Da glaubt mir doch schon keiner mehr, dass ich in Kanada bin.

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Da glaubt mir doch schon keiner mehr, dass ich in Kanada bin.
Donnerstag, 26. Oktober: Ich sage, TschĂŒĂ Tokyo und hallo Hamburg! Bin gerade gelandet. Damit ist der Urlaub vorbei. đ
Auf dem RĂŒckweg zum Hotel sahen wir noch ein paar skurrile Dinge wie einen Tourbus, der anstatt Fenster lauter Monitore nach auĂen zeigend installiert hatte und dort Videos mit lauter Musik dröhnte, wĂ€hrend der Bus durch die StraĂen fuhr. Ich entdeckte eine unheimlich sĂŒĂe Absperrung einer Baustelle. Und wir konnten einem finalen Last-Day-Picture nicht widerstehen, als wir die guten Robo-Girls sahen. ;) Bevor es zeitig in die Heia ging, gab es noch einen kleinen Snack beim Sushi-Laden vom Vortag. Es war so gut und wir hatten einen Coupon vom letzten Mal. đ
Danach schauten wir uns vom Tokyo Metropolitan Government Building die Stadt von oben an. Zuerst war es sehr nebelig, doch dann hat sich der Regen verzogen und die Sicht besserte sich.
Wieder unten angekommen begegnete ich erneut den MarienkĂ€fern, die ich beim letzten Mal nur im Dunkeln sah. Fachabteilung es gleich noch mal ein âvorher-nachherâ-Nostalgie-Foto. :) SpĂ€ter gingen wir zu HachikĆ, der Hundestatue, die wir beim ersten Tokyo-Aufenthalt ĂŒbersahen. Wir kamen noch an einem Disney-Laden vorbei, der natĂŒrlich nicht verschmĂ€ht werden konnte und aĂen vegetarische Ramen.
Mittwoch, 25. Oktober: Obwohl wir den totalen Hangover hatten und es drauĂen wider Erwarten ununterbrochen regnete, zogen wir unser geplantes Programm fĂŒr den letzten vollstĂ€ndigen Tag langsam aber sicher durch. Zuerst ging es nah TaitĆ in ein altes Viertel, durch das wir schlenderten, klar kamen und uns umschauten.
Dann war es auch schon an der Zeit fĂŒr die Verabredung mit Freunden von Niklas. Wir verbrachten den Abend in einer wirklich netten Runde mit vielen tollen Menschen in einem China!-Restaurant, in dem sehr leckere verschiedene kleinere Essenssachen serviert wurden. Dazu tranken wir viel Bier, chinesischen Sake und sogar Suntory Whisky. Nach dem Verteilen der Gastgeschenke, worĂŒber sich vor allem die Kinder freuten, machten wir noch ein Gruppenfoto. Ein Teil der Gruppe machte sich auf den Weg nach Hause. Wir zogen mit den anderen noch weiter in eine Karaoke-Bar, die mega local irgendwo im Keller irgendeiner StraĂe war. Und da ging es dann ab. đ Neben weiteren Schlemmereien tranken wir irgendeinen Schnaps mit Tee gemischt. Den konnte man trinken wie Wasser. đ Und natĂŒrlich sangen wir ein Lied nach dem anderen. Mal japanisch, mal englisch, mal deutsch. đ Die gesamte kleine Kneipe wurde zu einer Gemeinschaft. Auch die Wirtin kam dazu. Zum Abschluss sagen wir alle gemeinsam Arm in Arm und gaben noch mal alles. Der gesamte Abend war legendĂ€r.
Auf dem Weg liefen wir durch die berĂŒchtigte Takeshita-Dori, eine StraĂe, in der es viel verrĂŒcktes Zeug gibt, KostĂŒme und und und. Hier ein kleiner Eindruck.
Nach der Erkundung des Kapselhotels und dem GenieĂen der schönen Aussicht aus dem 8. Stock beschlossen wir Sushi essen zu gehen.
Wir wollten nur was âKleinesâ essen, weil wir spĂ€ter noch verabredet waren. Daraus wurde aber nichts. Es war einfach viel zu lecker, um nicht weiter zu essen, bis nichts mehr geht. đ
Mittlerweile war es dunkel geworden und wir machten uns nach einer kleinen Verschnaufspause im Hotel zu FuĂ von Shinjuku auf nach Shibuya.
Auf der Rennbahn zum Ziel: Kapselhotel! Zur StÀrkung meiner verstreuten Persönlichkeit gabs noch Maispower auf dem Weg. Und so sieht das Ganze am Ziel aus, n reines Raumwunder.
Dienstag, 24. Oktober: Heute heiĂt es fĂŒr Niklas und mich, TschĂŒĂ Matsuyama und auf Wiedersehen Lukas. Der bleibt nĂ€mlich noch ein wenig lĂ€nger in Japan. FĂŒr uns beide brechen nun allerdings die letzten beiden vollen Tage an, ehe es am 26. nach Hause geht. Die verbringen wir in Tokyo, denn von hier aus fliegen wir auch wieder. Also sagen wir, hello again Narita and Tokyo und gönnen uns zum Abschluss n richtig schönes Kapselhotel. âșïž
An unserem letzten gemeinsamen Abend wollten wir gerne mal Laufband-Sushi essen gehen. Daher suchten wir uns ein Restaurant und pilgerten dort hin. Wie sich herausstellte, war es letztlich ziemlich auĂerhalb und Ă€hnelte einem Rasthof- oder Autobahnzubringerrestaurant, aber letztlich fanden wir es sehr gut dort. Wir bestellten unsere LieblingsstĂŒcke wie so oft via Tablet und genossen die verschiedensten HĂ€ppchen. Abgerechnet wurde am Ende darĂŒber, welche Teller vor dir standen. Jede Farbe hat eine eigene Preiskategorie.
Als sich Dunkelheit die Dunkelheit ĂŒber das Dogo-Viertel legte, beschlossen wir das Onsen erneut aufzusuchen, um es beleuchtet zu sehen. Dabei kamen wir an dem kleinen StraĂenbahn-Bahnhof vorbei und an der Uhr, die sich gegen 18 Uhr vor meinen Augen plötzlich in eine Spieluhr mit kleiner Geschichte entpuppte. Das Zifferblatt drehte sich einfach um, die TĂŒren an der Seite gingen auf und es kamen Figuren zum Vorschein. Zum Höhepunkt fuhr die Uhr auf einmal in die Höhe und zeigte das Onsen-Becken im Keller, in dem weitere Figuren badeten und sich dabei im Kreis bewegten.
Danach besuchten wir einen Schrein, flanierten durch den wunderschön angelegten Dogo Park, in dem wir die letzten Sonnenstrahlen einfingen, Kois und Katzen beobachteten und neue Kraft tankten. Wir kamen an einem Reisfeld vorbei, was durch die untergehende Sonne hellgrĂŒn zu leuchten schien auf dem Weg zu einem wirklich verrĂŒckten Tempel. Hier stand allerlei Klimbim und Gedöns. Es gab also viel zu entdecken.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, traf ich mich spĂ€ter mit meinen japanischen Freunden und fuhr im Verkehrsmittel meiner Wahl in die City. đ SpaĂ beiseite - nachdem wir das Schloss besichtigt haben, ging es erst kurz zurĂŒck ins Hotel zum Verschnaufen. Dann ging es wieder per Pedes durch die Stadt bis ins Viertel Dogo. Dort sahen wir das berĂŒhmte Dogo Onsen, in dem selbst die Kaiserfamilie bereits badete. Wir schlenderten dort auch durch die Mall und stellten hier nicht zum ersten Mal fest, dass der sĂŒĂe Orangen-TeddybĂ€r hier seine Heimat hat, den wir vom O-Saft aus Tokyo kannten. Leider zerstörte Lukas dann auch mein Weltbild, weil er mir sagte, dass es sich um eine Mandarine handle, nicht um eine Orange und dass das Tier eine Katze darstelle, keinen BĂ€ren. Das lĂ€sst sich aus dem Namen des Tiers ableiten: Mican. Aha. FĂŒr mich bleibts der Orangen-BĂ€r. đđ» Zum Mittag gabs kalte Udon - eine leckere Nudelvariante (siehe oben).
Montag, 23. Oktober: Nach dem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck am Buffet unseres Hotels im 13. Stockwerk mit direktem Blick auf die Stadt und den HĂŒgel mit der Burg Matsuyamas brachen wir zu eben dieser auf. Obwohl es mal wieder einen Sessellift & eine Gondel gab, entschieden wir uns dafĂŒr, den Weg zu FuĂ zu bestreiten. Oben angekommen war die Aussicht gigantisch. Nach dem groĂen Unwetter aufgrund des Taifuns war es heute sehr sonnig und warm. Wir besichtigten die Burg und genossen fĂŒr eine Weile die AtmosphĂ€re da oben.
Sonntag, 22. Oktober: Heute war der Plan, von Hiroshima mit der FĂ€hre nach Matsuyama ĂŒberzusetzen. Angekommen am Hafen fanden wir allerdings am Ticketschalter ein Schild vor mit dem Hinweis, dass heute aufgrund des eintreffenden Taifuns keine Boote fahren. Also mussten wir wieder umkehren, ĂŒber den Hauptbahnhof mit dem Schinkansen eine Strecke zurĂŒck legen und spĂ€ter in einen Bus umsteigen. Dauert ungefĂ€hr drei Mal so lange und ist auch erheblich teurer, naja. Hauptsache voran kommen. GefĂŒhlt war die gesamte Stadt am Bahnhof. Wahrscheinlich sind viele Menschen hier gestrandet. WĂ€hrend wir eine Stunde am Bahnhof auf den Zug warten mussten - es war bereits Mittag -, aĂ ich in einem winzigen Nudelrestaurant mit Ticketautomaten (dort bezahlt man das gewĂŒnschte Gericht, erhĂ€lt einen Zettel, den man dem Koch gibt, welcher es frisch zubereitet) super leckeres Udon mit wildem GemĂŒse fĂŒr einen echt geringen Preis. Nach der Fahrt im Schinkansen warteten wir auf den vorletzten Bus, der fĂŒr heute nach Matsuyama fĂ€hrt (der letzte sollte am Abend 5 Stunden nach dem anderen fahren). Wie bereits den gesamten Tag regnete es in Strömen. Als der Bus vorfuhr, mussten wir feststellen, dass er schon ziemlich voll war, aber wir standen weit vorne in der Schlange. Allerdings mussten wir dann auch feststellen, dass alle hinter uns schon ein Ticket mit Sitzplatzreservierung hatten. Der Bus war also voll. Netterweise hat uns der Busfahrer auf den Notsitzen in der Mitte des Busses sitzen lassen. Was fĂŒr ein GlĂŒck. Nach knapp drei weiteren Stunden kamen wir in Matsuyama an. Dort machten sich die Auswirkungen des Taifuns noch stĂ€rker bemerkbar. Der Wind war ordentlich am werkeln und hat so einiges bereits umgerissen. Schnell bemerkten wir, dass keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fuhren und warteten mit vielen anderen Menschen auf ein Taxi, das uns endlich ins Hotel bringt. Als es endlich so weit war, freuten wir uns ziemlich ĂŒber das verdiente Luxushotel (wir wussten gar nicht mehr, dass wir so was gebucht haben). Es hat ein eigenes Onsen ganz oben im 13. Stock und liegt direkt an der Burg von Matsuyama. Volltreffer! Wir haben ein schönes Zimmer mit groĂem Balkon, de man hoffentlich noch mal benutzen kann. :) Ich beschloss, heute gar nicht mehr raus zu gehen - es war mittlerweile auch schon halb Sieben. Also ging es rein in die gute Hotelkluft (mal keine Yukata, sondern n asi-Jogger) und ab ins Onsen. Mein Körper schwebte in der heiĂen Quelle dahin, wĂ€hrend ich mir die Regentropfen auf mein Gesicht fielen lieĂ, welche fĂŒr eine sanfte AbkĂŒhlung sorgten. Die Anspannung löste sich aus meinen Schultern. Vergessen war das Geschleppe des schweren Reiserucksacks in meinen nassen Turnschuhen. Ich beobachtete ein wenig die Muster, die ĂŒber meinen Körper huschten, entstanden durch viele weitere Tropfen, die auf die WasseroberflĂ€che prasselten. Und lauschte dabei dem Wind, der tosend jede Nische fand und durch sie hindurch pfiff. Ab und an kam auch ein erfrischender Hauch durch das offene Dach nach unten, traf auf die WasseroberflĂ€che des Onsens und die Stellen der Haut, die nicht vom Wasser bedeckt wurden. Zufrieden und erhitzt verbringe ich nun einen ruhigen Abend auf dem Hotelzimmer, schreibe zufrieden diesen Post, freue mich auf den morgigen Tag, der weitaus besser werden soll und werde nun das Licht aus knipsen. Gute Nacht!
Nachtrag: Zwischenzeitlich haben wir auf der Insel zu Mittag gegessen. Es gab warme Soba (Nudeln) mit Seaweed. đ Zum Abend sind wir wieder nach Hause gefahren - also zu unserer Unterkunft in Hiroshima. Dieses Mal haben wir die direkte und kurze Föhre genommen, sind dafĂŒr aber lĂ€nger StraĂenbahn gefahren. Dabei bin ich fast eingeschlafen. Nach einem kleinen PĂ€uschen und trockenen Socken Zuhause haben wir unsere Nachbarschaft erkundet. Dort haben wir ein kleines Restaurant gefunden, das Okonomiyaki anbietet. Es saĂen nur Einheimische drin. Wir waren die einzigen Touristen. Gegessen haben wir im japanischen Stil auf Tatami-Matten und tiefen Tischen ohne StĂŒhle. Normalerweise - das habe ich ja schon mal berichtet - ist Okonomiyaki eine Art Omelette. Aber zum GlĂŒck hatten sie auch eine Veggie-Variante ohne Ei, dafĂŒr mit gebratenen Nudeln. Das wĂ€r super lecker. Als "FĂŒllung" suchte ich mir Salat und crispy Knoblauch aus. Richtig, richtig gut!