung, aber es ist noch ein ordentliches Stück zu fahren.
Walter zwickt etwas das Knie und bei mir werden die Beine gerade richtig Müde, die Orientierung hab ich schon längst irgendwo im tiefsten Mühlviertel verloren, geschätzt sind wir irgendwo bei Enns oder Steyr, aber diesen gemeinsamen Einbruch müssen wir jetzt mit Unterstützung des Sonnenaufgangs als Team überstehen.
Vom Team wird uns beiden gut zugeredet, auch wenn wir wahrscheinlich nicht gerade begeistert aussehen, Walter hält sein Knie warm und zischt sich eine Schmerztablette hinter die Binde und ich mach mich über den Traubenzuckervorrat her, immer wieder wechseln, und weiter gehts.
Das Mühlviertel ist erledigt und das Höhenprofil zeigt zwar noch, dass lange Anstiege kommen, aber Hauptsache kein steiles Rauf und Runter, da findet man wieder leichter in seinen Rhytmus. Jedoch wird es, je Näher wir dem Pötschenpass und Hengstpass kommen, wieder dunkel am Himmel und es fängt an zu regnen. Naja, dann wieder rein in die noch nasse Regenjacke und die feuchten alten Schuhe und rauf auf den Pass!
In der Ferne blitzt schon wieder die Sonne durch, aber bei der Abfahrt leeren sich die Wolken nochmal richtig über unseren Köpfen, innerhalb eines Kilometers füllen sich die Radschuhe mit gefühlten 5 Litern Wasser und bei dem Tempo fühlt sich der Regen an wie Nadelstiche im Gesicht.
Der Hengstpass hat es auch nochmal in sich, aber die Aussicht, dass wir danach das Gröbste an Steigungen überstanden haben lässt die Beine gleich wieder lockerer werden, und auch wenn bis jetzt noch niemand vom ganzen Team geschlafen hat, die Stimmung bestens und wir motivieren uns gegenseitig für die letzten 100 Kilometer.
Eigentlich haben wir ja mit einem Wechsel im 40 Minuten-Takt gerechnet und uns das ganz gut für die Erholung und zum Fahren vorgestellt, aber Thomas ist ein Sklaventreiber und lässt uns seit 17 Stunden mindestens 4 Mal in der Stunde wieder abklatschen, wenns länger bergauf geht alle paar Minuten! Aber so kommt wenigstens keine Müdigkeit auf, auch wenn es zwischenzeitlich schon fast stressig wird seine Trinkflasche wieder zu befüllen, die Taktik geht auf und alle sind immer noch voll bei der Sache!
Max schießt bei den Übergaben förmlich die Räder aus dem Bus und hebt uns fast zeitgleich mit einem “supa, sehr guat” von unseren Eseln, während Alexander in der Witzekiste kramt und Schenkelklopfer auf “höchstem Niveau” raushaut.
Walter lässt sich sowieso keine Erschöpfungserscheinungen anmerken und tritt, wie nach einer Stunde im Rennen, in die Pedale und stürzt sich in die Abfahrt des Ziehbergs in Richtung Gmunden.
Diesen Abschnitt hat er sich schon eingeprägt und wir versuchen ihm mit dem Auto auf den Fesen zu bleiben, was im relativ dichtem Verkehr gar nicht so einfach ist!
Großalmstraße ist jetzt aber wirklich der letzte Berg, der zwischen uns und dem Ziel steht hör ich schon seit längeren im Auto, ich hoffe nur sie behalten recht und beiß schon ordentlich die Zähne zusammen als wir auf die letzten Serpentienen am Hochlecken zusteuern.
Walter nimmt mir auf den letzten Kilometern vorm Gipfel nochmals den Transponder ab und wir preschen mit dem Auto voraus um alles für die Abfahrt klar zu machen.
Auf der Kuppe warten schon Walters Groupies, angeführt von Karola und Papa setzt zum Bergsprint in der Manier eines Profis an und übergibt mir wenig später unter Jubel von doch beachtlichen 15 Leuten wieder den Tracker und die Abfahrt gehört mir!
Wahnsinn, was für eine Abfahrt! Zu meiner Schande fahr ich sie zum ersten Mal, aber dafür mit geschwellter Brust und vollem Zunder, da taucht auch schon der Attersee auf und ich kann mir eine” Becker-Faust “ nicht zurückhalten.
Unten am See angelangt muss ich unweigerlich an den vergangenen Winter denken, virtuell vom Ergometertraining kenn ich schon fast jeden Kanaldeckel und weiß auch wenns mal einen Hügel gibt, und ich schlängel mich durch den Seeverkehr zum nächsten Wechsel.
Von entgegenkommenden Radfahrern und sogar vom Fahrer des Müllwagens werden wir angefeuert, je näher wir St.Georgen kommen und die letzten (falls noch vorhanden) Reserven werden ausgepackt.
Nur ein paar Kilometer vor St.Georgen gibt es eine Stelle, ab der gehts nur noch bergab in Ziel, das weiß ich vom letzten Jahr als Betreuer, und genau auf diese Stelle freu ich mich schon seit gut 20 Stunden, und da ist sie!
Die gesamte Crew fällt sich hier schon in die Arme und beglückwünscht sich als hätten wir die Ziellinie schon überquert, aber weit kann es nicht mehr sein, und wer weiß, bei dem ganzen Presserummel der vielleicht in St.Georgen auf uns wartet...
Ab jetzt geht es in Paarzeitfahrmanier auf die letzten Kilometer und wir können es beide kaum glauben was wir in den letzten Stunden geleistet haben, endlich wieder dort angekommen wo vor über 20 Stunden unsere Challenge begonnen hat.
Mit Rollern begleitet und unser Team im Pacecar voraus geht es in Richtung Hauptplatz vorbei an hunderten begeisterten Zusehern und Papa und ich überwinden die letzten 2 Höhenmeter auf die Bühne des Race Around Austria.
In 20 Stunden und 27 Minuten (die 15min Zeitstrafe zähl ich nicht mit) haben Walter und ich gemeinsam mit unserer Crew 560 Kilometer zurückgelegt und rund 6500 Höhenmeter überwunden, mit dieser Leistung sind wir mehr als zufrieden und haben unsere vorgenommene Zeit von 22 Stunden trotz Regenpause locker unterboten.
Vielen Dank an das großartige Team das immer die Nerven bewahren hat, allen unseren Unterstützern, von aufmunternden Nachrichten bis zur Tankkostenbeteiligung, dem Team des Race Around Austrias für dieses geniale Rennen und natürlich größten Respekt vor Walters überragender Leistung! #Teamspirit
Einmaliges Einzel-Zeitfahren in Zwettl
Am Sonntag dem 30.7 fand auf der neu gebauten Umfahrung in Zwettl in Niederösterreich vor der offiziellen Eröffnung ein Einzelzeitfahren statt.
Vor ein paar Monaten wurde ich durch einen Bekannten auf dieses einmalige Event aufmerksam gemacht und fand die Idee, noch vor den ersten Autos die Straße für ein Einzelzeitfahren freizugeben, sehr spannend.
Ich konnte noch einen Radkollegen, Sebastian, für dieses Rennen begeistern und auch sein Bruder Phillip sowie eine Freundin der beiden buchten, ohne zu zögern einen der begehrten 250 Startplätze. Da sich das Elternhaus der beiden Brüder nur einige Kilometer von Zwettl entfernt befindet, wurde am Samstag die Anreise per Rad von Sebastian und mir zum Aufwärmen (bei über 30 Grad) genutzt und die 100 Kilometer von Wien nach Horn gestrampelt.
Am Sonntag ging es dann um kurz vor 7:00 mit dem Auto nach Zwettl zum Start und nach einer kurzen Aufwärmrunde rollte ich um 8:08 von der Startrampe auf meine 2x zu fahrende Runde von insgesamt 32,5 Kilometern und 400 Höhenmetern.
Eigentlich hätte ich mir gedacht, dass so eine Umfahrung sicher flach dahin geht und die 400 Höhenmeter bei der Ausschreibung des Rennens maßlos übertrieben waren, jedoch kam nach ein paar 100 Metern gleich mal die erste Steigung mit 2 Kilometern Länge und bis zum ersten Wendepunkt nach 8 Kilometer stellten sich auch noch kleinere Hügel in den Weg.
Nach der Wende kurz aufgeschaut und vor mir tut sich eine Wand auf, die in der entgegen gesetzten Richtung eher als unscheinbares Flachstück wirkte und ich hoffte auf eine optische Täuschung aufgrund meines Pulsbereiches, aber sie war wirklich da.
Den Blick auf den Tacho und hoffen dass sich die Kilometer schnell ansammeln und man nicht auf der ersten Runde alle Reserven verbraucht und ab zur zweiten Wende, wo mir Phillip mit dem Zeitfahrrad und kurz danach Sebastian am Rennrad schon entgegen kamen und wir uns gegenseitig anfeuerten.
Beim zweiten Wendepunkt angelangt war ich mit meiner Zwischenzeit von 27min schon sehr zufrieden und mein Vorhaben, auf jeden Fall unter einer Stunde das Rennen zu beenden, sollte sich umsetzen lassen.
Also ab in die zweite Runde (jetzt wusste ich ja wenigsten schon was auf mich zukommt) und nochmal in der Energiereservekiste kramen um den Geschwindigkeitsschnitt halbwegs zu halten und die letzten 16 Kilometer durchdrücken.
Richtung meinem letzten Wendepunkt kamen mir wieder Sebastian und Phillip mit nur kurzem Abstand entgegen, und auch den beiden war die Anstrengung schon deutlich ins Gesicht geschrieben, aber für gegenseitige Aufmunterungsrufe war bei uns dreien noch etwas Luft in den Lungen vorhanden.
Nochmal einmal die angsteinflößende Wand hoch, wobei der Gegenwind nochmal etwas zulegte, und, angefeuert von den Streckenposten, ging`s die letzten Kilometer zurück in Richtung Ziel.
Mit einer Zeit von etwas über 55 Minuten (34,6 Km/h Schnitt) hab ich meine angepeilte Fahrzeit deutlich unterboten und überquerte auf Platz 14 in meiner Klasse die Ziellinie.
Ein großes Lob an den Veranstalter RC Kosmopoliten aus Zwettl für die hervorragende Organisation und Durchführung dieses Rennens und einen riesen Dank an die Fam. Hainzl für die Unterbringung und Verpflegung!
Erfolgreiche Generalprobe für die RAA-Challenge!
Vom 8. auf 9. Juli fand in Grieskrchen in Oberösterreich zum wiederholten Mal der 24 Stunden-Marathon statt und lockte wieder über 1.000 Rennradfahrer und unzählige Zuseher an.
Im letzten Jahr nahm ich mit meinem Vater und meinen beiden Brüdern im 4er Team an dieser Veranstaltung teil und ich hatte das Rennen noch sehr gut in Erinnerung.
Da ich mit meinem Vater heuer im 2er Team Six by DiagnoSix bei der www.racearoundaustria.at/challenge/das_rennen am Start stehe, sollte das 24h Rennen in Grieskirchen unsere Generalprobe sein.
Mit dem 21,5 Kilometer langem Rundkurs (gespickt mit 175 Höhenmeter die sich im Laufe der Zeit auch summieren werden) und den, aus Erfahrungen vom letzten Jahr, geschätzten Rundenzeiten von 40 Minuten, ist diese Veranstaltung eine sehr gute Simulation für die anstehende Challenge im August. Auch hier haben wir vor, uns im 30-45 Minuten Rhythmus beim Fahren (bzw. pausieren) abzuwechseln.
Nach dem Beziehen unseres Fahrerlagers, den letzten Checks am Rad und einer kurzen Aktivierungfahrt ging es für mich um 11:30 auf zum Start, wo ich schon einige bekannte Gesichter entdeckte.
Unser Verein http://www.atterbiker.at/ war mit insgesamt 7 Mannschaften, von 2er Mixed bis Big Team, mit fast 20 Fahrerinnen und Fahrern vertreten.
Auch mein Bruder Reinhard war dieses Jahr wieder im 2er Team am Start und nutzte gemeinsam mit seinem RAA Partner Flo das 24h Rennen, um sich auf die Challenge im August vorzubereiten.
Um das Fahrerfeld etwas aufzulockern und ein Massenwechselchaos zu vermeiden, müssen die ersten beiden Runden nach dem Start durchgefahren werden. Also stellte ich mich gleich mal auf einen sehr schnellen Auftakt des Rennens im dichten Fahrerfeld ein.
Und so kam es auch!
Ab dem Startschuss um 11:45 wurde gleich voll in die Pedale getreten und der Puls schoss schon auf den ersten paar hundert Metern weit über die 180 hinaus.
Gleich am ersten Anstieg musste ich von der Spitzengruppe abreißen lassen und fand mich in der zweiten Gruppe wieder, in der ich mich dann auch besser zurecht fand.
Mit dieser Gruppe wurden die ersten 2 Runden mit einem 37er Km/h und 185er Puls Schnitt durchgezogen und meine Beine brannten nach den 43 Kilometern und etwas über einer Stunde Fahrzeit schon ordentlich.
Noch fast 23 Stunden und erste Zweifel, ob man sich das bis Sonntag Mittag antuen möchte kamen hoch. Aber ich war fürs Erste froh, als ich Walter in der Wechselzone entdeckte und ihn auf den Kurs schicken konnte.
Also ab ins Fahrerlager, kurz zu Luft kommen, Klamotten in die Sonne zum Trocknen hängen, Getränke nachfüllen und schauen, dass man gleich wieder etwas Kalorien in den Körper tankt.
Mit Karola aka Mama hatten wir die perfekte Betreuung! Sie notierte unsere Ankunftszeiten und schickte uns zur richtigen Zeit wieder Richtung Wechselzone (zum Nachdenken, wann man denn wieder los muss reicht im 2er Team schon bald die Konzentration und Zeit nicht mehr).
Auch für unsere Verpflegung und Kommunikation zwischen Walter und mir spielte sie eine große Rolle, da wir uns nur für ein paar Sekunden in der Wechselzone trafen und weitere Strategien wie bei der stillen Post über Karola besprochen wurden.
Mit einer super Rundenzeit von 40 Minuten kam Walter von seiner ersten Fahrt zurück und es wurde ab jetzt, wie geplant für die nächsten Stunden jede Runde durchgewechselt.
Da sich das Fahrerfeld im Laufe des Rennens immer mehr aufteilte, musste man manchmal seine Runden alleine drehen und auf den kräftesparenden Windschatten anderer Fahrer verzichten.
Gerade in den ersten Stunden war der Wind aus Westen noch sehr stark und machte die letzten flachen Kilometer zur Wechselzone gelegentlich zu einer zermürbenden Angelegenheit im Alleingang.
Mit Einbruch der Nacht ließ dieser aber zum Glück etwas nach und es wurde weiter Runde um Runde gesammelt.
Gegen Mitternacht, und zur Hälfte des Rennens wurde Walter eine etwas längere Pause für ein kleines Schläfchen gegönnt und ich fuhr in meinem eigenen Rhythmus zwei Runden durch die Dunkelheit.
Auch meine Kräfte begannen in der Nacht schon etwas zu schwinden, zusätzlich machten sich kurzzeitige Krämpfe bemerkbar, welche ich aber durch konstantes pedalieren einigermaßen in Grenzen halten konnte.
Die schwersten Stunden waren bestimmt zwischen 2:00 und 4:00 für Körper und Geist, da es trotz Vollmond stockdunkel war und man nur das Surren des eigenen Rades hörte.
Walter spürte seine, mit 60. doch schon in die Jahre gekommenen Knochen auch schon etwas, und er legte eine kurz vor der Morgendämmerung nochmal eine zweite verlängerte (und verdiente) Pause ein.
Aber irgendwie haben wir es dann doch durch die Nacht geschafft, und mit einem wunderschönen Sonnenaufgang kam auch wieder mehr Motivation, welche sich auf unsere schon ziemlich schweren Beine übertrug.
Am Morgen kamen Reinhard und ich in etwa gemeinsam aus der Wechselzone und wir konnten eine Runde gemeinsam drehen, was sicher für uns beide eine Wohltat war.
Wir fuhren ein gutes Tempo, konnten uns beim Windschattenfahren abwechseln und uns gegenseitig mit etwas plaudern von den Strapazen ablenken.
Im Laufe des Vormittags traf ich dann immer wieder Kollegen aus der Atterbiker Mannschaft auf der Strecke und es wurde gut zusammen gearbeitet und man unterstützte sich gegenseitig so gut es ging.
Frei nach dem Motto: Manchmal zieht man jemanden ein Stück im Windschatten mit, manchmal wird man gezogen, Hauptsache die Räder drehen sich!
Auch wenn es uns zwischenzeitlich wie eine Ewigkeit vorgekommen ist, irgendwann wurde es nach unzähligen Pedaltritten dann doch wieder Mittag in Grieskirchen und ich konnte in die letzte Runde gehen.
Pünktlich dazu fing es an zu nieseln und der Wind frischte ordentlich auf, aber auf eine Runde verzichten, wenn sich Zeitlich noch eine ausgeht, wär jetzt auch faul, und die 400 Kilometer am Tacho wollte ich noch voll machen :)
Also noch die Abschlusstour um sich von der Strecke zu verabschieden, das ganze mit letzten Kräften aber sehr stolz auf die Leistung der letzten 24 Stunden!
Am Ende belegten wir den 12. Rang von 20 2er Teams der Herren, wobei uns nur wenige Minuten von den Plätzen 9-11 trennten.
Insgesamt haben wir 34 Runden bewältigt, 730 Kilometer und über 6.000 Höhenmeter zurückgelegt. Wir sind mit unserem Ergebnis sehr zufrieden, um einer großartigen Erfahrung reicher und sind top motiviert für die Challenge im August.
Ein großer Dank gilt Karola für die super Betreuung, den Veranstaltern des Rennens für die perfekte Organisation und allen, die uns bei unserem Projekt, der Race Around Austria Challenge unterstützen!
Ein paar Eckdaten von meinen gefahrenen Runden gibt’s im folgendem Link:
https://www.strava.com/activities/1075612495/overview
Gran Fondo Marmotte -Hochkönig
Am 17. Juni war es endlich soweit, mein erstes Rennen in dieser Saison stand auf dem Programm!
Bei einem Gewinnspiel auf www.169k.net hatte ich im Frühling das Glück, einen Startplatz für den GranFondo Marmotte am Hochkönig zu gewinnen.
Die GranFondo Serie ist international und unter der Schirmherrschaft der UCI (Union Cycliste Internationale) und bewegt jährlich tausende von Radfahrern, sich an diversen Bergen, wie den Alpen oder Pyrenäen zu messen.
Der österreichische GranFondo ist neu in der World GranFondo Serie und fand zum ersten Mal in Mühlnach am Hochkönig statt.
Um nicht alleine die Strecke von 170 Kilometer und 3800 Höhenmeter überwinden zu müssen, konnte ich meinen Bruder und Cheftrainer Reinhard zur Teilnahme überreden.
Und auch Walter haben wir als Betreuer ins Boot geholt, um uns auf der Strecke mit genügend Getränken zu versorgen und uns kräftig anzufeuern.
Der Startschuss war auf 7:30 in Mühlbach angesetzt, weshalb wir drei uns zeitig um 4 Uhr Früh auf den Weg Richtung Salzburg machten.
Kurz das Startersackerl abholen, die Starnummern am Lenker und am Rücken befestigen, alle Flaschen auffüllen und sich die Taschen mit Gels vollstopfen, und auf zum Start!
Hier warteten schon die rund 400 Teilnehmen in fast meditativer Ruhe darauf, dass es los geht.
Da gleich auf den ersten 12 Kilometern mit dem Dientner Sattel und dem Filzensattel zwei ordentliche Anstiege auf dem Plan standen, wurde auch nach dem Startschuss nicht all zu überschwänglich geplaudert.
Nach den ersten Bergen haben wir uns gut in einer der Spitzengruppen platzieren können und es wurde bei der Abfahrt und dem folgenden Flachstück ordentlich Tempo gemacht.
Der Griessen Pass wurde in der Gruppe quasi im Vorbeifahren überquert und die ersten 1000 Höhenmeter waren schon längst überschritten.
Der Schnitt war an die 34 Km/h bei Kilometer 85 und das Höhenprofil kündigte für die nächsten 50 Kilometer einen flachen Verlauf der Strecke an.
Als ich das Wort “Halbzeit” noch nicht mal richtig zu Ende gesprochen habe, macht es einen Schnalzer und das Ruckeln unter meinem Hintern ließ keine Zweifel offen, PATSCHEN! F*****
Als ob das noch nicht genug wäre, setzt beim Absteigen gleich noch ein heftiger Krampf im Oberschenkel ein und mich wirft es fast vom Rad.
Also verabschieden von Reini und der weiterziehenden Gruppe, zum Telefon greifen und Walter anrufen, und irgendwie die Krämpfe loswerden und den Reifenwechsel vorbereiten, in der Hoffnung, dass sich im Auto noch ein Reserveschlauch befindet.
Am Strassenrand stehend, dehnend und fluchend musste ich mit ansehen, wie nach und nach größere Gruppen an mir vorbei ziehen, bis nach 15 Minuten Walter mit dem Auto auftauchte.
Zum Glück versteckte sich noch ein Ersatzschlauch im Auto, und durch Walters perfekte Schlauchwechselkünste saß ich nach rund 25 Minuten unfreiwilliger Pause wieder am Rad.
Da leider gerade keine Gruppe zur Hand war, musste ich alleine wieder in den Tritt finden und versuchte ein schnelles Tempo zu fahren.
Mit ein paar eingeholten Fahrern habe ich versucht, zusammen zu arbeiten, jedoch war ich auf dem Großteil der restlichen Strecke weitgehend auf mich alleine gestellt.
Nach 40 Kilometer im Alleingang stellte sich bei Embach der nächste Anstieg in den Weg.
Meine Krämpfe hätte ich schon fast vergessen, jedoch sind sie plötzlich wieder da und wechseln sich von Bein zu Bein ab.
Im Wiegetritt und bei Belastung geht es etwas besser und ich schaffe es über den Berg und dehne bei der Abfahrt nochmal nach. Zudem schütte ich mir sämtliche Gels und Elektrolythgetränke in mich rein und erblicke auch Walter in der Ferne und kann meine ausgetrockneten Flaschen gegen voll aufgefüllt austauschen. Nur noch 30 Kilometer!
Aber diese haben es in sich!
Der Dientner Sattel steht zum zweiten Mal vor mir und versperrt mir die Aussicht Richtung Ziel!
Also wieder zusammenbeißen und die kommenden 15 Kilometer mit aufheizender Sonne im Rücken durchtreten. Das zieht dann schon, nach 140 Kilometern und 2500 Höhenmetern in den Beinen.
Nach knapp einer Stunde und schon ziemlich angeschlagen war die rettende Kuppe erreicht und die Abfahrt nach Mühlbach lag vor mir.
Nun konnten sich meine Beine wieder etwas erholen, aber es war dennoch vollste Konzentration gefordert.
Kaum einmal die Finger von der Bremse genommen, steigt die Geschwindigkeit gleich über die 60 Km/h und die Kilometer zum Startort fliegen nur so vorbei.
Aber der Startort ist in diesem Fall nicht der Zielort, ein Markenzeichen der Marmotte GranFondo Serie ist die Bergankunft!
In Mühlbach wird der Start gerade abgebaut als ich angerauscht komme, aber zum Ziel gehts kurz vor der Ortsausfahrt links zum Arthur-Haus.
Und jetzt ging’s nochmal an die Substanz und nur noch bergauf!
Die letzten 8 Kilometer von 170km kommen mir vor wie eine Ewigkeit vor und alles zwickt schon ziemlich, und von der Kraft ist nicht mehr viel da.
Eine Kurve nach der anderen quäl ich mich die, zum Teil über 25% steilen Rampen hoch, aber bei der Geschwindigkeit macht man nur ganz langsamen Fortschritte. Das Fluchen konnte ich mit kaum zurückhalten und den Spruch “nur noch a paar Meter” von den Zuschauern am Straßenrand schenkte ich auch keinen Glauben mehr.
Aber nach 45 Minuten (bis jetzt glaub ich meine Härtesten und Längsten überhaupt am Rad) kam die Lautsprecherstimme immer Näher und das lang ersehnte Ziel tauchte nach einer Kurve auf.
Durch Zurufe von Reinhard, Walter und den Zusehern nochmal motiviert, überquerte ich nach 6 Stunden und 49 Minuten (reine Fahrzeit 6 Std 26min mit Patschenaufenthalt) ziemlich zerstört die Ziellinie!
Am Ende wars Platz 136 und 20 in meiner Altersklasse, ich bin aber mit meiner Leistung sehr zufrieden.
Es war eine sehr harte Strecke, sehr gut Ausgeschildert an jeder Abzweigung und eine gute Stimmung unter den internationalen Fahrern.
Vielen Dank an Walter für die grandiose Unterstützung und Reinhard fürs mitfahren und natürlich seine erstellten Trainingspläne, durch welche ich überhaupt erst in diese gute Form komme! diagnosix.at
3/4 Team Six Ausfahrt nach Haus im Ennstal!
Da unser ältestes Mitglied, Walter, im Dezember seinen 60er feierte und sich mit einem neuen Rad beschenkte, wollten wir dieses in einer gemeinsamen Ausfahrt einweihen.
In unserer Kindheit haben wir unsere Skiurlaube jahrelang auf einem Gasthof am Hauser Kaibling, in Haus im Ennstal verbracht.
Um uns dort wieder einmal blicken zu lassen, kam prompt die Idee, von Oberösterreich in die Steiermark zu radeln und dort ein Wochenende zu verbringen.
Zum Glück hat sich die Wetterlage, wider jeglicher Prognosen, deutlich verbessert und wir konnten unsere Ausfahrt Mitte Mai durchziehen.
Damit wir nicht zu spät in der Steiermark antreffen, würde unser Treffpunkt auf 5:00 früh in Timelkam angesetzt.
Alexander, das vierte Teammitglied, hat heuer zwar viele Kilometer am Rasen beim Fußballspielen, und Höhenmeter auf der Baustelle gesammelt, jedoch zum Radfahren hat die Zeit noch wenig gereicht.
Aus diesem Grund hat er sich entschieden, mit den Teamfrauen und den Kindern mit dem Auto anzureisen.
Trotz kleiner Schwierigkeiten beim schweißtreibenden Anziehen der Überschuhe, konnten Reinhard und ich um 4:30 von Frankenburg aus, (bei 5°C und 4 Stunden Schlaf) die ersten Pedalumdrehungen Richtung Timelkam machen. Walter, überpünktlich wie immer und top motiviert wartete schon ungeduldig und zu Dritt konnte es dann losgehen.
Ein paar dunkle Wolken begleiteten uns bei angenehmen Rückenwind auf den Weg zum Attersee, welcher immer eine tolle Aussicht bietet und zu einem ersten Zwischenstopp verleitet.
Am Attersee vorbei und rein in das Weissenbachtal und die Sonne zeigt sich immer mehr, der Wind kommt auch aus der richtigen Richtung, und ein 30er+ Schnitt wird auf den ersten 70 Kilometern ohne Anstrengung und in Plauderlaune Richtung Bad Ischl gehalten.
Als erster Hügel stellt sich dann nach Bad Goisern der Pötschenpass in den Weg. Mit durchschnittlicher 7% Steigung und einer Länge von 5 Kilometer konnte uns dieser jedoch nicht in Verlegenheit bringen und wurde im zügigen Tempo überquert.
Auf der langgezogenen, schnellen Abfahrt nach Bad Aussee wurde es zwar etwas frisch, jedoch wurden wir mit einem überwältigendem Gebirgspanorama angeheizt und das Tempo wurde auch im anschließenden flachen Abschnitt hoch gehalten, damit ja keiner zu sehr auskühlt! :)
Über Bad Mitterndorf umfahren wir noch die Ausläufer des Dachsteins und befinden uns schon im Gailtal.
Die ersten 100+ Kilometer haben wir bereits hinter uns gelassen und wir sind sehr gut im Zeitplan. Von Schwächen in Sachen Motivation und Kondition war nichts zu sehen, oder zumindest ließ es sich keiner anmerken.
Eine kleine Anspannung war jedoch zu spüren, als dann der Gegenwind etwas auffrischte und wir wussten, dass der letzte Anstieg mit 5Kilometern und 500 Höhenmetern zum Gasthof noch auf uns wartet.
Im Winter geht da ohne Schneeketten gar nichts und die Witterung hat in der Bergstraße tiefe Spuren hinterlassen. Also zum Schluss noch eine holprige Rampe mit Steigungen von bis zu 25%, die dann die Oberschenkel nochmal zum Glühen brachte.
Reinhard und ich haben die letzten Kilometer gemeinsam in Angriff genommen und uns gewundert, wie lang und steil es wirklich zum Gasthof geht. Durch, in unserer Kindheit gemütlich im Auto sitzend, hatten wir die Auffahrt doch noch etwas anders in Erinnerung!
Als wir dann auf den letzten Kehren hinter uns lautes Gehupe wahrnahmen, wussten wir, die restliche Familie ist im Anmarsch.
Für uns hieß das, nochmal ordentlich in die Pedale zu treten, um uns keine Blöße zu geben, und so haben wir die letzten paar hundert Meter in der Bergsprintmanier eines Pantani oder Merckx durchgezogen.
Mit einem Timing, das man nicht besser Planen kann, kam die gesamte Familie gleichzeitig zum Zielpunkt am Hauser Kaibling.
Gesamt hatten wir für die 150 Kilometer, 2400 Höhenmeter 5 Stunden und 40 Minuten gebraucht.
Mit so einer Aussicht und der Arbeit der vergangenen Stunden haben sich dann alle ein paar Minuten Ruhe und Beine hochlagern verdient!
Der Wienerwald
In Oberösterreich aufgewachsen, mit seinem schönen Attersee und von sämtlichen Bergen umgeben, kann man sich keinen besseren Ort zum Radfahren vorstellen!
Da ich jedoch schon seit über 15 Jahren in Wien lebe, und mit dem Radfahren erst vor nicht mal 2 Jahren begonnen habe, muss ich mich mit den Gegebenheiten arrangieren.
Und das funktioniert deutlich besser als gedacht!
In nur ein paar Minuten steh ich mitten im Wienerwald, und dieser ist nicht nur für Spaziergeher und Mountainbiker ein Paradies.
Am Beginn meiner Ausfahrten ist gleich der Exelberg in Richtung Sophienalpe. Mit seinen 5 Kehren und seiner gleichmäßigen Steigung werden die ersten 200 Höhenmeter gesammelt und die Aussicht genossen.
Wenn man diesen Hügel locker angeht, ist er perfekt zum Aufwärmen und Beine lockern. Die Verlockung, gleich voll in die Pedale zu steigen ist jedoch sehr groß, und so hab ich schon des Öfteren einiges an Pulver auf den ersten Kilometern verschossen und dafür bezahlt.
Oben angekommen kann man sich dann entscheiden, bzw abschätzen, wie weit die Runde gehen soll und wieviel Lust man am Klettern hat.
Die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos und ich entdecke immer wieder neue Abzweigungen und Ecken, an denen ich noch nicht war.
Meine klassische Runde führt über das wellige Gebiet an Scheiblingstein vorbei und rauf auf den Tulbinger Kogel.
Von hier hat man einen herrlichen Ausblick über das Tullnerfeld und auch gleich seine 20 Kilometer und 700 Höhenmeter am Tacho.
Eine lange Abfahrt spuckt mich in Tulbing raus und es werden die Zeitfahrqualitäten nach Königstetten getestet.
Die Auffahrt Richtung Dopplerhütte, das Taferl vor der Tür bezeichnet diese als den schönsten Aussichtspunkt Wiens, leitet das lange Finale meiner Runde ein.
Die nächsten 15 Kilometer gehen dann quasi, bis auf kurze Flachstücke, immer bergauf mit Steigungen von 5 bis 15% bis ich wieder auf der Sophienalpe stehe.
Bei meiner kurzen, aber knackigen, klassischen Wienerwald-Runde komme ich auf 55Kilometer und 1200 Höhenmeter, nach oben sind jedoch keinesfalls Grenzen gesetzt!
Ob übers Hadersfeld und die Höhenstraße, Weidlingbach, Mauerbach oder einfach den Tulbinger Kogel ein zweites Mal, wird es auf keinen Fall langweilig.
Also, wer gerne Höhenmeter sammelt und dazwischen auch die Aussicht genießen möchte, dem sei der Wienerwald ans Herz gelegt.
Für Exkursionen in mein “Jagdgebiet” steh ich sehr gern zur Verfügung, am Wochenende ist dort für mich allerdings Schonzeit!
Ersten: wegen den Pensionisten im Mercedes, die den Führerschein noch zu Zeiten gemacht haben, als es anscheinend noch keinen Sicherheitsabstand gegeben hat.
Zweitens: zu hippe innerstädtische Radfahrer, deren Trikot mehr kostet als mein Rad und sich die Gepflogenheiten des gegenseitigen Grüßens Gleichgesinnter noch nicht herumgesprochen hat.
Ende der Klassiker und die ersten 3000 Trainingskilometer absolviert!
Die Frühjahrsklassiker sind zu Ende und ich muss sagen, ganz unfroh bin ich darüber nicht.
Natürlich ging es bei dem Ganzen nur um den Spass, aber ein bisschen Ehrgeiz entwickelt man dann schon.
Aus Mangel an Zeit, Schneefall und manchmal auch das Eine oder Andere Motivationstief, hab ich es nicht geschafft, alle zu fahrenden Segmente abzuklappern. Und bei manchen hat es einfach an der Orientierung gehapert.
Für das nächste Mal weiß ich, im Zweifel die Abzweigung nehmen, nach der es entweder mit 20% Steigung weiter geht, oder sich eine neue Hölle des Pflasterspektakels auftut!
Es war aber eine sehr gelungene Aktion und ich freu mich auf die nächsten Events des derradsporttreff.at
Am vergangenem Wochenende sollte eigentlich der Vita-Club Radmarathon stattfinden und als erster Formtest dienen. Durch Schneefall und gesperrte Straßen konnte dieser leider nicht durchgeführt werden!
Wie es der Zufall aber so will, war das Losglück auch einmal auf meiner Seite! Bei einem Gewinnspiel von www.169k.net habe ich einen Startplatz für den Marmotte GranFondo Hochkönig gewonnen.
Der GranFondo findet am 17/6 statt und vielleicht sieht man sich ja auf der Strecke von 167Kilometern und rund 3500 Höhenmetern. Die Veranstaltung klingt sehr vielversprechend und anspruchsvoll!
http://marmottegranfondoseries.com/epreuve.php?C=6
Und mit dem Ende der Frühjahrsklassiker stehen 3000 Trainingskilometer seit Anfang Jänner am Tacho. Nach oben hin ist natürlich noch reichlich Luft und der Trainingsplan des Chefcoach’s kann auch noch etwas genauer genommen werden, aber jetzt gehts ja erst richtig los!
Trainings- bzw. Wetterbericht
Das Wetter schlägt seine Kapriolen und man weiß nicht genau ob die Ergometersaison jemals zu Ende geht.
Die ersten Traumtage der letzten Wochen hat Walter gleich genutzt, um sein neues und frisch gefittetes Rad an die frische Luft zu bringen.
Mit einer Solorunde von über 100 Kilometern hat er die neuen Einstellungen gleich top motiviert getestet.
Um auch das Fahren in der Nacht zu trainieren, ist er vor zwei Wochen am späten Abend noch in die Dress geschlüpft und hat sein Bike mit Festbeleuchtung um den Attersee gejagt.
Eine gemeinsame Ausfahrt von uns, ob am Tag oder in der Nacht, lässt hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten.
Auch bei mir kommt das Training nicht zu kurz.
Die, zum Teil schon fast kitschigen Frühlingstage wurden genutzt, um längere Ausfahrten für die Grundlage zu machen. Beim eher ruhigen Tempo lässt sich die wieder aufblühende Umgebung genießen und die Frische Luft macht den Kopf auch wieder frei.
Auch bei gemeinsamen Ausfahrten, zum Teil bei eisigem Wind und feuchtem Wetter, mit Kollegen aus Wien habe ich meine Kilometerzahlen in die Höhe gedreht.
In der Gruppe zu fahren ist eine perfekte Abwechslung, um die Trainingsfahrten, die ich großteils alleine absolviere, nicht langweilig werden zu lassen. Auch die Überwindung, seinen Hintern bei nicht optimalem Wetter aufs Rad zu bringen und draußen zu fahren, ist da nicht mehr ganz so schwer. Und ein bisschen plaudern lenkt dann auch von den, gerade zu fahrenden Höhenmetern ab.
Am kommenden Wochenende steht auch das erste Rennen der Saison an.
Gemeinsam mit Reinhard und seinem RAA-Challenge Teamkollegen Flo nehm ich beim Vita-Club- Radmarathon teil.
Die beiden sind jetzt schon sehr stark drauf und möchten im August die Challenge etwas aufmischen. Mal schauen, wie lang ich mich an ihr Hinterrad hängen kann.
Auf der kurzen Distanz über 70 Kilometer möchte ich vor allem meine Form testen und hoffe, dass sich das Training der letzten Zeit ausgezahlt hat.
Die Vorbereitung in den nächsten Tagen dafür werden eher wieder am Ergometer getroffen, da sich ja schon fast wieder winterliches Wetter einstellt. Auch die Prognosen für das verregnete Salzburg am Sonntag schauen nicht gerade vielversprechend aus.
Das Wintergewand wird also noch nicht verräumt und man kann ja mal auf ein paar Sonnenstrahlen und trockene Phasen hoffen dürfen! Und das Kettenöl für Regen wollt ich ja auch längst schon mal austesten..
Wien is a heißes Pflaster, oder, die Klassiker gehen weiter!
Die Frühjahrsklassiker gehen weiter und es gibt keine Gnade für Mensch und Material!
In den letzten Tagen hab ich 3 Segmente mit Kopfsteinpflaster im Rahmen der Radsporttreff Frühjahrsklassiker hinter mich gebracht und meine Liebe zu dem zähnezeigenden Untergrund hält sich sehr in Grenzen.
Das Bild oben stammt schon von der Abfahrt nach einem holprigen Segment, auf dieser Seite des Hügels schaut das Pflaster schon wieder halbwegs befahrbar aus.
Die Steine auf der anderen Seite sind gefühlte (im Wahrsten Sinne des Wortes) 100 Jahre älter und haben unglaubliche Ecken und Kanten, mit Zwischenrillen so tief, dass man Angst bekommt, dass sich das Vorderrad verfängt und man einen Köpfler macht. (für ein Bild davon wollt ich nicht noch einmal durch diese Hölle gehen bzw fahren)
Die Wiener Höhenstraße darf bei den Klassikern natürlich auch nicht ausgelassen werden.
Das wohl bekannteste Kopfsteinpflaster auf rund 15 Kilometer bietet neben der sportlichen Herausforderung eine großartige Aussicht über Wien.
Dass bei der Höhenstraße auch mehr Budget im Spiel war, im Gegensatz zur Kellergasse in Stammersdorf, merkt man schon auf den ersten Metern. Als hätte die STRABAG gerade wieder jedes Pflastersteinchen frisch geschlichtet..
Und wichtig für Ausfahrten wo es scheppert was das Zeugs hält: Schlauchtascherl doppelt sichern! (Ich hab’s nicht bereut)
Frühjahrsklassiker und kurze Hosen
Der Frühling ist da und mit ihm die Frühjahrsklassiker.
Was unter den Profis Milan-SanRemo und Paris-Roubaix ist, sind für die Wiener die Höhenstraße und zugeschusterte Segmente in den hintersten Ecken des Wienerwaldes.
Jetzt wo der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist, hat der, in Wien und Umgebung angesiedelte Radsporttreff zu den Klassikern gerufen.
Wöchentlich werden im Zeichen des Profirennens verschiedene Segmente in der Umgebung hochgeladen, um sein Bestes zu geben, oder es zählt, wie letzte Woche, die längste gefahrene Strecke der Angemeldeten.
Mit meiner Solofahrt von 160 Km ins Burgenland befind ich mich da im hintersten Mittelfeld, da über 20(!) Fahrer eine Strecke von mehr als 300 Km absolviert haben!
Aber es zählt der Spaß an der Sache und es ist zusätzlich eine Motivation um Kilometer zu fressen und neue Strecken und Leute kennen zu lernen.
Zu der Einzelwertung gibt es noch eine Teamwertung, in der Reinhard und sein RAA-Challenge Kollege Flo, zwei Bekannte aus Wien, Vladimir und Björn und ich als die Cobblestone Fighters mit in die Wertung gehen.
Für Interessierte: radsporttreff.wordpress.com
Diese Woche stehen 3 Segmente mit rund 10 Kilometer Länge an, auf dem sich knackige Anstiege und zügige Abfahrten abwechseln und man sich ordentlich auspowern und seine Form testen kann! (Fühlt sich bis jetzt alles sehr gut an!)
Während sich Walter heute beim BikeFitting sein Rad perfekt einstellen lässt um seine volle Power entfalten zu können, war für mich heute endlich mal eine wirklich frühlingshafte Ausfahrt mit perfekten Temperaturen drinnen, in der man schon mal Bein zeigen kann und darf! (beste Motivation am Berg #shutuplegs DANKE Claudia :))
Update Team Six by DiagnoSix
Damit man auch einmal ein Bild vom Team Six powered by DiagnoSix.at sieht und sich darunter vorstellen kann, wer sich der Race Around Austria Challenge stellt: Christoph und Walter Six
Kurzes Trainingsupdate:
Walter hat seinen Ergometer im Keller in die Frühjahrspause geschickt und sein neues Rad rund um den See gejagt!
Endlich beginnt die Outdoor-Saison auch für ihn!!
Da in Wien der Frühling schon etwas früher erwacht, dreh ich schon seit unserem Trainingslagen in Malaga meine Runden im Wienerwald und sammle fleißig Höhenmeter auf den Wiener Hausbergen.
Die Routen muss man sich beim derzeitigen Wind richtig legen, um auf der Heimfahrt nicht zum Stehen zu kommen! Dafür wird man mit feinsten Rückenwind belohnt und der Tacho zeigt im Flachen ohne Anstrengung Geschwindigkeiten jenseits der 35km/h an. Da kann man sich selbst nach 3 Stunden das Grinsen auch nicht mehr verkneifen :)
Wieder zurück mit einem Leistungstest!
Das Team Six powered by DiagnoSix ist wieder zurück aus dem Süden und freut sich auf den kommenden Frühling in Österreich.
Nach dem Trainingslager mit 500 km und 9000 gefahrenen Höhenmeter wurden die Beine erstmal etwas hochgenommen und regeneriert.
Bei Traumwetter in der Bundeshauptstadt kann man jedoch schwer zuhause sitzen bleiben, deshalb hab ich mich gleich mal auf eine kleine, mit großteils Rückenwind, gemütlichen Regenerationsfahrt aufgemacht. Gar nicht mal so schlimm wieder Zuhause zu sein!!
Am Wochenende überschlugen sich dann die Ereignisse für das gesamte Team Six!
Mit einer kleinen 30er Feier unseres Teamfahrers Alexander wurde gleich der Startschuss ins Wochenende gemacht. Alexander wird bei der Challenge im Team Six by DiagnoSix unser Teamchef und Motivator sein und uns rund um Oberösterreich jagen.
Da ja ein Runder Geburtstag nicht mit einem kurzen Handshake abgetan ist, haben wir geholfen, seinem Kühlschrank die Last des Bieres und Weines abzunehmen. Mit Erfolg!!
Sonntag stand dann gegen Mittag die Taufe von Reinhards Sohn Bernhard an, der jüngsten Hoffnung im Team Six!
Doch vorher sollte beim Cheftrainer Reini noch ein Laktattest in den heiligen Hallen von DiagnoSix anstehen.
Keine einfache Aufgabe nach einer Nacht mit wenig schlaf und doch noch dem einen oder anderen Tropfen der Feier im Körper!
Im unteren Foto weiß man nicht genau wer fertiger aussieht, ich am Ergo, oder Reinhard am Messgerät :)
Mit dem Ergebnis des Testes sind der Cheftrainer und ich, trotz der fast widrigen Umstände durchaus zufrieden und auf dem richtigen Weg für die Race Around Challenge 2017!!!
Tag 4 in Malaga:
Heute haben wir wieder das Hinterland von Malaga unsicher gemacht und fleißig Höhenmeter gesammelt.
Über den Nationalpark Montes de Malaga von 0 auf 900 HM ging es hügelig weiter nach Comares, um Richtung Cutar auf den nächsten Berg zuzusteuern.
Über rund 9 Kilometer mit durchschnittlich 4% konnten wir bei wunderbarer Aussicht ins Landesinnere weitere 400 Höhenmeter sammeln.
Um uns das Beste zum Schluss aufzusparen, kam noch der Anstieg von Almachar ins Nirgendwo, mit bis zu 14% Rampen und dichtem Nebel am Gipfel.
Schnell vergessen ist diese Qual jedoch, wenn man sich mit einer fast 15 Kilometer langen rasanten Abfahrt für alle Mühen belohnt, und nach 95Km und 2200 Hm mit einem Cafe solo wieder einen sonnigen Tag in Malaga beendet!
Trainingslager in Malaga Tag 3
Nach zwei verregneten Tagen in Malaga wurden wir heute früh von der Sonne geweckt! Nachdem wir gestern Nacht noch unsere Schuhe im Backofen getrocknet (in Spanien gibt es anscheinend nur Klimaanlagen zum Runterkühlen, jedoch keine Heizkörper) und unsere Dressen in der Waschmaschine (inklusive Wäschetrockner) wieder in tragbare Zustände gebracht haben, wurden pünktlich um 10:00 die Räder bestiegen.
Am Programm stand eine Schönwetterfahrt entlang der Küste nach Torrox um über Competa (auf ca 650 Höhenmeter) eine Schleife wieder Richtung Meer zu ziehen.
Auf den 115 Kilometern und etwas über 1300 Höhenmetern hat sich herausgestellt, dass es beim Training, vor allem am Berg noch einiges zu tun gibt. Aber die Saison ist noch jung! So mancher Körper leider nicht mehr :)
Sturzfrei wieder in Malaga angelangt werden schon Pläne für die nächsten Tage geschmiedet und die Blessuren des Sturzes von gestern versorgt!
Morgen ist wieder eine Runde im Hinterland von Malaga geplant, in der einige Höhenmeter auf uns zukommen werden!
Der Start ist gemacht! Gestern früh um 9:00 habe ich mich für die Challenge beim Race Around Austria angemeldet. Gemeinsam mit meinem Vater Walter stehen uns im 2er Team Anfang August 560 Kilometer und rund 8000 Höhenmeter bevor. Jetzt heißt es nur noch die Erkältung loszuwerden und das Training voll zu starten.
Als Team Six by DiagnoSix werden wir uns nächste Woche nach Malaga begeben um endlich dem österreichischen Winter zu entkommen und die ersten Schritte zur Topform setzen :)